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Coronavirus in der RegionOhne Aufnahmeprüfungen ans Gymnasium +++ 140 Personen wegen Covid19 in stationärer Behandlung

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in der Region im Nachrichten-Ticker.

Martin Steinegger, Paul Steffen
LIVE

Das Wichtigste in Kürze:

  • 1'363 Corona-Infizierte im Kanton Zürich. 7 Todesfälle. (Stand Mittwochmorgen)
  • Der Bundesrat hat Notrecht erlassen: Bis am 19. April bleiben alle Läden, Restaurants und Clubs geschlossen. Ausgenommen von dieser Regel sind Geschäfte, die den Grundbedarf sicherstellen.
  • An den Schweizer Schulen darf kein Unterricht stattfinden.
  • Rund um den Zürichsee sind bereits diverse Parkanlagen, Plätze und Uferpromenaden gesperrt. Gruppen von mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit drohen Bussen.
  • Der öffentliche Verkehr wird reduziert. (mehr Details hier)
  • Sämtliche Gemeindeversammlungen, sowie die Volksabstimmung vom 17. Mai sind abgesagt.
  • Auswärtige dürfen Spitäler und Alterszentren in der Region nur noch in Ausnahmefällen besuchen.

LIVE TICKER

Soforthilfe für Horgens Unternehmen

Um allfällige finanzielle Überbrückungsprobleme zu verhindern, hat der Gemeinderat Horgen am Mittwoch entschieden, ergänzend finanzielle Mittel als Soforthilfe anzubieten, dies als subsidiäre Nothilfe. Es besteht kein genereller Anspruch auf diese Soforthilfe. Eine Einreichung der Anträge mittels Eingabeformular auf der Website horgen.ch ist bis am Montag, 30. März 2020, möglich.

Aufruf zur Unterstützung des lokalen Gewerbes

Die FDP, SVP und der Gewerbeverein von Küsnacht möchten gemeinsam die Bevölkerung zur Unterstützung des lokalen Gewerbes motivieren. «Solidarität ist in der jetzigen Zeit ganz besonders wichtig», heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Küsnachterinnen und Küsnachter sollen die lokale Wirtschaft unterstützen:

  • Die offenen Geschäfte in der Gemeinde sollen berücksichtigt werden.
  • Die meisten lokalen Handwerker seien telefonisch erreichbar
  • Auch mit dem Kauf von Gutscheinen könne man den Unternehmen helfen.
ZVV-Fahrplan wird weiter ausgedünnt

Weil die meisten Pendlerinnen und Pendler derzeit in ihren eigenen vier Wänden arbeiten, dünnt der Zürcher Verkehrsverbund ZVV sein Angebot weiter aus. Einzelne Linien werden komplett eingestellt.

Gestrichen wird etwa die S19, die seit diesem Montag nur noch in den Hauptverkehrszeiten fährt. Ab kommendem Montag fährt sie gar nicht mehr, wie der ZVV am Donnerstag mitteilte.

Gleiches gilt für die S42. Dies hat zur Folge, dass auch gewisse Zubringerlinien im Busnetz eingestellt werden. Zudem fährt die S-Bahn zwischen Winterthur und Wil ab sofort nur noch im Stundentakt. Der reduzierte Fahrplan gilt bis mindestens 26. April.

Der ZVV empfiehlt, vor jeder Fahrt den online-Fahrplan zu konsultieren. Es könne auch sein, dass es wegen Personalmangels kurzfristige Änderungen gebe.

VZO bauen reduzierten Fahrplan am Morgen aus

Die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland AG (VZO) haben den Fahrplan am letzten Montag um etwa die Hälfte reduziert. Trotz stark rückläufigen Fahrgastzahlen seien einzelne Busse deshalb gut ausgelastet. Damit die Fahrgäste sich in den Bussen nicht zu nahekommen und die Social Distancing Regeln einhalten können, setzen die VZO Entlastungsbusse in den frühen Morgenstunden ein, teilen die Verkehrsbetriebe mit.

Diese verkehren seit Mittwochmorgen auf den Linien 842 (Oetwil – Uster), 862 (Gossau- Wetzikon) und 880 (Wolf-hausen – Bubikon). Ab dem kommenden Montag gibt es zusätzliche Frühverbindungen auf folgenden Linien: 842 (Oetwil – Uster), 845 (Gossau – Uster - Oetwil), 850 (Kempten – Wetzikon), 862 (Gossau – Wetzikon), 922 (Meilen - Hohenegg), 923 (Meilen), 925 (Meilen), 931 (Uetikon), 955 (Hombrechtikon).

Ohne Prüfung ins Gymnasium

Die Bildungsdirektion des Kanton Zürich hat beschlossen, dass keine mündliche Aufnahmeprüfungen für die Gymnasien und die Fachmittelschulen stattfinden. Schülerinnen und Schüler, die nach der schriftlichen Prüfung zusätzlich noch eine mündliche Prüfung hätten ablegen sollen, werden direkt ins Gymnasium aufgenommen.

Die Situation rund um das Coronavirus lasse keine verlässliche Prognose zu, heisst es in der Mitteilung des Kantons, es sei unmöglich einen Termin festzulegen, der sicher einzuhalten sei.

