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Musik in der Schule Oberrieden«Das gemeinsame Musizieren wird den Gemeinschaftssinn stärken»

An der Schule Oberrieden startet nach den Sommerferien das dreijährige Pilotprojekt «Klassenmusizieren». Dafür hat die Schule 50 Blasinstrumente angeschafft.

Die Viertklässler der Schule Oberrieden werden ein Jahr lang das Spielen eines Blasinstruments erlernen.
Die Viertklässler der Schule Oberrieden werden ein Jahr lang das Spielen eines Blasinstruments erlernen.
Symbolbild:  Adrian Moser

Schon bald werden einige Oberriedner Kinder in unbekannte musikalische Gefilde eintauchen. Wie die Schulpflege Oberrieden in einer Mitteilung schreibt, startet nach den Sommerferien nämlich ein neues Projekt mit dem Namen «Klassenmusizieren». Das dreijährige Pilotprojekt soll Schülerinnen und Schüler der vierten Primarstufe in die Welt der Musik einführen: Jeweils für ein ganzes Jahr erhalten die Kinder ein Blasinstrument. Zur Auswahl stehen Querflöte, Klarinette, Saxofon, Trompete, Posaune, Baritonhorn oder Tuba. Das Projekt stand im letzten Jahr zur Diskussion an der Gemeindeversammlung und wurde von der Oberriedner Bevölkerung gutgeheissen.

«Ganzheitliches Musikerlebnis»

«Die Schule Oberrieden hat für das Projekt 50 Instrumente angeschafft», sagt Verena Reichmuth-Graf (parteilos) auf Anfrage. Die Schulpräsidentin ist «sehr gespannt», wie das Experiment verlaufen wird. Sie erklärt, dass das Projekt während der regulären Musikunterrichtsstunden stattfindet. «Es soll ein ganzheitliches Musikerlebnis werden» sagt sie. Den zwei Primarschulklassen wird Musik in allen Facetten erklärt werden. «Über das Hören, die Bewegung und durch das Singen sollen die Kinder an das neue Instrument herangeführt werden», erklärt Reichmuth-Graf.

Dabei werden alle Kinder als Anfänger beginnen. Schüler, die bereits Erfahrung mit einem der Instrumente gesammelt haben, müssen ein anderes Musikinstrument wählen. Eine Musiklehrerin der Musikschule Thalwil-Oberrieden mit einer Zusatzausbildung unterrichtet die jeweilige Klasse. Erst im Herbst werden sich die Kinder dann definitiv für ein Instrument entscheiden – davor sollen sie die Möglichkeit erhalten, auszuprobieren. Im Zentrum des Projekts steht dabei das Gemeinschaftserlebnis. «Es geht um mehr als reinen Instrumentalunterricht. Die Schüler werden durch das gemeinsame Musizieren ihre Teamfähigkeit und Rücksichtnahme stärken», sagt Reichmuth-Graf.

Entstanden ist das Projekt durch die Zusammenarbeit der Musikschule Thalwil-Oberrieden und der Schule Oberrieden. Die Idee des «Klassenmusizierens» ist jedoch nicht neu. Auch in anderen Gemeinden erlernen Kinder das Spielen von Streich- oder Blasinstrumenten. «Aber offenbar ist der Anfangserfolg für die Kinder ausgeprägter beim Lernen von Blasinstrumenten», sagt die Schulpräsidentin. Deswegen habe sich die Schule Oberrieden dafür entschieden.

Konzert am Ende des Jahres

«Das Projekt ist eine Chance, allen Kindern den Zugang zum Instrumentalunterricht und zum gemeinsamen Musizieren zu ermöglichen. Hoffentlich weckt es bei einigen Kindern längerfristig Freude an der Musik», sagt Reichmuth-Graf. Neben den regulären Musikstunden, wo die Klasse gemeinsam übt, erhalten die Kinder mehrmals pro Jahr Registerproben. Dort üben sie spezifisch das Spielen auf dem eigenen Blasinstrument. Am Ende des Schuljahres werden die Schülerinnen und Schüler ihre Eltern zu einem Bläserkonzert einladen können.

Die 50 Instrumente sind eine längerfristige Investition. Sie werden den Schülerinnen und Schülern für ein Schuljahr zur Verfügung gestellt, danach gereinigt und desinfiziert und der nächsten Klasse zur Verfügung gestellt. Insgesamt hat die Schule Oberrieden für die Anschaffung der Instrumente rund 50’000 Franken budgetiert. «Mit einem Unterstützungsbeitrag der Stiftung ‹Kind und Musik› hat sich der Betrag auf unter 40’000 Franken reduziert. Dafür sind wir dankbar», sagt Reichmuth-Graf.