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Grundeinkommen gegen CoronaDen Ärmsten helfen – in unserem Interesse

Eine vorübergehende soziale Mindestabsicherung für die Ärmsten in Entwicklungsländern ist Voraussetzung dafür, das Coronavirus erfolgreich eindämmen zu können.

In Entwicklungsländern gibt es so etwas wie Kurzarbeit, Arbeitslosengeld und Liquiditätshilfe für Kleinunternehmen kaum.
In Entwicklungsländern gibt es so etwas wie Kurzarbeit, Arbeitslosengeld und Liquiditätshilfe für Kleinunternehmen kaum.
Foto: Abd Raouf (Keystone)

Wir bezahlen viel Geld, damit durch die Corona-Krise keine schweren wirtschaftlichen Langzeitschäden zurückbleiben. Alle reichen Länder haben Programme eingeführt, die bis in die Billionen ihrer jeweiligen Währung gehen. Das war notwendig und ist langfristig auch finanziell die günstigere Variante.

Doch Entwicklungsländer können sich das nicht leisten. Für die Ärmsten dort haben Hygienemassnahmen, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, grausame Konsequenzen. Viele verlieren damit ihr mageres Einkommen am Rande des Existenzminimums oder darunter. So etwas wie Kurzarbeit, Arbeitslosengeld und Liquiditätshilfe für Kleinunternehmen gibt es dort kaum. Ohne Hilfe können sich die Ärmsten aber die Corona-Prävention schlicht nicht leisten. Wer hungert, setzt andere Prioritäten.

«Wenn Länder mit mehr als vier Fünfteln der Weltbevölkerung sich die Hygienemassnahmen nicht leisten können, wird es schwer sein, das Virus aufzuhalten.»

Deshalb hat die Entwicklungshilfeorganisation der Vereinten Nationen (UNO) für die Ärmsten, und nur für sie, ein bescheidenes Grundeinkommen für eine beschränkte Zeit vorgeschlagen. Das macht Sinn.

Eine solche Massnahme ist nicht einfach umzusetzen, das gesteht auch die UNO ein. Doch die Hürden sind zu überwinden, wenn die reichen Länder klar signalisieren, dass sie das Mögliche tun, um mitzuhelfen. Diese Hilfe kann nur finanzieller Art sein. Doch die UNO denkt nicht an zusätzliches Geld. Bereits ein vorübergehender Verzicht auf die Rückzahlung von Schulden und Zinsen aus diesen Ländern würde reichen.

Es handelt sich um eine dringende Notmassnahme. Das Ziel ist nicht, die Armut zu beseitigen. Es geht um mehr als eine Geste der Solidarität. Es geht darum, das Virus einzuschränken. Wie bei vielen anderen teuren Massnahmen auch. Denn wenn Länder mit mehr als vier Fünfteln der Weltbevölkerung sich die Hygienemassnahmen nicht leisten können, wird es schwer sein, das Virus aufzuhalten. Wir haben bereits gesehen, wie sehr im Zusammenhang mit dieser Krankheit alle global voneinander abhängig sind.