Betroffen ist auch das Liceo Artistico sowie das Kunst und Sport Gymnasium. Hier werde die Beurteilung basierend auf den bereits eingereichten Unterlagen vorgenommen, heisst es weiter. Die gestalterischen Eignungsprüfung am Liceo Artistico finden nicht statt.

Gar keine Prüfung ablegen müssen Schülerinnen und Schüler die die Berufsmaturität 2 ablegen wollen und zwar wenn sie das eidgenössische Fachzeugnis (EFZ) mit der Note 5.0 oder höher abgelegt haben. Oder wenn ihr schulischer Notendurchschnitt in den berufsspezifischen Fächer 5.0 oder höher ist.

Die Medienkonferenz in voller Länge

Am Mittwochnachmittag informierte Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli und Vertreter der Spitäler und der Kantonsapotheke über die Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Kanton Zürich.

Hier können Sie die Medienkonferenz nochmals nachschauen.

Ende der der Pressekonferenz

Damit ist die Pressekonferenz der Zürcher Gesundheitsdirektion beendet.

Zünd: Haben früher schwere Fälle erwartet

Gregor Zünd sagt, dass man im Kanton Zürich eigentlich schon früher eine grössere Anzahl schwerer Fälle erwartet habe. Vor allem angesichts der Berichte aus der Westschweiz. Genau erklären könne man diese Diskrepanz zu anderen Regionen aber nicht.

Ebensowenig exakt abschätzen lasse sich, wann der befürchtete Ansturm auf die Spitäler beginnen werde - und ober er überhaupt so massiv erfolgen werde. Im Kanton Zürich rechne man mit einem Höhepunkt in den kommenden 10 Tagen, sagt Zünd. Prognosen seien aber schwierig.

Unispital: Auch schwere Fälle wurden geheilt

Gregor Zünd, Direktor des Unispitals Zürich betont, dass auch schwere Fälle Chancen auf Heilung hätten. So habe das Universitätsspital unlängst vier Personen, die schwer erkrankt waren, wieder von den Beatmungsgeräten nehmen können. 44 Personen liegen derzeit im Unispital wegen Covid19 stationär im Spital.

Effektiv vier- bis fünfmal so viele Fälle wie positiv getestet

Im Kanton Zürich gibt es derzeit über 1300 positiv auf Covid19 getestete Personen. Die effektive Zahl der Infizierten dürfte gemäss Rickli aber wesentlich höher sein - sie rechnet mit vier- bis fünfmal so vielen Fällen. 7 Personen sind wegen der Krankheit gestorben.

Vier Covid19-Patienten im Spital Zollikerberg

Dr. Orsola L. Vettori
,
Direktorin des Spitals Zollikerberg, schildert an der PK des Kantons, wie ihr Spital mit der Ausnahmesituation umgeht. Derzeit werden vier Corona-Patienten im Goldküsten-Spital behandelt. Beatmet werden müsse aber niemand.

Die Stimmung im Spital sei angespannt. Man warte auf die Welle der Covid19-Infizierten. Gleichzeitig spüre man aber auch eine enorme Welle der Solidarität. Dies schweisse das Personal stärker zusammen als üblich.

Bettenkapazität massiv erhöht

Die Bettenkapazität in den Züricher Spitälern wurde in den letzten Wochen massiv erhöht. Gemäss Natalie Rickli gab es noch Ende Februar in den Zürcher Spitälern 194 Betten, die zur Behandlung eines Covid19-Erkrankten geeignet sind. Mittlerweile sind es 366. Das entspricht einer Erhöhung um 88 Prozent.

Kanton kauft Maschine für Schutzmasken

Wie Natalie Rickli erläutert, hat sich die Zürcher Gesundheitsdirektion dazu entschlossen eine Maschine zu kaufen, die sogenannte FFP2-Schutzmasken produziert.

Die Maschine kostet 740’000 Franken und soll gut 30’000 Masken pro Tag produzieren können, rechnet die SVP-Regierungsrätin vor. Bei Bedarf kann der Kanton Zürich auch andere Kantone mit den begehrten Masken beliefern.

140 Personen im Spital

Insgesamt liegen derzeit 140 Corona-Patienten in den Spitälern des Kantons Zürich. 25 Personen müssen beatmet werden. Das sagt Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) am Mittwoch.

Am Anschlag seien die Spitäler deswegen aber nicht, betont Rickli. Die grösste Belastung für die Spitäler erwartet sie in einer bis eineinhalb Wochen.

Coronavirus: Lindt & Sprüngli spendet Glückskette 1 Million Franken

Im Kampf gegen das Coronavirus spendet Lindt & Sprüngli 1 Million Franken an die Glückskette. Damit sollen Menschen unterstützt werden, die von den gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus am schlimmsten betroffen sind, wie der Schokoladenhersteller mit Sitz in Kilchberg am Mittwoch mitteilte.

