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Coronavirus in der Schweiz+++ Eventbranche verliert Milliarden +++ Tausende demonstrieren in Chur gegen Corona-Massnahmen

In Chur haben am Samstag über 4000 Personen gegen Corona-Massnahmen demonstriert. Die Schweizer Eventbranche hat 2020 3,2 Milliarden Franken verloren.Schweizer News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 1. März haben Geschäfte sowie einige Kultur- und Freizeitinstitutionen wieder den Betrieb aufgenommen. Gastrobetriebe bleiben weiterhin geschlossen.

  • Die Zahlen zu den Corona-Mutationen aus Grossbritannien, Südafrika und Brasilien steigen an.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Und hier gelangen Sie zur grossen Übersicht der Impfquoten in den Kantonen: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen.

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Eventbranche verliert Milliarden

3,2 Milliarden Franken hat die Schweizer Eventbranche im Pandemie-Jahr 2020 verloren. Dies zeigen neue Zahlen, die dem «SonntagsBlick» vorliegen. Demnach schätzen die Branchenverbände den Umsatzeinbruch im Vergleich zu 2019 auf 57 Prozent. Fast 4500 Stellen – jede Fünfte in der Branche – gingen verloren.

«In unserer Branche herrscht seit längerem das Prinzip Hoffnung», sagt Christoph Kamber, Präsident des Verbandes Expo Event. Seit einem Jahr würde man mit einem faktischen Berufsverbot arbeiten und blute langsam aus.

Nun hofft die Branche, dass das Parlament im Rahmen des Covid-Gesetzes eine Absicherung für geplante Veranstaltungen genehmigt. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats sieht dafür 350 Millionen Franken vor.

Tausende demonstrieren in Chur gegen Corona-Massnahmen

In Chur haben am Samstag über 4000 Personen gegen die Behördenanordnungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie demonstriert. Kundgebungen dieser Art fanden bereits in anderen Schweizer Städten statt, aber mit geringerer Teilnahme.

Aufgerufen zum Protestmarsch für eine verhältnismässige Corona-Massnahmenpolitik hatte der Verein «Stiller Protest». Die Demonstration wurde von der Churer Stadtpolizei unter Auflagen bewilligt. Bedingung für die Durchführung der Kundgebung war unter anderem eine Maskentragpflicht.

Der Demonstrationszug durch Chur am Samstag wurde angeführt von Personen in weissen Schutzanzügen.
Der Demonstrationszug durch Chur am Samstag wurde angeführt von Personen in weissen Schutzanzügen.
Foto: Keystone/SDA

Der friedliche Protestmarsch durch die Churer Altstadt beeindruckte durch seine Länge. Nach Angaben der Stadtpolizei marschierten über 4000 Personen schweigend durch die Gassen. Zeitweise machten sich Leute mit einem rhythmischen Klatschen bemerkbar. Viele Kundgebungsteilnehmer hatten sich weisse Schutzanzüge übergezogen.

«Wir brauchen keinen Polizeistaat»

Auf dem Marsch brachten die Demonstrierenden ihre Anliegen vor allem mit Aufschriften zum Ausdruck. Auffällig oft auf hochgehaltenen Tafeln zu lesen stand: «Finger weg von unseren Kindern». Andere schrieben «Stopp Diktatur» auf einen Karton. Wiederum andere forderten: «Wir brauchen keinen Polizeistaat». Zudem wurden Fahnen mit dem Schweizer Kreuz geschwungen.

Über 4000 Personen versammelten sich in Chur, auch das Wetter machte mit.
Über 4000 Personen versammelten sich in Chur, auch das Wetter machte mit.
Foto: Keystone/SDA

Den Versammlungsschluss bildete der Auftritt mehrerer Redner auf der Churer Quaderwiese. Dabei wurde vor allem Kritik an der Politik des Bundesrates geäussert.

Einen Auftritt hatte auch der Prättigauer SVP-Grossrat Ruedi Weber. Dessen Rede zur Corona-Situation hatte unlängst im Bündner Kantonsparlament hatte für Aufsehen gesorgt, auch und überwiegend im Internet. Weber wurde gelobt, weil er den Leuten angeblich aus dem Herzen gesprochen hatte.

Gegner der Corona-Massnahmen versammeln sich in Chur
In Chur formiert sich derzeit eine Corona-Demonstration. Masken sind nur vereinzelt zu sehen. Die Stadtpolizei Chur hat die Demo bewilligt und wird sie begleiten.
Sieben-Tages-Schnitt im Kanton Bern steigt

Der Kanton Bern hat am Samstag 103 neue Coronafälle gemeldet – einen mehr als am Freitag und sieben weniger als vor einer Woche. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle verharrte bei 999.

