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Coronavirus weltweit +++ Britischer Experte: Auf Küsse an Weihnachten verzichten +++ Zahl der neuen Fälle steigt wieder in Italien

Das Gesundheitsministerium in Rom meldet mehr Neuinfektionen und Todesfälle. Dagegen fallen die Zahlen in Frankreich. Internationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In vielen Ländern grassiert Covid-19 so stark wie im Frühjahr. Fast ein Drittel aller Neuinfektionen entfällt auf Europa.

  • Die USA bleiben mit 12,6 Millionen Infizierten punkto Gesamtzahlen das am stärksten betroffene Land.

  • Weltweit haben sich bisher mehr als 60 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 angesteckt.

  • Mehr als 1,4 Millionen Personen sind an oder mit dem Virus gestorben. Experten gehen aber von hohen Dunkelziffern aus.

LIVE TICKER

Über 1 Million Fälle in Deutschland

In Deutschland steigt die Zahl der Positiv-Tests auf über eine Million und die der mit Corona in Verbindung gebrachten neuen Todesfälle auf einen Höchstwert. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden in 22'806 Fällen Menschen in den vergangenen 24 Stunden positiv getestet. Damit steigt die Gesamtzahl auf 1,006 Millionen. Weitere 426 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Dies erhöht die Zahl der Todesfälle auf 15'586. Der bisherige Spitzenwert wurde am Mittwoch mit 410 mitgeteilt.

Nordkorea wollte südkoreanische Impfstoffentwicklung hacken

Südkoreas Geheimdienst hat der Nachrichtenagentur News1 zufolge nordkoreanische Versuche vereitelt, südkoreanische Firmen zu hacken, die Corona-Impfstoffe entwickeln. Die Agentur zitierte ein Mitglied des heimischen Geheimdienst-Parlamentsausschusses.

Experte: «Do not kiss at Christmas, please»

Keine Küsse, keine Umarmungen: Zu Weihnachten sollten die Menschen nach Ansicht des medizinischen Beraters der britischen Regierung, Chris Whitty, auf Liebkosungen lieber verzichten. «Es ist nicht verboten» – aber das heisse nicht, dass man es tun sollte, betonte Whitty am Donnerstagabend in London. Vor allem die Senioren müssten vor Ansteckungen mit dem Coronavirus geschützt werden.

Auch wenn es schwer fällt: In der Pandemie-Zeit soll man auf Liebkosungen verzichten.
Auch wenn es schwer fällt: In der Pandemie-Zeit soll man auf Liebkosungen verzichten.
Foto: Keystone (Symbolbild)

Die Menschen in Grossbritannien sollen landesweit trotz Corona gemeinsam Weihnachten feiern dürfen. Über die Feiertage wird es daher jeweils drei Haushalten erlaubt sein, eine «Christmas Bubble» (Weihnachtsblase) zu bilden und sich miteinander zu treffen. In den vergangenen zwei Wochen zählte Grossbritannien laut EU-Seuchenbehörde ECDC etwa 450 Infektionen pro 100'000 Menschen. Das Land hat rund 68 Millionen Einwohner.

Zahl der Neuinfektionen steigt wieder in Italien

In Italien sind erneut mehr als 820 Menschen an einem Tag im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Damit verzeichneten die Behörden eine der höchsten Opferzahlen seit Beginn der Pandemie im Februar.

Zugleich vermeldete das Gesundheitsministerium in dem 60-Millionen-Einwohner-Land am Donnerstag für die vergangenen 24 Stunden rund 29'000 Neuinfektionen. Dieser Wert lag zwar über den Vortagen, aber rund 7000 Fälle unter dem Wert vor einer Woche.

Ende März hatte das Mittelmeerland seinen bisherigen Höchstwert von fast 1000 Corona-Toten an einem Tag verzeichnet. Insgesamt starben bislang insgesamt fast 53'000 Menschen mit oder an dem Virus Sars-CoV-2. Seit Beginn der Pandemie wurden in Italien über 1,5 Millionen Corona-Fälle erfasst. Regierung und viele Experten hoffen, dass die Roten Zonen und andere Beschränkungen allmählich greifen und die Kurve der Neuinfektionen weiter abflacht.

