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Neues Swisscom-Angebot «Blue»Das sind die Stolpersteine für die Kunden

Die Swisscom stellt ihre bekannten Unterhaltungsprodukte unter der Dachmarke Blue neu auf. Worauf die Konsumenten jetzt achten müssen.

Daran müssen sich die Kunden erst gewöhnen: Aus Swisscom TV wird neu Blue TV.
Foto: PD

Was Tamedia bereits vergangene Woche berichtet hatte, ist am Dienstag von der Swisscom bestätigt worden. Der Marktführer bündelt sein Unterhaltungsangebot neu unter der Wortmarke Blue. Diese Punkte müssen die Kunden nun beachten.

Vier Marken verschwinden

Die Umfirmierung in Blue betrifft vier historisch gewachsene Marken der Swisscom: die Kinokette Kitag, den Bezahlsender Teleclub, die Fernsehplattform Swisscom TV sowie das Online-Portal Bluewin. Aus Kitag wird Blue Cinema, aus Teleclub wird Blue Plus, aus Swisscom TV wird Blue TV und aus Bluewin wird Blue News. Mit dem neuen Oberbegriff bezweckt der staatsnahe Betrieb, Übersicht ins Markenchaos zu bringen.

Das ist neu

Die Swisscom bietet nicht nur neue Streaming-Dienste an. Diese sind nun auch unabhängig von einem Internet-Abo und TV-Abo erhältlich. Bislang war es so, dass Kunden Teleclub nur zusammen mit einem solchen Abo abschliessen konnten. Die neuen Angebote können Kunden via App auf dem Smartphone oder Tablet nutzen.

Fussball und Eishockey

Gut zu wissen für Kunden von Konkurrent UPC: Der grösste Kabelnetzbetreiber schaltet Blue Plus auf seiner eigenen TV-Plattform Horizon auf. Im Gegenzug bietet die Swisscom den UPC-Bezahlsender Mysports auf Blue TV an. Die Kunden beider Telecomanbieter können so sowohl Schweizer Fussball als auch Schweizer Eishockey schauen. Dazu haben die Swisscom und UPC einen Vertriebsvertrag für mehrere Jahre unterzeichnet. Bislang hielt UPC die exklusiven Fernsehrechte am Eishockey und die Swisscom am Fussball, weshalb die Sportprodukte an die Anbieter gebunden waren. Das Sportpaket bei Swisscom kostet 29.90 Franken im Monat.

Das sind die Haken

Die bezahlpflichtigen neuen Streaming-Angebote auf Blue TV umfassen nebst Sport auch Dokumentarfilme sowie Serien und Spielfilme. Allerdings sind die Sportübertragungen und Dokumentarfilme nur zum Ausstrahlungszeitpunkt verfügbar. Sie können also nicht zeitversetzt mit der Replay-Funktion nachgeschaut werden. «Konsumenten sind im Jahr 2020 anderes gewohnt», sagt dazu Branchenkenner Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Moneyland.ch. Ausserdem gilt für die Streaming-Dienste eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten.

Automatische Installation

Die Swisscom stellt seine bestehenden Kunden automatisch auf das neue Angebot um. Dazu beginnen ab Mittwoch entsprechende Aufdatierungen der Software, etwa für die TV-Boxen zu Hause. Bis sämtliche Haushalte umgestellt sind, dürfte es etwa eine Woche dauern. Die Bluewin-Mail-Adressen bleiben erhalten.

Videospiele ab 2021

Mit Blue Gaming kündigte die Swisscom für kommendes Jahr auch ein Angebot für den wachsenden Markt der Videospieler an. Zu den Details hält sich das Unternehmen allerdings bedeckt. Wie diese Zeitung erfahren hat, soll es sich aber um einen Cloud-Dienst für Gelegenheitsspieler handeln. Für einen noch nicht festgesetzten Tarif können die Nutzer via TV-Box unlimitiert Videospiele aus der Datenwolke beziehen.

2 Kommentare
    Sacha Meier

    Wenn der staatskontrollierte Konzern Swisscom AG schon ins Geschäft mit Online-Spielen einsteigt, wäre auch der Schritt ins Onlinecasino-Business zwingend. Und auch eine Online-Zahlungsdienstleistung samt Online-Krediten und Online-Börsenhandel wäre angebracht. Mindestens halten es die chinesischen Staatskonzerne China Telecom und Alibaba so. Da ist wirklich alles unter einem Dach. Und mit verschiedenen Brands entsteht auch ein gesunder, intransparenter Scheinwettbewerb, der den Konsumenten eine lebhafte Marktwirtschaft vorgaukelt. Wie das etwa die Migros mit der Scheinkonkurrentin Denner (eine 100% Migros-Tochter), oder mit OBI macht. Neben der Volksrepublik China ist unser Land mit seiner unantastbaren Hochpreisinsel das zweite Land, das Ernst macht mit dem hochrentablen Staatskapitalismus. Darum ist unser zweitgrösster Immobilienkonzern, die SBB Immobilien AG mit angehängtem Bahnnebengeschäft, nach der SNB AG und der Swisscom AG gleich die drittgrösste CashCow.