Ganz leicht gestiegen ist im Vergleich zur Vorwoche der Sieben-Tages-Schnitt bei den Infektionen. Zwischen dem 21. und dem 27. Februar betrug er 92 pro Tag, nun sind es 93.

Der Kanton Bern meldete am Samstag auf seiner Corona-Internetseite weiterhin 62 mit Covid-19 hospitalisierte Personen. 17 davon liegen auf der Intensivstation. Diese Zahlen wurden seit Freitag nicht aktualisiert.

Patienten aus Tschechien in der Schweiz?

Angesichts überlasteter Spitäler prüft Tschechien die Verlegung von Corona-Patienten in europäische Länder. Prag stehe dazu bereits mit Deutschland, Polen und der Schweiz in Kontakt, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny am Freitag gegenüber der Agentur AFP. Diese Länder hätten die Aufnahme Dutzender Covid-19-Patienten aus Tschechien in Aussicht gestellt.

Tschechien hat momentan die höchste Rate an Corona-Neuinfektionen weltweit und die zweithöchste Corona-Todesrate. Bei Bedarf können die Regionalregierungen nun niedergelassene Ärzte für den Dienst in den überfüllten Spitälern rekrutieren. Ausserdem wurde beschlossen, auch Studierende mit dem Fach Medizin zur Verstärkung der Stationen einzusetzen.

Eine Sanitäterin bereitet sich in der tschechischen Stadt Kladno auf den nächsten Corona-Einsatz vor.
Eine Sanitäterin bereitet sich in der tschechischen Stadt Kladno auf den nächsten Corona-Einsatz vor.
Foto: Martin Divisek (Keystone/4. März 2021)

Expertenteams führen den massiven Anstieg der Fallzahlen in Tschechien auf verspätete Gegenmassnahmen der Regierung, eine schnelle Verbreitung der zunächst in Grossbritannien entdeckten, ansteckenderen Virusvariante und viele Verstösse der Bürger und Bürgerinnen gegen Corona-Restriktionen zurück. Seit vergangenem Jahr sind Treffen nur noch mit einer begrenzten Zahl von Menschen erlaubt und Restaurants geschlossen. Ausserdem gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Die Restriktionen sind aber nicht so umfangreich, wie während der ersten Welle. Diese Woche begann eine Testkampagne: Alle Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern müssen diese auf das Coronavirus testen, ab kommender Woche sind die Beschäftigten staatlicher Stellen an der Reihe.

Polizei büsst Verweigerer von Masken in Genf

Die Glarner Kantonspolizei hat am Donnerstagabend an einer Kundgebung 17 Ordnungsbussen zu je 100 Franken wegen Verstössen gegen die Maskentragpflicht ausgestellt.

Verteilt wurden die Bussen während der wöchentlich durchgeführten und bewilligten Kundgebung «Lünds lüchte und lüte» auf dem Rathausplatz in Glarus. Etwa 150 Personen nahmen daran teil, wie die Kantonspolizei am Freitag mitteilte.

Die Polizei führte eigenen Angaben zufolge eine Kontrolle der Maskentragpflicht durch. Zwei Personen seien überdies von der Veranstaltung weggewiesen worden, hiess es weiter.

Die Glarner Polizei hat Maskenverweigerer gebüsst.
Die Glarner Polizei hat Maskenverweigerer gebüsst.
Foto: Kapo Glarus/Keystone (Symbolbild)
Nationalratskommission präzisiert Maulkorb für Taskforce

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) ist auf ihre Forderung zurückgekommen, dass die Task-Force nicht mehr öffentlich informieren dürfe. Am Freitag hat sie sich nun dafür ausgesprochen, dass die Information nur über den Präsidenten erfolgen dürfe.

Gemäss dem neuen Antrag soll die Kommunikation der Task-Force nach aussen ausschliesslich durch den Präsidenten, derzeit Martin Ackermann, erfolgen, wie die Parlamentsdienste mitteilen. Zudem soll die Information der Task-Force nur in Rücksprache und in zeitlicher Abstimmung mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) erfolgen.

Der Entscheid, die Forderung anzupassen, fiel allerdings mit 12 zu 11 Stimmen knapp aus.

