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VorstellungDer stille Überflieger

Der Tiguan ist nicht nur in der Schweiz der meistverkaufte VW – er hat den Spitzenplatz gleich weltweit übernommen. Nun wird der kompakte SUV mit einem Update fit für die kommenden Jahre gemacht.

Der weltweit meistverkaufte VW wurde optisch sanft überarbeitet und technisch ins Hier und Jetzt geholt.
Der weltweit meistverkaufte VW wurde optisch sanft überarbeitet und technisch ins Hier und Jetzt geholt.
Foto: PD
Die Baureihe wird um eine Sportvariante und um ein Plug-in-Modell ergänzt. Eine Coupé-Version wird es nicht geben.
Die Baureihe wird um eine Sportvariante und um ein Plug-in-Modell ergänzt. Eine Coupé-Version wird es nicht geben.
PD
Neues digitales Cockpit, neues Infotainmentsystem, neue Touch-Bedienelemente: Das Cockpit wurde merklich modernisiert.
Neues digitales Cockpit, neues Infotainmentsystem, neue Touch-Bedienelemente: Das Cockpit wurde merklich modernisiert.
PD
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Würde man eine Umfrage machen, welches das meistverkaufte Modell von VW sei, wäre das Ergebnis eindeutig – na klar, der Golf! Doch tatsächlich wurde der langjährige Bestseller inzwischen vom Thron gestossen, und das von einem Modell, das man dafür nicht zwingend auf der Rechnung hatte – dem Tiguan. Letztes Jahr verkaufte sich der 4,5 Meter lange SUV, den es auch in einer elf Zentimeter längeren Variante mit sieben Sitzen gibt, weltweit über 910’000-mal, während der Golf mit 679’000 verkauften Einheiten noch hinter den Polo auf den internen Bronze-Rang abrutschte. In der Schweiz lag 2019 der Tiguan auf Gesamtrang 2 der Verkaufscharts und mit 7018 Einheiten immerhin noch gut 400 Stück vor dem einstigen Spitzenreiter Golf. Dieser Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort: Der Tiguan liegt per Ende Mai mit 1836 Einheiten weiterhin auf dem zweiten Platz, während der Golf auf Rang 10 abgerutscht und damit sogar noch hinter dem Nutzfahrzeug T6 gelandet ist. Und das, obwohl der Golf erst kürzlich in einer komplett neuen Modellgeneration lanciert wurde.

Neue Sportversion, neuer Plug-in

Der Tiguan hat sich also in den zwölf Jahren, in denen er auf dem Markt ist, zum wichtigsten Modell für Volkswagen entwickelt. Über 6 Millionen Stück wurden bereits in Umlauf gebracht, alle 35 Sekunden läuft einer vom Band, und das nicht nur am Stammsitz in Wolfsburg, sondern auch in Mexiko, Russland und China. In Europa ist der Tiguan der meistverkaufte SUV überhaupt, und sein Segment der Kompakt-SUV weist weltweit das schnellste Wachstum auf – der stille Überflieger wird also in nächster Zeit kaum vom Spitzenplatz verdrängt werden können, da kann VW noch so fest die Werbetrommel für den Elektrowagen ID.3 rühren. Logisch also, dass die Wolfsburger alles daransetzen, um die Erfolgsgeschichte Tiguan zu kultivieren. Dafür wurde nun die seit 2016 angebotene, zweite Modellgeneration optisch und technisch überarbeitet.

Dabei fährt VW die gleiche Strategie wie bei anderen Baureihen auch. Oben wird mit dem Tiguan R ein sportliches Topmodell hinzugefügt, mit 320 PS, Sportfahrwerk, komplett deaktivierbarem ESP und optionaler Auspuffanlage von Spezialist Akrapovic. Als Ausgleich dazu wird eine sparsame Variante mit Plug-in-Hybridantrieb lanciert, die dem Hersteller hilft, den CO2-Schnitt nach unten zu drücken. Das eHybrid genannte Modell soll dank einer Batterie mit einer Kapazität von 13 kWh rund 50 Kilometer weit rein elektrisch fahren können, die maximale Systemleistung beträgt 245 PS. Allerdings wird es den PHEV nur für die kürzere Variante und nicht für den langen Tiguan Allspace geben. Und obwohl dies Studien haben vermuten lassen, wird es keine SUV-Coupé-Version geben, wie Mediensprecher Philipp Dörfler bestätigt: «Die sportliche Variante wird der Tiguan R sein. Ein Coupé ist nicht geplant.»

In der digitalen Welt angekommen

Hinzu kommt neben einem leichten Facelift aussen ein neues Cockpitlayout und ein umfangreiches Software-Update. Das Infotainmentsystem wurde auf den neuesten Stand gebracht, verfügt nun über eine Volltext-Sprachsteuerung und kann auch Streamingdienste wie Apple Music integrieren. Ein volldigitales Cockpit hat der Tiguan jetzt auch, sofern man in der Optionenliste das entsprechende Häkchen setzt. Gleiches gilt für das neue Ambientlicht im Innenraum. Die Klimaanlage wird neu über Touch-Tasten und -Felder gesteuert. Ausserdem sind nun LED-Matrix-Scheinwerfer erhältlich, leider ebenfalls nur gegen Aufpreis. Und auch die Assistenzsysteme wurden erweitert: Neu kann der Tiguan mit dem Travel Assist bis 210 km/h teilautonom auf der Autobahn verkehren, die permanente Achtsamkeit des Fahrers (und freie Autobahnen) natürlich vorausgesetzt.

Die bereits bekannten Motoren bleiben weiterhin im Angebot. Der 2-Liter-Turbodiesel mit wahlweise 150, 190 oder 240 PS erhält in allen Varianten das sogenannte Twindosing: Ein zweiter SCR-Katalysator sorgt dabei für eine effizientere Reduktion der Stickoxide. Alle Selbstzünder sind mit dem Allradantrieb 4-Motion kombiniert. Bei den Benzinern bleibt es beim 1,5-Liter-Einstiegsmodell mit 150 PS und Frontantrieb sowie einem 2-Liter-Turbobenziner mit 190 oder 230 PS, beide mit Allradantrieb. Die Markteinführung ist im Herbst, Preise stehen noch nicht fest.

Ende Jahr wird der Tiguan erstmals auch als Plug-in-Hybrid angeboten werden.
Ende Jahr wird der Tiguan erstmals auch als Plug-in-Hybrid angeboten werden.
Foto: PD
3 Kommentare
    Urs Paul

    Schade gibt es den PlugIn nur in kurz. Es gibt auch Familien mit Hund, die Platz brauchen und auf der Kurzstrecke gerne mit Strom unterwegs wären.

    VW: Noch einmal überdenken.