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Kolumne «Dorfgeflüster»Das Corona-Mutations-Damoklesschwert

Der Autor hat drei Kinder in zwei Schulhäusern, verteilt über fast alle Schulstufen. Da kann jeder Tag Isolation bedeuten.

Darüber spricht das Dorf.
Darüber spricht das Dorf.
Illustration: Olivier Samter

«Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.»

Zugegeben, gerne würde ich behaupten, dass ich dieses wunderbare Sätzchen erfunden habe. Das stimmt aber nicht. Es stammt vom deutschen Kabarettisten Joachim Ringelnatz.

Mit völliger Gewissheit kann ich aber sagen, dass dieses Zitat den derzeitigen Lebenszustand, in dem sich meine Familie befindet, perfekt zusammenfasst. Planungssicherheit? Können wir vergessen. Kontinuität? Eine Illusion. Verbindlichkeit? Nicht für uns.

Seit dem Auftauchen der Coronvirus-Mutationen in unseren Schulhäusern am Zürichsee schwebt die Quarantäne wie ein Damoklesschwert über unseren Köpfen.

Kurz zur Ausgangslage: Wenn ein Kind in einer Schulklasse positiv auf eine der Coronavirus-Mutationen getestet wird, muss das betroffene Kind in Isolation. Ebenfalls isoliert werden alle anderen Kinder derselben Klasse plus sämtliche Familienmitglieder dieser Kinder. Dauer: 10 Tage.

Warum das ein Problem ist?

Blöderweise habe ich drei Kinder in die Welt gesetzt. Und ich Depp habe zusammen mit meiner Frau auch noch darauf geachtet, dass sie immer schön im Abstand von etwa drei Jahren zur Welt gekommen sind (natürlich gab es damals noch kein Coronavirus, wir sind also teilweise entschuldigt).

Diese Familienplanung führt nun aber dazu, dass sich unsere Kinder in meiner Wohngemeinde gleichmässig über drei Schulstufen (Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe) und zwei Schulhäuser verteilen. Sie sind also eigentlich überall.

Dämmert es?

Die Chance, dass unsere Familie früher oder später von Mutations-Isolationsmassnahmen überrollt wird, ist – gelinde gesagt – gigantisch. Weil das Schicksal grausam ist, wird das wohl Mitte Februar der Fall sein. Einige Tage vor Beginn der Skiferien, die wir natürlich bereits im letzten Sommer gebucht haben.

Aber hey, einen Trost habe ich noch: Sicher ist das nicht. Selbst das nicht.