Grosser Kampf gegen das Coronavirus: Ein Sanitäter kontrolliert einen Mann in Monza.
Grosser Kampf gegen das Coronavirus: Ein Sanitäter kontrolliert einen Mann in Monza.
Foto: Luca Bruno (AP/Keystone/20. November 2020)
Johnson prophezeit den Briten einen harten Winter

Grossbritannien steht nach Worten von Premierminister Boris Johnson ein «harter Winter» bevor. Allerdings gebe es die Hoffnung, dass bis zum Frühling Tests und Impfungen zusammen die Zeit der Einschränkungen zu einem Ende bringen könnten, sagt er. Grossbritannien verzeichnet 17'555 Neuinfektionen und 498 neue Todesfälle – jeweils ein deutlicher Rückgang zum Vortag.

Düstere Aussichten: Premierminister Boris Johnson in London.
Düstere Aussichten: Premierminister Boris Johnson in London.
Foto: Kirsty Wigglesworth (AP/Keystone/26. November 2020)
Rückläufige Zahlen in Frankreich

Frankreich gibt gleich vier rückläufige Kennzahlen bekannt: Binnen 24 Stunden gab es 13'563 Neuinfektionen (Vortag: 16'282) und weitere 339 neue Todesfälle nach 381 am Mittwoch. 29'310 Covid-Patienten sind im Krankenhaus und 4018 davon auf den Intensivstationen.

Bayern ordnet Quarantäne für Tagesausflüge ins Ausland an

Bayern führt eine Quarantänepflicht für Tagesausflüge etwa zum Skifahren nach Österreich ein. «Touristische Tagesausflüge oder Freizeitvergnügungen im Ausland, etwa zum Skifahren, sind vermeidbare Risikoquellen», teilt die Staatsregierung nach einer Kabinettssitzung mit (lesen Sie dazu: Berlin, Paris und Rom kappen Wintersport – Wird die Schweiz zur Profiteurin des europäischen Ski-Lockdowns?).

Die bisherige Möglichkeit, sich im Rahmen des kleinen Grenzverkehrs für bis zu 24 Stunden quarantänefrei ins Ausland zu begeben, werde auf triftige Gründe beschränkt. Dazu zählten nicht touristische und sportliche Zwecke.

Prinz Carl Philip und Sofia von Schweden positiv getestet

Prinz Carl Philip und seine Ehefrau Sofia von Schweden wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Wie das Königshaus auf seiner offiziellen Website mitteilt, zeigt das Paar «milde Symptome», fühlen sich aber den Umständen entsprechend gut. Sie wurden gemeinsam mit ihren Kindern unter Quarantäne gestellt. Im Laufe des Tages werden weitere Tests in der Königsfamilie vorgenommen.

Prinzessin Sofia und Prinz Carl Philip von Schweden haben sich mit dem Coronavirus angesteckt.
Prinzessin Sofia und Prinz Carl Philip von Schweden haben sich mit dem Coronavirus angesteckt.
Foto: Michael Campanella (Getty Images)
Scharfe Kritik an Merkels Kurs

FDP-Fraktionschef Christian Lindner hält die Verlängerung der deutschen Croona-Massnahmen grundsätzlich zwar für richtig, kritisiert die einzelne Auflagen zugleich aber scharf. Für nicht nachvollziehbar halte er etwa die neuen Einschränkungen im Handel, sagt Lindner im Bundestag. «Wo ist die wissenschaftliche Evidenz dafür, dass das Virus mit zunehmender Verkaufsfläche gefährlicher wird», fragt Lindner rhetorisch. Aus dem angestrebten «November-Wellenbrecher» sei ein «Dezember-Stillstand» geworden.

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel geizt ebenfalls nicht mit Kritik. Entstanden seien die Beschlüsse in einer «Kungelrunde ... im virtuellen Hinterzimmer», sagt Weidel im Bundestag als Antwort auf die Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel. Mit Blick auf die anhaltende Schliessung von Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen sagt Weidel, die Bundesregierung habe jetzt schon einen grösseren Schaden angerichtet als das Virus selbst.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich nennt die Beschlüsse von Bund und Ländern «angemessen, nachvollziehbar und lebensnah». Er fügt im Bundestag hinzu: «Meine Fraktion unterstützt die Beschlüsse.» Es sei richtig gewesen, bei der Bestandaufnahme noch eine Woche abzuwarten, sagt Mützenich und betont: «Wir müssen leider feststellen, die Zahlen bleiben zu hoch.»

Mehr als 2200 Corona-Tote an einem Tag in den USA

In den USA hat die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Toten am zweiten Tag in Folge die 2000er-Marke überschritten.

Am Mittwoch meldeten die Behörden 2297 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Donnerstagmorgen (MEZ) hervorging. Dies entspricht dem höchsten Stand seit Anfang Mai. Tags zuvor waren es 2146 gewesen. Damit nähert sich die Zahl dem bislang höchsten Wert von 2609 Toten am 15. April.

