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Neue Ära in SpitallandschaftSee-Spital macht sich grösste Schweizer Spitalkette zum Partner

Das See-Spital geht mit der Hirslanden-Gruppe eine Kooperation ein. Diese ebnet den Weg in die Zukunft und bringt vor allem Sicherheit.



Das See-Spital Horgen geht eine weitere Partnerschaft ein. Im Bild der Standort in Horgen


Das See-Spital Horgen geht eine weitere Partnerschaft ein. Im Bild der Standort in Horgen
Foto: Patrick Gutenberg

Das See-Spital und die Hirslanden-Gruppe machen gemeinsame Sache. Schon länger arbeiten die beiden Spitäler in gewissen Bereichen zusammen, am Donnerstag aber haben sie ihre Kooperation offiziell verkündet. Damit soll die Zusammenarbeit weiterentwickelt und verstärkt werden. Von einer Fusion ist jedoch nicht die Rede, bleiben doch beide Spitäler eigenständig. Das Ziel der Kooperation: Synergien nutzen und für eine langfristige Spitalabdeckung in der Region sorgen.

Mit dem See-Spital und der Hirslanden-Gruppe bekennen sich zwei bedeutende Institutionen zueinander. Erstere als grösster Arbeitgeber im Bezirk Horgen und Letztere als grösste private Spitalkette des Landes. Bedeutend ist die verstärkte Zusammenarbeit vor allem für das See-Spital. Noch im September verkündete es in einer Mitteilung an die Angestellten, dass das Spital vor einem Umbruch stehe. Das dürfte bei manchen Mitarbeitenden für Unsicherheit gesorgt haben. Das See-Spital gab auch an, Gespräche mit mehreren Kooperationspartnern zu führen.

«Verkauf ist vom Tisch»

Die Kooperation ist für das See-Spital ein Coup und ebnet den Weg in eine sicherere Zukunft. Damit kann es Gerüchte widerlegen, dass das See-Spital gefährdet sei.

«Dass wir unsere Zusammenarbeit nun mit der Hirslanden-Gruppe intensivieren können, stärkt das See-Spital», sagt Direktor Markus Bircher und ergänzt: «namentlich den Standort Kilchberg.» Die Spitalleitung überlegte sich im September noch, das ganze stationäre Angebot am grösseren Standort in Horgen zu konzentrieren. Stiftungsratspräsident Lorenzo Marazzotta sagte damals gegenüber dieser Zeitung gar, dass auch ein Verkauf des Standorts zur Diskussion stehe, wenn die geplante Strategie nicht umgesetzt werden könne.

Für Markus Bircher, Spitaldirektor des See-Spitals, kommt ein Verkauf des Standorts Kilchberg nicht in Frage.
Für Markus Bircher, Spitaldirektor des See-Spitals, kommt ein Verkauf des Standorts Kilchberg nicht in Frage.
Archivfoto: Manuela Matt

Markus Bircher macht nun klar: «Unabhängig von der Kooperation mit der Hirslanden-Gruppe wollen wir die Zweistandortstrategie weiterverfolgen. Ein Verkauf ist vom Tisch.» Der Standort Kilchberg als traditionelles Belegarztspital soll also bestehen bleiben.

Hirslanden will investieren

Doch was ändert sich denn nun eigentlich? Sicher ist, dass die Hirslanden-Gruppe und ihre Ärzte Spezialsprechstunden am See-Spital etablieren dürfen. Die Ärzte aus Horgen und Kilchberg sollen im Gegenzug die Möglichkeit erhalten, spezialisierte Eingriffe an der Klinik Im Park in Zürich-Enge durchzuführen. «Das bedeutet für unsere Mitarbeiter eine grosse Sicherheit und Perspektiven», sagt Bircher. Man wolle auch weiteren Belegärzten der Hirslanden den Zugang zum See-Spital ermöglichen.

Wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung heisst, wolle Hirslanden zudem in neue Angebote oder in den Ausbau bestehender Angebote an den Standorten Kilchberg und Horgen investieren. Markus Bircher wollte sich noch nicht in die Karten schauen lassen, welche Leistungen betroffen sein könnten. Er sagt: «Wir werden nun klären, in welchen Fachgebieten die Zusammenarbeit am meisten Sinn macht, und dann wieder informieren.» Dies bestätigt auch die Hirslanden-Gruppe und präzisiert: «Vorgesehen ist eine Zusammenarbeit in den Bereichen, in denen das See-Spital Leistungsaufträge hat.» In gewissen Bereichen arbeiten die beiden Spitäler denn auch schon heute zusammen, wie beispielsweise bei der Behandlung von Brustkarzinomen.

Wohl nicht der letzte Partner

Die Hirslanden-Gruppe betreibt in der Schweiz 17 Kliniken in 10 Kantonen. Sie ist auch bekannt für das grosse Angebot für Privatpatienten. Fliesst diese Stossrichtung im See-Spital nun mit ein? «Wir bleiben ein Spital für alle», sagt Bircher klar und verweist darauf, dass das See-Spital schon heute ein Angebot für Privatpatienten habe, das jenem der Hirslanden-Gruppe «mindestens ebenbürtig ist».

Die Kooperation mit der Hirslanden-Gruppe ist nicht die erste. Das See-Spital unterhält bereits andere, wenn auch kleinere Partnerschaften. So zieht 2021 in Horgen die Urologiepraxis Uroviva ein. Ein Teil der Spitalliegenschaft in Kilchberg ist zudem seit 2012 an die Rehaclinic-Gruppe vermietet.

Mit Letzterer hat das See-Spital ebenfalls Gespräche über eine intensivierte Zusammenarbeit geführt. Das sei noch immer offen, sagt Bircher und ergänzt: «Die Kooperation mit der Hirslanden-Gruppe hat keinen Einfluss auf das Verhältnis mit der Rehaclinic.»