Bei ihrer letzten Sitzung zur Beratung des Covid-19-Gesetzes am 27. Februar hatte die Kommission noch verlangt, dass die wissenschaftliche Taskforce des Bundes sich gar nicht mehr zu Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus äussern solle. Die Information der Öffentlichkeit solle nur noch durch Bundesrat und Parlament erfolgen.

BAG meldet 1222 neue Fälle

Dem BAG sind am Freitag 1222 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 12 neue Todesfälle und 61 Spitaleinweisungen.

Am Freitag in der Vorwoche waren dem BAG 1065 neue Coronavirus-Ansteckungen, acht neue Todesfälle und 45 Spitaleinweisungen gemeldet worden.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 163,88 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,04.

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Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 1'190'300 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 884'905 Dosen verabreicht. 300'568 Personen sind bereits vollständig geimpft. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 5'198'760 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 562'290 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Fälle mit mutierten Viren

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 12'210 Fälle entdeckt worden. 4070 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 171 die südafrikanische (B.1.351) sowie sechs die brasilianische (P.1). 7963 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

23'712 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9331. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 10'110 Menschen in Isolation und 16'110 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 3743 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

BAG registriert 133'896 neue Impfungen in den letzten 7 Tagen

Bis und mit Mittwoch sind in der Schweiz innert Wochenfrist 133'896 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Dies geht aus den Angaben hervor, die das BAG am Freitag auf seiner Website veröffentlichte.

Pro Tag wurden damit durchschnittlich 19'128 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor sank die Impfkadenz um 3 Prozent.

Insgesamt wurden bis Mittwoch 884'905 Impfungen durchgeführt. Bislang sind 300'568 Personen vollständig geimpft, das heisst 3,5 Prozent der Bevölkerung haben bereits zwei Impfdosen erhalten. Bei 283'769 Personen wurden bislang nur die Erstimpfung durchgeführt.

Bereits an die Kantone ausgeliefert, aber noch nicht eingesetzt, sind momentan 305'395 Impfdosen. Zudem sind noch 117'100 Impfdosen beim Bund gelagert.

Hier finden Sie die Übersicht der Impfquoten in den Kantonen: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen.

Gesundheitsdirektoren unterstützen Bundesrat bei Lockerung

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) unterstützt weiterhin die Strategie einer schrittweisen, kontrollierten Öffnung des Bundesrats. Das sagte GDK-Präsident Lukas Engelberger nach einem Treffen mit Bundesrat Alain Berset.

«Wir müssen wachsam und handlungsfähig bleiben, um flexibel reagieren zu können», sagte Engelberger am Donnerstag vor den Medien. Er forderte das Parlament auf, die Handlungsfreiheit des Bundesrats bei Entscheiden zu Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus nicht einzuschränken.

Vertreter der Kantone und des Bundesrats tauschten sich regelmässig aus, sagte Engelberger. «Es ist normal, dass wir konsultiert werden.» Die GDK beklage sich nicht. Im Hinblick auf den Hauptansatz zur Bekämpfung der Corona-Pandemie seien die Kantone mit dem Bundesrat einig. Die GDK fordere zurzeit keine regionalen Lockerungen.

Zur Wachsamkeit zählt aus Sicht von Engelberger auch ein vermehrtes Testen. Bundesrat Berset wies darauf hin, dass derzeit im Schnitt 20'000 Personen pro Tag gegen das Coronavirus geimpft werden. Er bekräftigte, das Ziel sei weiterhin, dass sich bis im Sommer alle Personen impfen lassen können, die das wollen.

Bundesrat Alain Berset, rechts, und der Basler Regierungsrat Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK.
Bundesrat Alain Berset, rechts, und der Basler Regierungsrat Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK.
Foto: Alessandro della Valle (Keystone)
Curevac produziert künftig auch mit Partner Novartis Impfstoff

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac holt sich mit Novartis den nächsten Partner an Bord. Der Schweizer Konzern werde in die Produktion des Impfstoffkandidaten CVnCoV einsteigen, teilte Curevac am Donnerstag mit.

Die Vorbereitungen für den Produktionsstart, für den Technologietransfer und die Testläufe hätten schon begonnen. Novartis wolle bis zu 50 Millionen Dosen bis Ende 2021 und bis zu rund 200 Millionen Dosen im Jahr 2022 herstellen. Der Beginn der Auslieferungen vom Produktionsstandort in Kundl in Österreich beginne voraussichtlich in diesem Sommer. «Gemeinsam mit unserem neuen Partner können wir unsere Produktionskapazitäten deutlich erhöhen und unser Fertigungsnetzwerk auf eine noch breitere Basis stellen», sagte Curevac-Vorstand Florian von der Mülbe.