Zugleich gab es nach JHU-Angaben am Mittwoch landesweit 181'490 neue Corona-Fälle. In der Vorwoche waren am gleichen Tag rund 170'000 Neuinfektionen gemeldet worden. Der bislang höchste Wert binnen eines Tages war am Freitag mit rund 196'000 Neuinfektionen registriert worden.

Merkel will Skiverbot

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt im Bundestag, angesichts des nach wie vor hohen Infektionsgeschehens sei absehbar, dass die geltenden Einschränkungen in den allermeisten Teilen Deutschlands bis mindestens Anfang Januar anhalten würden. Zudem kündigt sie an, die Bundesregierung werde versuchen, ein Verbot von Skiferien in den Alpen bis zum 10. Januar zu erreichen. Angesichts der Haltung Österreichs sei dies aber schwierig.

Walt Disney entlässt 14 Prozent der Mitarbeiter

Mitten in der Corona-Krise entlässt der Unterhaltungskonzern Walt Disney 32'000 Mitarbeiter. Betroffen seien vor allem Angestellte in den Freizeitparks, teilte das US-Unternehmen am Donnerstag mit. Das sind rund 14 Prozent der rund 223'000 Mitarbeiter, die Ende 2019 noch für den US-Konzern gearbeitet haben. Im September hatte die Firma, die Vergnügungsparks betreibt, Kinofilme produziert und Fernsehsender im Angebot hat, noch von 28'000 Entlassungen gesprochen. Zuletzt hatte nur der eigene Streamingdienst Disney+ für positive Nachrichten gesorgt.

Die Entlassungen sollen in der ersten Jahreshälfte 2021 erfolgen, teilte das Unternehmen weiter mit. Seit Ausbruch der Krise schreibt Disney hohe Verluste. Zwar kann der Konzern inzwischen wieder einige Vergnügungsparks betreiben, muss aber die Besucherströme streng kontrollieren und erreicht damit nur einen Bruchteil der möglichen Kapazitäten. Gegenüber dem Branchenmagazin Variety bestätigte eine Firmensprecherin, dass es sich bei den 32'000 Entlassungen um eine Aufstockung der ursprünglichen Pläne handelt.

Wegen der Pandemie kann Disney nur noch einen Bruchteil der Besucher in seine Parks lassen: Eine Frau macht im Shanghai Disney Resort ein Selfie.
Wegen der Pandemie kann Disney nur noch einen Bruchteil der Besucher in seine Parks lassen: Eine Frau macht im Shanghai Disney Resort ein Selfie.
Foto: Aly Song (Reuetrs)
Corona in Südkorea weiter auf Vormarsch

Die Zahl der erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist erstmals seit mehr als acht Monaten um mehr als 500 pro Tag gestiegen. Die Gesundheitsbehörden teilten am Donnerstag mit, dass tags zuvor 583 Fälle festgestellt worden seien. Die meisten davon entfielen demnach auf den Grossraum Seoul. Die Gesamtzahl kletterte auf mehr als 32'000 Infektionen. Bisher wurden in dem 52-Millionen-Einwohner-Land 515 Todesopfer in Verbindung mit dem Virus gemeldet.

Südkorea erlebt nach Angaben der Behörden derzeit die dritte Ansteckungswelle mit Sars-Cov-2. «Da die dritte Infektionswelle an Umfang und Tempo zunimmt, müssen wir die Regeln für die soziale Distanzierung streng befolgen», wurde Gesundheitsminister Park Neung Hoo von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Die Regierung hatte zuletzt die Beschränkungen für soziale Kontakte wieder verschärft, nachdem die Zahl der Neuinfektionen seit Anfang November wieder dreistellig gestiegen war.

Eine Frau trägt in Seoul eine Schutzmaske, während sie an einem Plakat der Social-Distancing-Kampagne von Südkorea vorbei geht. (25. November 2020)
Eine Frau trägt in Seoul eine Schutzmaske, während sie an einem Plakat der Social-Distancing-Kampagne von Südkorea vorbei geht. (25. November 2020)
Foto: Chung Sung-Jun (Getty Images)

Von den Neuinfizierten steckten sich den Angaben zufolge 553 Menschen im Land an, während 30 Fälle aus dem Ausland eingeschleppt wurden. Ein Grund für den Anstieg der lokalen Infektionen sind Häufungen in militärischen Stützpunkten, Fitnessstudios, Schulen, Kirchen und anderen Einrichtungen. Bisher kam Südkorea ohne grossflächigen Lockdown aus.

