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Verdacht auf MenschenhandelDie Hölle von Gstaad

12-Stunden-Tage, kein Wochenende und 2700 Franken Lohn für zwei Monate schuften: Im Berner Nobelkurort soll ein Ehepaar jahrelang junge Frauen ausgebeutet haben – und niemand schöpfte Verdacht.

Illustration: Benjamin Güdel

In den letzten Wochen vor der Festnahme habe eine merkwürdige Stimmung im Mehrfamilienhaus geherrscht, wird eine Nachbarin später den Ermittlungsbehörden erzählen. Wenn sie abends nach Hause kam, habe sie häufig eine Türe knallen hören. Geräusche, «wie wenn jemand wegrennen und sich verstecken würde».

Jahrelang gingen im Mehrfamilienhaus in der Nähe von Gstaad junge Frauen ein und aus. Sie blieben für einige Wochen, manchmal auch für Monate. Frühmorgens verliessen sie das Haus, stiegen in ein Auto und wurden auf die edlen Chalets und noblen Hotels an den Saanenländer Berghängen verteilt. Dort putzten sie, hüteten die Kinder der reichen Kundschaft, wuschen deren Wäsche. Erst spätabends kehrten sie wieder nach Hause zurück.

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