Lindt & Sprüngli wolle als Unternehmen einen Beitrag für den ausserordentlichen Einsatz gegen das Coronavirus leisten. Den Betrag werde die Schweizer Solidaritätsorganisation für die Sofort- und Sozialhilfe in der ganzen Schweiz einsetzen. Gemeinsam mit Experten werde entschieden, wer die Spende erhalte, damit sie bei den Menschen in der Schweiz ankomme, die sich in einer besonderen Notlage befänden, hiess es weiter. (sda)

Zwei neue Todesfälle

Im Kanton Zürich sind zurzeit 1363 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilt die Gesundheitsdirektion am Mittwochmorgen mit. Das sind 152 Fälle mehr als am Dienstag. Zudem sind zwei weitere Personen an den Folgen des Virus' gestorben. Total verzeichnet der Kanton Zürich 7 Todesfälle (78-jährig, 78, 80, 88, 90, 96, 97).

Thalwil schliesst Schalter und alle Schulanlagen

Der Gemeinderat Thalwil geht in der Eindämmung des Coronavirus einen Schritt weiter: Ab Donnerstag schliesst die Gemeindeverwaltung sämtliche Schalter und wird nur noch elektronisch oder telefonisch erreichbar sein. Wie die Gemeinde am Mittwoch mitteilt, hat der Gemeinderat zudem beschlossen, ab morgen Donnerstag auch alle Schulanlagen in Thalwil zu schliessen. Nicht betroffen von den Massnahmen sind die öffentlichen Anlagen am See. Diese bleiben für den Moment noch offen.

Über weitere Einschränkungen der Dienstleistungen und Angebote der Gemeinde Thalwil wird
laufend unter
thalwil.ch/aktuelles informiert.

Albanifest abgesagt

Das Winterthurer Albanifest findet zwar erst Ende Juni statt. Die Veranstalter haben nun aber entschieden, den Anlass dieses Jahr wegen des Coronavirus trotzdem abzusagen. So sollen alle Beteiligten davor bewahrt werden, vergeblich Vorbereitungen zu treffen.

Die Behörden könnten Grossveranstaltungen auch noch längerfristig untersagen, teilte das Albanifest-Komitee am Mittwoch mit. Deshalb wolle man alle Beteiligten, also Vereine, Schausteller und Lieferanten, davor schützen, sich vergeblich auf das Fest vorzubereiten. Dafür gab das Komitee bereits das Datum für das Albanifest 2021 bekannt: Es findet vom 25. bis am 27. Juni statt.

Coronavirus in Adliswiler Asylunterkunft

In der kantonalen Notunterkunft für abgewiesene Asylbewerber in Adliswil wurde eine Person positiv auf das Coronavirus getestet. Lutz Hahn, Sprecher der Betreiberfirma ORS, sagt gegenüber dem Tages-Anzeiger, die betroffene Familie sei isoliert worden. In der Unterkunft wohnen derzeit gut 100 abgewiesene Asylsuchende, unter ihnen auch viele Kinder mit ihren Eltern.

Wie Hilfswerke berichten, sind die Platzerhältnisse in der Unterkunft beengt. Diese führe zu Panik unter den Bewohnern. Ob die ORS nun Massnahmen treffen muss, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, muss laut der Betreiberfirma der Kantonsarzt entscheiden.

Archiv ZSZ

Zürcher Spitäler haben derzeit genügend Platz

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) hat am Dienstag betont, dass es im Kanton Zürich derzeit genügend Spitalbetten für Corona-Patienten gebe.

Dies gilt auch für schwere Fälle, die auf die Intensivstation müssen. «Wir sind noch weit davon entfernt, dass das System zusammenbricht», sagte Rickli in einem Interview mit Radio1.

Im Hintergrund prüft die Gesundheitsdirektion aber mehrere Möglichkeiten, mit denen auch in den kommenden Wochen sicher genügend Betten zur Verfügung gestellt werden können. Man erwäge etwa, unterirdische Anlagen in Betrieb zu nehmen, sagte Rickli. «Wir prüfen auch die Variante Turnhalle oder Hotel.»

Weinbauern bald nicht mehr flüssig

Den Winzern aus der Region ist mit der Schliessung der Restaurants und Bars ein wichtiger Absatzkanal weggebrochen. Die Fachstelle Rebbau der Kantone Schaffhausen, Thurgau und Zürich rechnet damit, dass viele Weinbauern deswegen bald nicht mehr flüssig sind.

Im Detailhandel wird zwar nach wie vor viel Wein verkauft. Die Fachstelle rechnet aber damit, dass auch der Absatz über diesen Kanal in den kommenden Wochen zurückgehen wird.

Die Winzer würden mit empfindlichen Umsatzeinbussen rechnen. Bereits in wenigen Monaten werde dies bei vielen Betrieben zu erheblichen Liquiditätsengpässen führen. Hinzu kommt, dass die Branche ohnehin bereits unter Druck ist, weil die Keller noch gut gefüllt sind.

Die Aussichten in den Rebhängen sind derzeit besser: Die Reben dürften die für die nächsten Tage angekündigten Frosttage gut überstehen, wie die Fachstelle in ihrer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Die Reben seien noch im Stadium der Winterruhe, welche die Knospen bis zu einem gewissen Grad vor dem Erfrieren bewahre. (sda)