Deutschland will Skitourismus europaweit unterbinden

Angesichts der Corona-Krise wollen Bund und Länder eine abgestimmte europäische Regelung erreichen, um Skitourismus bis zum 10. Januar zu unterbinden. Darauf verständigten sich die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wie aus ihrem Beschlusspapier hervorgeht. «Die Bundesregierung wird gebeten, auf europäischer Ebene darauf hinzuwirken, dass bis zum 10. Januar Skitourismus nicht zugelassen wird», heisst es dort. (Lesen Sie dazu: Schweiz sperrt sich gegen europäischen Ski-Lockdown)

Angela Merkel will den Skitourismus bis zum 10. Januar unterbinden. (25. November 2020)
Angela Merkel will den Skitourismus bis zum 10. Januar unterbinden. (25. November 2020)
Foto: Clemens Bilan (Getty Images)

Teil-Lockdown wird in Deutschland verlängert

Die Massnahmen in Deutschland werden verlängert und in einzelnen Bereichen verschärft. Maximal dürfen sich nun noch fünf Leute aus zwei Haushalten treffen, wie der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sagt. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezält.

Vom 23. Dezember bis 1. Januar sollen diese Regeln gelockert werden. Für Weihnachten und Silvester werde angestrebt, dass sich zehn Personen unabhängig von ihrem Hausstand treffen dürfen.

Die Bundesländer appellieren dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Armin Laschet zufolge an die Bürger, bis zum 10. Januar 2021 auf die Fahrt in die Skiferien zu verzichten. Darüber habe Einigkeit bei den Beratungen geherrscht, sagte er. Italien und Frankreich hätten die Bundesrepublik darum gebeten, die Ski-Ferien abzusagen. Die Bundesregierung sei bei dem Treffen gebeten worden, dies nun europaweit zu regeln.

Weltweit mehr als 60 Millionen Infizierte

Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen liegt inzwischen bei mehr als 60 Millionen. Das ging am Mittwoch aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore in den USA hervor. In weniger als drei Wochen stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen damit um 10 Millionen an – am 8. November war die Marke von 50 Millionen überschritten worden. Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt seit Beginn der Pandemie bei über 1,4 Millionen. Experten gehen von hohen Dunkelziffern aus.

Die Zahlen der Universität Johns Hopkins werden regelmässiger aktualisiert und liegen daher oft etwas höher als amtliche Daten. Die Weltgesundheitsorganisation gab die Zahl der bekannten Infektionen am Mittwoch mit 59,2 Millionen und die der Todesfälle mit knapp 1,4 Millionen an.

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es mit 12,6 Millionen in den USA, wo auch die meisten Toten verzeichnet wurden. In Indien sind mittlerweile 9,2 Millionen Infektionen nachgewiesen worden, in Brasilien sind es 6,1 Millionen.

Verwandte mit Schutzkleidung tragen einen Sarg zur Grabstätte im indischen Neu Delhi.
Verwandte mit Schutzkleidung tragen einen Sarg zur Grabstätte im indischen Neu Delhi.
Foto: Harish Tyagi (Keystone/Archiv)
Skisaison in Italien: Regionen fordern Gespräch mit Regierung

Im Streit um die Eröffnung der kommenden Wintersportsaison unter Corona-Bedingungen haben die Regionen im Norden Italiens eine Unterredung mit der Regierung in Rom gefordert. Das sagte Venetiens Präsident Luca Zaia am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Er habe zuvor unter anderem mit Südtirols Landeshauptmann, Arno Kompatscher, und Liguriens Präsident, Giovanni Toti, darüber gesprochen. Laut Zaia soll vor allem über die Wintersaison vor dem Hintergrund kursierender Nachrichten über eine Saison-Eröffnung in Österreich und der Schweiz gesprochen werden.

Luca Zaia (r.) empfängt Ende September in Venedig Matteo Salvini.
Luca Zaia (r.) empfängt Ende September in Venedig Matteo Salvini.
Foto: Andrea Merola (Keystone/Archiv)

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte sich zuletzt für eine länderübergreifende Regelung ausgesprochen und vorgeschlagen, mit der Saisoneröffnung bis zum 10. Januar zu warten. Es werde daran gearbeitet, um eine Koordinierung vor allem für die Wintersport-Betreiber und die Winterferien voranzutreiben, sagte Conte auf der spanischen Insel Mallorca bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Österreich lehnt dagegen eine länderübergreifende spätere Öffnung der Wintersportgebiete ab. «Das hängt immer mit den Infektionszahlen zusammen, und zwar den Infektionszahlen bei uns in Österreich», sagte Bundeskanzler Kurz am Mittwoch.

