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Trotz 3:3 gegen DeutschlandDas droht der Schweiz beim Abstieg

Die Schweiz kommt nach den mässigen Resultaten dem Abstieg in die Liga B näher. Was würde das für Nations League, WM-Qualifikation und Prämien bedeuten?

Muss die Schweiz die Liga A in der Nations League bald zwangshalber verlassen?
Muss die Schweiz die Liga A in der Nations League bald zwangshalber verlassen?
Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)
Die Resultate aus den bisherigen Spielen deuten daraufhin – aus vier Partien holte das Team von Coach Vladimir Petkovic zwei Punkte.
Die Resultate aus den bisherigen Spielen deuten daraufhin – aus vier Partien holte das Team von Coach Vladimir Petkovic zwei Punkte.
Foto: Sascha Steinbach (Keystone/EPA)
Und: Die schlechten Resultate haben insbesondere auch einen Einfluss auf die WM-Qualifikation, weil man deswegen bei der Auslosung nun wahrscheinlich in Topf 2 ist.
Und: Die schlechten Resultate haben insbesondere auch einen Einfluss auf die WM-Qualifikation, weil man deswegen bei der Auslosung nun wahrscheinlich in Topf 2 ist.
Foto: Sascha Steinbach (Keystone/EPA)
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Vier Spiele sind in der diesjährigen Nations League schon gespielt, doch die Schweiz steht erst mit zwei Punkten da. Der Abstieg aus der Liga A wird deshalb immer wahrscheinlicher – was würde das für die Nationalmannschaft bedeuten? Ein Blick in die nahe Zukunft.

Zweitklassige Gegner

Statt sich in der Liga A mit den besten Teams zu messen, träfen die Schweizer auf Teams der europäischen Mittelklasse. Türkei statt Deutschland. Finnland statt Spanien. Oder sogar auf Luxemburg, das in Liga C überraschend und hartnäckig um den Aufstieg kämpft.

Knapp anderthalb Jahre nach der überraschenden Teilnahme am Final-Four-Turnier der Nations League wäre die Schweiz damit wieder auf einem Niveau angekommen, das sie zurückgelassen zu haben glaubte. Andererseits gilt es zu relativieren: Auch Deutschland ist vor einem Jahr aus der Liga A abgestiegen. Nur dank einer Erhöhung der Teilnehmerzahl blieb dem vierfachen Weltmeister die Schmach erspart. Sportlich ist der Abstieg verkraftbar.

Weniger Geld

Hingegen würde im Falle einer Relegation die Kasse des Schweizerischen Fussballverbands leiden. Die Uefa-Prämien sind in der zweithöchsten Liga tiefer als in der höchsten Liga. Die Antrittsprämie beträgt 1,5 Millionen Euro – statt wie bisher 2,25 Millionen. Auch die Prämien für den Gruppensieg sind tiefer – ebenfalls 1,5 statt 2,25 Millionen Euro.

Und das Final-Four-Turnier, an dem es weitere Prämien zu gewinnen gäbe, liegt sowieso ausser Reichweite, da man sich nur aus der Liga A dafür qualifizieren kann.

Letztes Jahr durfte sich Pierluigi Tami, Direktor des Nationalteams, über sieben Millionen Euro aus der Nations League freuen – diese Summe wird nun deutlich tiefer ausfallen.
Letztes Jahr durfte sich Pierluigi Tami, Direktor des Nationalteams, über sieben Millionen Euro aus der Nations League freuen – diese Summe wird nun deutlich tiefer ausfallen.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Härteres Los

Gravierender als der Abstieg allein könnte sich die aktuelle Resultatkrise auswirken. Keines ihrer fünf Spiele seit Wiederbeginn nach der Corona-Zwangspause hat die Schweiz gewonnen, drei Niederlagen und zwei Unentschieden sind die karge Bilanz. Nun hat die Nationalmannschaft noch bis Mitte November Zeit, sie in den Heimspielen gegen Spanien und die Ukraine aufzubessern. Denn dann wird abgerechnet: für die WM-Qualifikation.

Massgebend für die Auslosung ist die Fifa-Weltrangliste nach Abschluss der Nations League. Die besten zehn europäischen Teams werden in Topf 1 gelost – und können einander auf dem Weg nach Katar 2022 meiden. Die aktuelle Rangliste wird die Fifa erst in den kommenden Tagen präsentieren, doch ihren Platz in den Top 10 hat die Schweiz schon mit den Niederlagen gegen Kroatien und Spanien an Dänemark verloren. Und dahinter lauern auch noch Wales und Polen. Die Wahrscheinlichkeit ist demnach hoch, dass die Schweiz in Topf 2 kommt und sich bereits in der WM-Qualifikation mit harten Brocken herumschlagen muss.

Was also tun?

Den Abstieg noch verhindern, das ist natürlich das Ziel und auch noch möglich. Die Schweiz steht in ihrer Gruppe derzeit mit vier Punkten Rückstand auf dem letzten Platz. Doch zwei Spiele stehen noch aus. Und die Schweiz spielt nur noch daheim: Am 14. November empfängt die Nationalmannschaft Spanien, nur drei Tage später die Ukraine. Nur das letztplatzierte Team einer Gruppe steigt ab.

Da bei bei Punktgleichheit die Punktzahl aus den Direktbegegnungen entscheidet, genügen der Schweiz vier Punkte für ein Fünkchen Hoffnung. Um aber sicherzugehen, sind sechs Punkte nötig.

16 Kommentare
    Tom Meier

    Man soll die Situation nicht dramatisieren. In den B Gruppen würde die Schweiz auf jeden Fall um den Aufstieg in die A Gruppen spielen. Zudem gibt es nun zwei Heimspiele. Ein Unentschieden gegen Spanien und ein Sieg gegen die Ukraine sind nicht unmöglich. Zu Luxembourg, dass im Artikel erwähnt wird. Die spielen völlig zurecht um den Aufstieg in die B Gruppe. Ich habe beide Spiele von ihnen gegen Montenegro gesehen. Also das aktuell spielerische Niveau von Luxembourg hat beinahe nichts mehr gemein mit dem, was wir uns allgemein von dieser Mannschaft vorstellen. Taktisch gut geschult und technisch einige ganz hervorragende Spieler.