Zum Hauptinhalt springen

Miniatur des AlltagsDer Wecker des Grauens

Ihr kaputtes Handy trieb die Autorin in die Verzweiflung.

Eine kleine Geschichte aus dem Alltag.
Eine kleine Geschichte aus dem Alltag.
Illustration: Olivier Samter

Bei diesem Titel denkt wohl so mancher Leser, dass er auch einen Wecker des Grauens zu Hause habe. Die Vorstellung, dass man gemütlich im warmen, weichen Bett liegt, und plötzlich fängt dieses Ungetüm an zu scheppern und zu läuten, behagt den wenigsten Menschen. Noch schlimmer als ein «normaler» Wecker, der einen brutal aus dem Schlaf reisst, ist ein Wecker, über den man die Kontrolle verloren hat.

So ist es mir letztens mit meinem Handywecker ergangen. Als mein Natel beziehungsweise das Display kürzlich kaputt ging, machte ich mir noch keine Gedanken. Am nächsten Morgen um 6 Uhr zeigte sich dann, dass das Mobiltelefon zwar unbrauchbar war, aber keineswegs in allen Belangen den Geist aufgegeben hatte. Der Wecker funktionierte nämlich einwandfrei. Das Ding ausmachen oder zumindest die Lautstärke reduzieren konnte ich allerdings nicht mehr. Höhnisch und durchdringend tutete das Gerät weiter, während meine Finger hektisch und völlig erfolglos über das schwarze Display wischten. Schlimmer noch: Der Wecker war im Schlummermodus. Kaum stoppte ein Alarm, erklang auch schon der nächste. Sich noch einmal zu drehen, war unter diesen Voraussetzungen hoffnungslos. Immerhin übertönte in der Dusche das Rauschen des Wassers dieses sadistische Monster eines Weckers. Am Sonntag legte ich das Gerät dann vorsorglich in mein Auto in der Tiefgarage. Nach vier Tagen war der Akku endlich aufgebraucht und das Handy mitsamt Wecker wirklich tot.