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Abstimmung in KilchbergDie Jugendlichen bekommen ihren Skaterpark

In der Hochweid wird ein Mehrgenerationenpark entstehen. Trotz Widerstand stimmte die Gemeindeversammlung am Dienstagabend dem Vorhaben zu.

Der geplante Mehrgenerationenpark in der Hochweid, der auf der grünen Fläche entstehen wird, sorgte für hitzige Diskussionen.
Der geplante Mehrgenerationenpark in der Hochweid, der auf der grünen Fläche entstehen wird, sorgte für hitzige Diskussionen.
Archivfoto: André Springer

278 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger trafen sich am Dienstagabend im Gemeindesaal zur Gemeindeversammlung in Kilchberg – trotz Corona war der Andrang grösser als auch schon. Zusätzlich war im zweiten Stock des Gebäudes der Singsaal mit Jugendlichen gefüllt, die das Geschehen über eine Videoleinwand verfolgten, da sie noch nicht stimmberechtigt sind.

Grund für das grosse Interesse ist ein Wunsch der Kilchberger Jugendlichen. Sie hätten in der Hochweid, auf einem Stück Land zwischen dem Hallenbad, der Sportanlage und dem Kunstrasenplatz, nahe des See-Spitals und des Alterszentrums, gerne eine Freestyleanlage. Zusammen mit dem Gemeinderat haben sie das Projekt Mehrgenerationenpark für 927’000 Franken erarbeitet. Dieses war am Dienstagabend traktandiert und besteht aus einer Skateranlage, welche sich für Anfänger und fortgeschrittene Skateboard-, BMX- und Trottifahrer gleichermassen eignet. Ergänzt wird die Anlage durch einen Spielplatz, einen Bereich für Körpergewichtstraining, eine Bocciabahn sowie diverse Sitzgelegenheiten.

Standort sorgfältig gewählt

«Das Ziel war es, etwas positives zu Schaffen, von dem alle profitieren können», sagte Katharina Stucki (Vereinigung der Parteilosen), die als Vorsteherin des Ressorts Gesundheit und Soziales das Projekt für den Gemeinderat vorstellte. Auch der Standort in der Hochweid sei sehr sorgfältig gewählt worden. «Wichtige Gesichtspunkte dabei waren beispielsweise, dass die Anlage gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar und eine Infrastruktur mit WC und Verpflegungsmöglichkeiten vorhanden ist.»

Das Vorhaben der Jugendlichen und des Gemeinderats stiess auf Widerstand. Eine Anwohnerschaft rund um Regula Vannod befürchtete im Vorfeld der Gemeindeversammlung eine massive zusätzliche Lärmbelastung und propagierte einen Standort an der Nidelbadstrasse, zwischen Pfadiheim und Tennisclub, direkt an der Autobahn. An der Gemeindeversammlung wurde sie unterstützt von Edith Häusler, Präsidentin der Grünen und Sprecherin der Interessengemeinschaft Stockengut. Sie sagte: «Wir bieten Hand für einen solchen Park, aber nicht auf diesem Land.» Dieses müsse weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. «Wir müssen uns entscheiden, ob wir unser Kulturland nachhaltig erhalten wollen oder es häppchenweise verschwinden lassen.»

Projekt wurde angenommen

Edith Häusler wurde unterstützt von der GLP. Deren Präsident Urs Zollinger befand, dass in Kilchberg kaum mehr Ackerland vorhanden sei und dieses darum geschützt werden müsse. Ruedi Brunner, ein «mehrheitlich zufriedener Kilchberger», wie er sich selber vorstellte, unterstellte der Gemeinde, dass sie das Projekt überdimensioniert habe, da die Jugendlichen ursprünglich nur nach einem Skaterpark gefragt haben und nicht nach einem Mehrgenerationenpark. Walter Andernau war ebenfalls gegen das Projekt, und zwar «dezidiert gegen den Standort.» Er sei Historiker und berichtete, dass die Kilchbergerinnen und Kilchberger seit 1982 für diesen grünen Streifen gekämpft hätten. Auch er propagierte den Standort an der Nidelbadstrasse.

Gemeinderätin Katharina Stucki wiederum sah die Schwächen eines Standorts bei der Nidelbadstrasse darin, dass die Jugendlichen dabei an einen Ort abgeschoben würden, der nicht zentral erreichbar sei. Zudem gebe es dort keine vorhandene Infrastruktur. «Letztlich steht die Frage im Zentrum, ob wir die Jungen als eine Bereicherung für die Gesellschaft erachten und sie ins Gemeindeleben integrieren wollen oder ob sie ihre Freizeit dort verbringen müssen, wo sie niemanden stören», sagte Stucki.

Dieses Argument schien zu ziehen. Das Projekt wurde schliesslich mit 168 zu 97 Stimmen angenommen.