Zum Hauptinhalt springen

Vorwurf des Antisemitismus in Wiesendangen«Die Grenze dessen, was man sagen darf, hat sich verschoben»

Nach Vorfällen in Zürich und Wiesendangen: Die Judenfeindlichkeit habe in der Pandemie zugenommen, sagt Dina Wyler von der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus.

Die Hälfte der befragten jüdischen Menschen in der Schweiz gibt an, Antisemitismus zu erleben: Videoüberwachung an der jüdischen Schule in Zürich.
Die Hälfte der befragten jüdischen Menschen in der Schweiz gibt an, Antisemitismus zu erleben: Videoüberwachung an der jüdischen Schule in Zürich.
Foto: Keystone

In Wiesendangen wurde eine Schülerin mutmasslich als «Judensau» beschimpft, ein jüdischer Rekrut erlebt groben Antisemitismus in der Armee, ein jüdisches Online-Treffen wird von vermummten Rassisten gestört. Was ist los?

Einige dieser Vorfälle liegen schon einige Jahre zurück. Klar ist aber, dass der Antisemitismus in Krisenzeiten weltweit einen Aufschwung erlebt hat. Auch in der Schweiz ist zu beobachten, dass es seit Ausbruch der Corona-Krise vor allem in Chatforen wie Telegram zu antisemitischen Vorfällen kommt.

Corona und Antisemitismus – worin besteht der Zusammenhang?

Wir erleben gerade eine Zeit mit vielen Fragezeichen. Viele Menschen sind verunsichert und suchen nach einfachen Erklärungen in einer komplexen Welt. Darum sind sie empfänglich für Verschwörungstheorien, die ihnen einen Schuldigen bieten, und oft trifft es eben die Juden. Beispielsweise ist wieder vermehrt die Rede von der angeblichen kleinen Elite aus mächtigen Juden, welche hinter den Kulissen die Strippen zieht und versucht, die Welt zu beherrschen. Gemäss einer ZHAW-Studie sind bis zu 30 Prozent der Schweizer Bevölkerung bis zu einem gewissen Grad empfänglich für Verschwörungstheorien.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.