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Podcast «Politbüro»Die böse Diktatur der Städter

Ab wann gerät eine Demokratie ausser Balance? Darf die Stadt dem Land ihren Willen aufzwingen? Gefährdet das Jagdgesetz unseren inneren Zusammenhalt? Und damit: Herzlich willkommen im «Politbüro», dem Politik-Podcast von Tamedia.

Der Wolf ist tot! Beim Jagdgesetz, das den Wildtierbestand regulieren soll, stossen zwei Schweizer Weltbilder aufeinander.
Der Wolf ist tot! Beim Jagdgesetz, das den Wildtierbestand regulieren soll, stossen zwei Schweizer Weltbilder aufeinander.
Foto: Keystone

Fünf Fragen müssen die Schweizerinnen und Schweizer am Abstimmungssonntag vom 27. September beantworten, bei einer scheinen sie sich noch nicht ganz sicher. Taugt das neue Jagdgesetz etwas? Oder gefährdet es unsere Artenvielfalt? Dabei geht es um mehr als um den Wolf oder den Luchs; die Vorlage ist auch demokratiepolitisch interessant. Ist es in Ordnung, wenn eine Mehrheit in den Städten und Agglomerationen über etwas entscheidet, das am Schluss Konsequenzen für die Menschen in den ländlichen Gebieten hat? Wann kippt die Balance? Was muss die Minderheit aushalten?

Ausserdem Thema im «Politbüro»: die Zukunft unserer europäischen Beziehungen. Wie geht es weiter mit dem Verhältnis zur EU, wenn die Begrenzungsinitiative der SVP abgelehnt wird? Wird dann der Rahmenvertrag wieder zum Thema? Und warum redet eigentlich heute niemand über diesen Vertrag? Darüber und über andere Fragen reden Raphaela Birrer, Christoph Lenz und Philipp Loser in der aktuellen Ausgabe des «Politbüro», dem Politik-Podcast von Tamedia.

51 Kommentare
    Barbara Dahortsang

    Wenig sinnvoll, hier den alten Gegensatz Stadt/Land zu bemühen, um Emotionen zu schüren. Sachlich geht es um unseren auf demokratischem Wege eingerichteten bundesweiten Tierschutz, der nun durch eine Annahme des neuen Jagdgesetzes massiv ausgehöhlt würde. Das wäre verheerend und darf nicht passieren.

    Man schaue doch bitte, wer alles gegen das revidierte Jagdgesetz ist. Tierschützer natürlich, auch Förster und sogar Jäger. Das sind doch Leute, die Ahnung von der Natur haben. Die Idee, dass Schaf- und Geissherden auf Alpen unbewacht grasen müssten, ist hingegen reichlich seltsam. Die Argumente von Föderalismus und mehr Demokratie usw. sind fadenscheinig. Die Befürworter möchten anscheinend mit der Flinte losmarschieren, dies auch "vorbeugend", und keine spezielle Bewilligung von Bern mehr für Abschüsse geschützter Wildtiere einholen müssen. Für den Kanton soll dann eine "Begründung" ausreichen. Wolfsrisse, wovon man so schaurige Fotos publizieren kann, sind aber m.W. nur die wenigsten der verendeten Weidetiere. Die weitaus meisten sterben sich selbst überlassen durch Krankheit, verunfallen, verlaufen sich, stürzen ab. Daran ist nicht der Wolf schuld, und auch nicht der Stadtmensch.