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ErtapptDie lieben Nachbarn

Nach einem Streit geht eine 41-Jährige in Thalwil auf ihren Nachbarn los. Selbst ihr Hund kommt ins Spiel.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Olivier Samter

Das Leben könnte so schön sein, doch die Menschen finden immer wieder Wege, es sich schwer zu machen. So gerieten sich ein Mann und eine Frau in Thalwil aus einem unbekannten Grund in die Haare. Bei der 41-Jährigen muss der Streit einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Sie ging kurz darauf spätabends zur Wohnung ihres Nachbarn, in Begleitung ihres Hundes.

Am Wohnort angekommen, trat sie gegen die Tür. Der Kontrahent öffnete offenbar nicht ganz ahnungslos die Wohnungstür – er hatte einen Pfefferspray in der Hand. Worauf die Frau in die Wohnung trat, auf ihn losging, ihn an den Haaren packte und aus der Wohnung zerrte. Den Pfefferspray konnte das Opfer nicht einsetzen. Der Tumult alarmierte einen Nachbarn, er konnte die Situation auflösen. Das Opfer rannte in die Wohnung zurück und schloss die Tür. Verletzt wurde es nicht. Plötzlich bemerkte die 41-Jährige, dass ihr Hund verschwunden war. Sie nahm an, dass er im allgemeinen Chaos in die Wohnung ihres Kontrahenten geflüchtet war. Also hämmerte sie mit der Hand an die Scheibe der Wohnungstür – und schlug diese zu Bruch. Den Hund fand sie schliesslich an einem anderen Ort und machte sich davon.

Die Attacke bringt der Beschuldigten einen Strafbefehl wegen Hausfriedensbruchs – weil sie kurz in die Wohnung eintrat – Tätlichkeiten und geringfügiger Sachbeschädigung ein. Die Staatsanwaltschaft verurteilt sie zu einer bedingten Geldstrafe von 20 mal 30 Franken. Für diese gilt eine Probezeit von drei Jahren. Eine Busse von 600 Franken muss die Frau bezahlen, ebenso wie die restlichen Verfahrenskosten von 800 Franken. Ob sich die beiden Nachbarn versöhnt haben oder sich seither einfach aus dem Weg gehen, ist nicht bekannt.