Curevac hatte im Herbst 2020 damit begonnen, ein europäisches Netzwerk zur Impfstoff-Herstellung mit mehreren Dienstleistungspartnern aufzubauen. Bislang hat Curevac Vereinbarungen mit Bayer, Fareva, Wacker, Rentschler und anderen geschlossen.

Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hatte das schnelle Prüfverfahren für den Curevac-Impfstoff Mitte Februar gestartet. Die Entscheidung beruht auf den vorläufigen Ergebnissen von Labortests und klinischen Studien. Daraus wird laut der EMA deutlich, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus anregt.

Das Logo des Konzerns an einem Novartis-Produktionswerk in Stein.
Das Logo des Konzerns an einem Novartis-Produktionswerk in Stein.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone/Archiv)
BAG meldet 1223 neue Fälle

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 1223 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Donnerstag vor einer Woche waren es 1169 Fälle, vor zwei Wochen 1219. Die Positivitätsrate beträgt 4,1 Prozent bei 30'076 neu gemeldeten Tests.

Es gab 48 neue Spitaleinweisungen und 9 Todesfälle. Zum Vergleich: Am Donnerstag vor einer Woche wurden 61 Spitaleinweisungen und 7 Todesfälle gemeldet, vor zwei Wochen 165 Spitaleinweisungen und 62 Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 161,42 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 19. Februar bei 1,07.

Insgesamt wurden bis Sonntagabend 971'850 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 807'799 Dosen verabreicht. 259'793 Personen sind bereits vollständig geimpft.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 5'167'034 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 5661'068 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 11'881 Fälle entdeckt worden. 4025 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 173 die südafrikanische (B.1.351) sowie 7 die brasilianische (P.1). 7676 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

23'651 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9319.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 10'438 Menschen in Isolation und 17'306 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 4040 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

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14-Tages-Inzidenz der Kantone:

Ansteckungen in der Schweiz nehmen wieder zu

Die Ansteckungen mit dem Coronavirus haben in der Woche vom 22. bis 28. Februar leicht um 3,6 Prozent zugenommen. In der 8. Kalenderwoche 2021 registrierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 7235 Fälle nach 6984 in der Vorwoche. Es handelt sich um die erste leichte Zunahme seit der dritten Dezemberwoche, wie das BAG in seinem am Donnerstag veröffentlichten Wochenbericht schreibt.

Die Fälle pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner lagen in den Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein zwischen 42 im Kanton Nidwalden und 147 im Kanton Neuenburg. Landesweit registrierten die Behörden zwischen dem 22. und 28. Februar 83,7 Ansteckungen auf 100'000 Einwohner. In der Vorwoche hatte die Kennzahl noch bei 80,8 gelegen.

Stagnierende Spitaleintritte

210 Personen mussten in der vierten Februarwoche wegen einer laborbestätigten Covid-19-Erkrankung ins Spital, nach 209 zum selben Zeitpunkt in der Woche zuvor. Dies bedeutet eine Stagnation der Anzahl Hospitalisationen, wobei laut BAG noch Nachmeldungen zu erwarten sind. Auf Intensivstationen lagen durchschnittlich 187 Patienten mit Covid-19. Das ist eine Abnahme gegenüber der Vorwoche. Die Intensivstationen waren zu zwei Dritteln ausgelastet.

Erwerbslosigkeit traf junge Frauen im Corona-Jahr am heftigsten

Frauen unter 40 sind im ersten Covid-19-Jahr am stärksten von Erwerbslosigkeit betroffen gewesen. Während Männer in allen Altersgruppen gleich häufig ihre Arbeit verloren, war das bei Frauen zwischen 40 und 54 Jahren nur selten der Fall, bei den noch älteren gar nie.

Die jungen Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren hatten den höchsten Zuwachs zwischen 2019 und 2020; ihre Erwerbslosenquote stieg von 7,2 im Jahr 2019 auf 8 Prozent im Jahr 2020, wie die aktualisierten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) vom Donnerstag zeigen.

Hingegen hat sich die Quote bei den 40- bis 54-jährigen und bei den 55- bis 64-jährigen Frauen im Vergleich zu 2019 weniger verändert. Bei Letzteren ist die Erwerbslosenquote sogar leicht zurückgegangen.

