Bezirksgericht

Der Tacho zeigte 144 km/h an

Ein junger Mann ist ausserorts fast 60 Stundenkilometer zu schnell gefahren. Das Bezirksgericht Andelfingen hat ihn deshalbam Dienstag verurteilt.

Ein Schweizer wurde mit 144 Stundenkilometern auf einer 80er-Strecke geblitzt.

Ein Schweizer wurde mit 144 Stundenkilometern auf einer 80er-Strecke geblitzt. Bild: Symbolbild/Keystone

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Er sei sich hohe Geschwindigkeiten gewohnt, sagte der Beschuldigte am Rande der Gerichtsverhandlung. «Ich bin schon mehrmals auf Rennstrecken gefahren.» Er, 23-jähriger Schweizer, wohnhaft im Zürcher Oberland, als Logistiker angestellt, musste sich am Dienstagmorgen vor dem Bezirksgericht Andelfingen verantworten. Er erschien ohne Verteidiger. Der Staatsanwalt warf ihm gemäss Anklageschrift vor, die Verkehrsregeln grob verletzt zu haben. Statt der erlaubten 80 Stundenkilometer war er auf der Andelfingerstrasse von Flaach herkommend mit 144 Stundekilometern geblitzt worden.

«Wollten Sie zeigen, was der Wagen hergibt?»Richter

Grillieren auf einer Kiesbank an der Thur war der Plan gewesen. Seine Freundin sass auf dem Beifahrersitz. «Wollten Sie zeigen, was der Wagen hergibt?», fragte der Richter. «Damit würde ich nie angeben», antwortete der Beschuldigte. «Gab es sonst einen Grund zum Pressieren?», fragte der Richter weiter. «Nein», sagte der junge Mann, der im Kapuzenpullover und Dächlikappe dasass. «Es war reiner Unsinn.» Er habe keineswegs Mühe, sich an Geschwindigkeitslimiten zu halten. Und auf die Frage, ob er 80 Stundenkilometer ausserorts als zu tief erachte, antwortete er: «Das kann man so nicht sagen, denn es kommt auf die Situation an.»

«Rasergesetz zu hart»

Dass er zu schnell gefahren war, bestritt er nicht. Und auch zum geforderten Strafmass von zehn Monaten Freiheitsstrafe bedingt mit einer Probezeit von drei Jahren hatte er nichts hinzuzufügen. «Ich kann die Verantwortung von dem, was ich gemacht habe, übernehmen.» Auch wenn er niemanden gefährdet habe und er das Rasergesetz als zu hart einstufe. Als Raser gilt, wer ausserorts mindestens 60 Stundenkilometer zu schnell fährt. Beim Beschuldigten waren es nach Abzug einer Sicherheitsmarge von sechs Stundenkilometern noch 58 Stundenkilometer.

Es geschah allerdings nicht zum ersten Mal, dass er die Geschwindigkeitslimite überschritt und dabei erwischt wurde. Während der Befragung stellte sich heraus, dass er im vergangenen Jahr einmal verwarnt worden war und einmal gar den Ausweis abgeben musste.

«Es war reiner Unsinn.»Beschuldigter

Beide Male war er mit einer zu hohen Geschwindigkeit in einen Bereich mit einer tiefer signalisierten «reingerollt», wie er sagte. Einmal mit 107 Stundenkilometern in einen Tempo-80-Bereich und einmal mit 71 Stundenkilometern in einen Tempo-50-Bereich. Davor war er gar in einen Unfall verwickelt gewesen, allerdings mit einem Motorrad. Daraufhin hatte er den Führerausweis ebenfalls abgeben müssen.

Strafe wie beantragt

Das Gericht sprach den jungen Mann schuldig und bestrafte ihn, wie vom Staatsanwalt beantragt, mit zehn Monaten Freiheitsstrafe bedingt und einer Probezeit von drei Jahren. Ob er sich bewusst sei, dass er sich nun nichts mehr zuschulden kommen lassen dürfe, fragte ihn der Richter. «Sonst besteht ein hohes Risiko, dass Sie für mindestens sechseinhalb Monate einrücken müssen. Ihr Job wäre weg.»

«Das wäre Scheisse», antwortete der Beschuldigte. Doch ein schweres Vergehen gegen die Verkehrsregeln werde es nicht mehr geben, versicherte er.

Erstellt: 23.01.2019, 12:00 Uhr

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