Privates Böllern an Silvester in Deutschland erlaubt

Bund und Länder wollen privates Böllern zu Silvester nicht verbieten, sondern untersagen nur öffentlich veranstaltetes Feuerwerk und das Böllern auf belebten Strassen und Plätzen. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten nach Informationen aus Teilnehmerkreisen geeinigt. Bürgerinnen und Bürgern wird aber empfohlen, auf Silvesterfeuerwerk in diesem Jahr zu verzichten.

Privates Böllern an Silvester soll in Deutschland erlaubt sein.
Privates Böllern an Silvester soll in Deutschland erlaubt sein.
Foto: Wolfgang Krumm (DPA/Keystone/23. November 2020)
Grossbritannien: Fast 700 Corona-Tote in einem Tag

Mit knapp 700 Todesfällen innerhalb eines Tages hat die Zahl der Corona-Toten in Grossbritannien ihren höchsten Stand seit Anfang Mai erreicht. Die Statistikbehörde meldete am Mittwoch 696 Todesfälle, die in den vier Wochen zuvor positiv auf Corona getestet wurden.

Die Zahl der Neuinfektionen lag landesweit bei 18'213. Der britische Premier Boris Johnson setzt nach einem einmonatigen Teil-Lockdown in England ab Dezember wieder auf regionale Corona-Beschränkungen. Er setzt grosse Hoffnungen auf den Einsatz von Massentests und baldigen Impfungen. Pro 100'000 Einwohnern gab es in den vergangenen sieben Tagen in Grossbritannien rund 209 Corona-Fälle.

Das Land gilt mit mehr als 65'000 Toten mit Covid-19 auf dem Totenschein zu den am schwersten getroffenen Staaten in Europa.

Österreich startet mit Massentests Anfang Dezember

Österreichs freiwillige Corona-Massentests in der Bevölkerung starten am ersten Dezemberwochenende.

Tirol und Vorarlberg mit zusammen rund 1,1 Millionen Einwohnern vollziehen vom 4. bis 6. Dezember als erste Bundesländer die grossflächige Testaktion nach dem Vorbild der Slowakei und Südtirols, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien ankündigte.

Termine für die anderen Bundesländer sollen folgen. Das Land Salzburg kündigte am Mittwoch Massentests für den 12. und 13. Dezember an.

Ausserdem sollen in Österreich am ersten Dezember-Wochenende Tests für bestimmte Berufsgruppen wie Lehrer und Polizisten stattfinden. Geplant ist, möglichst viele Einwohner mit Antigen-Schnelltests auf den Erreger Sars-CoV-2 zu testen. Um das Risiko falsch positiver Tests zu minimieren, soll es Nachtestungen geben.

Es sei wichtig festzuhalten, dass Massentests kein Allheilmittel seien, sondern eine Momentaufnahme lieferten, sagte Kurz. «Sie sind nicht die einzige Lösung, die gibt es nicht, aber eine gute Chance, Infektionen in der Bevölkerung zu lokalisieren und weitere Ansteckungen zu verhindern.» Ziel sei es, rechtzeitig vor Familientreffen am Weihnachtsfest möglichst viele unentdeckte Infizierte unter den 8,9 Millionen Einwohnern Österreichs zu finden.

Zahl neuer Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA wächst erneut

Die Lage am US-Arbeitsmarkt hat sich inmitten der eskalierenden Corona-Pandemie erneut verschlechtert. In der Woche bis zum 21. November gab es 778'000 Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte.

Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 730'000 Anträge erwartet. In der Woche davor waren es rund 748'000 Neuanträge gewesen, Anfang November lag deren Zahl noch bei etwa 700'000.

Die Daten vermitteln einen zeitnahen Eindruck der Lage auf dem Arbeitsmarkt in der weltgrössten Volkswirtschaft. Unmittelbar vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl der Neuanträge meist bei rund 200'000 pro Woche gelegen. Die Arbeitslosenquote war im Oktober auf 6,9 Prozent zurückgegangen. Vor der Zuspitzung der Pandemie im März hatte die Arbeitslosenquote bei niedrigen 3,5 Prozent gelegen.

sda/reuters/red

2688 Kommentare
    Heinrich Baur

    Es gibt für Merkel Unterstützung von 50% der Bevölkerung desweiteren sind fast 30% der Ansicht, die Massnahmen wären nicht weitreichend genug. Das deckt sich mit meinen Eindrücken auf der anderen Seite des Rheins. Der Rest ist schlicht eine lautstarke Minderheit. Regeln gelten dennoch für alle!