Zum Hauptinhalt springen

ErtapptDas Ende der Einschränkungen begossen

Ein Gast feierte im Mai in einem Herrliberger Restaurant die ersten Lockerungen in der Corona-Krise. Fahrtüchtig war er danach nicht mehr.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Olivier Samter

Darauf hatten viele gewartet: endlich wieder in die Lieblingsbeiz, Freunde treffen, ein paar Gläser kippen, dem Coronavirus trotzen. Mitte Mai war es den Restaurants mit sehr strengen Schutzkonzepten und Einschränkungen wieder erlaubt, zu öffnen. In einem Restaurant in Herrliberg fand sich am 25. Mai ein Gast ein, der offensichtlich Anlass hatte, dies gross zu begiessen. Vielleicht lag es an der Tatsache, dass diese Beiz offen war, vielleicht auch daran, dass er selber Wirt eines anderen Etablissements ist.

Schon am Mittag kippte sich der 53-Jährige im Restaurant alkoholische Getränke hinter die Binde. Kurz vor 14 Uhr stieg er auf seinen Roller und fuhr in Richtung seines Wohnorts im Oberland. Auf der Seestrasse in Meilen fahrend spürte er offenbar den Alkohol. Er geriet auf die Gegenfahrbahn, streifte einen Wagen und hielt schliesslich an, nachdem er von der Lenkerin eines zweiten Wagens angehupt worden war. Die herbeigerufene Polizei stellte beim Töfffahrer einen Promillegehalt von 1,99 fest. Da muss einiges mehr die Kehle des Mannes hinuntergeflossen sein als zwei Gläser Wein.

Seinen Fahrausweis dürfte der Mann erst mal los sein. Jetzt hat ihn die Staatsanwaltschaft auch noch per Strafbefehl verurteilt. Eine Geldstrafe von 90 mal 30 Franken wird bedingt ausgesprochen, während zwei Jahren gilt eine Probezeit. Eine Busse von 300 Franken muss der 53-Jährige hingegen bezahlen. Seine Absicht, die gebeutelte Gastronomie zu unterstützen, war sicher löblich. Über die Art und Weise wird er sich wohl noch ein paar Gedanken machen müssen. Immerhin dürfte ihm nun klar sein, dass er den öffentlichen Verkehr oder ein Taxi nutzen sollte, wenn der Durst wieder zu gross wird.