Ungeachtet der Geschlechter litten Arbeitnehmende im Alter von 25 bis 39 Jahren am stärksten unter Jobverlust: Bei ihnen stieg die Arbeitslosigkeit um 0,7 Prozentpunkte von 3,7 auf 4,4 Prozent.

Mehr Hausmänner wegen Corona?

Die Verteilung Vollzeit/Teilzeit blieb sich 2020 insgesamt gleich wie im Vorjahr: 62,6 Prozent der Beschäftigten arbeiteten über 90 Prozent, 37,4 Prozent weniger. Zwischen den Geschlechtern zeigten sich aber signifikante Unterschiede: Während bei den Frauen die Vollzeitbeschäftigung um 0,7 Prozentpunkte zunahm auf 40,9 Prozent, ging sie bei den Männern um 0,6 Prozentpunkte zurück auf 81,7 Prozent.

Junge Frauen hat es im Pandemie-Jahr punkto Erwerbslosigkeit am härtesten getroffen.
Junge Frauen hat es im Pandemie-Jahr punkto Erwerbslosigkeit am härtesten getroffen.
Foto: Keystone (Symbolbild)

Bis 2019 hatte die Vollzeitbeschäftigung von Frauen kontinuierlich abgenommen: 1995 arbeiteten noch 47,1 Prozent der erwerbstätigen Frauen 90 Prozent und mehr, 2005 waren es 43,5 und 2015 noch 41 Prozent, während die Teilzeitbeschäftigung analog stieg.

Bei Männern gilt derselbe Befund: Von 1995 bis 2019 fiel der Anteil der Vollzeit arbeitenden Männer von 91,9 auf 82,3 Prozent. 2020 setzte sich bei ihnen der Abwärtstrend fort, während er sich bei den Frauen umkehrte.

Erwerbslosenquote stieg bei Männer stärker

Die Erwerbslosenquote gemäss ILO (Definition des Internationalen Arbeitsamts) stieg 2020 bei Männern stärker als bei Frauen: um 0,6 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent, während sie bei Frauen nur um 0,3 Prozentpunkte anstieg und nun 5 Prozent erreicht hat – ein Wert, der schon in früheren Jahren immer wieder aufschien.

Die Erwerbslosigkeit hat letztes Jahr Männer und Frauen unterschiedlich stark getroffen: Junge Frauen verloren überdurchschnittlich häufig ihre Jobs.
Die Erwerbslosigkeit hat letztes Jahr Männer und Frauen unterschiedlich stark getroffen: Junge Frauen verloren überdurchschnittlich häufig ihre Jobs.
Foto/Grafik: Bundesamt für Statistik via Keystone
Moderna liefert Impfstoff mit Verspätung

Gegen Corona wird in der Schweiz nur in gemächlichem Tempo geimpft. Und wie einer Mitteilung des Kantons St.  Gallen zu entnehmen ist, wird sich daran in nächster Zeit auch nichts ändern. Demnach wurden alle Kantone am Mittwoch vom Bundesamt für Gesundheit informiert, dass es erneut Lieferschwierigkeiten gibt.

Für Mitte und Ende März seien zwei weitere Lieferungen des Impfstoffs von Moderna angekündigt gewesen, heisst es in der Mitteilung aus St. Gallen. Die Lieferungen würden nun aber jeweils eine Woche später eintreffen. Die Kantone seien deshalb erneut gezwungen, den Zeitplan für die Impfaktion anzupassen.

Das Produkt von Moderna ist einer von zwei bisher in der Schweiz zugelassenen Corona-Impfstoffen. Er spielt die mit Abstand wichtigste Rolle in der Impfkampagne. 13,5 Millionen Dosen hat die Schweiz beim US-Unternehmen bestellt.

Das sorgt vor allem im Kanton St. Gallen für Probleme. Die Lieferprobleme von Moderna führen zu kleinen Impfstoff-Kontingenten. Deshalb sollen nun vor allem Zweitimpfungen sichergestellt werden.

Bis Ende März werde im Kanton St. Gallen die Erstimpfung bei den über 80-jährigen Personen und den Hochrisikopatientinnen und -patienten abgeschlossen sein, teilte das Gesundheitsdepartement am Mittwoch mit. Die Sicherstellung der Zweitimpfung habe bei der Planung hohe Priorität.

Die Ungeduld bei den Patientinnen und Patienten nehme zu. Die Arztpraxen könnten aber nur begrenzt Impftermine anbieten, weil es zu wenig Impfstoff gebe. Auch in den kommenden Wochen werde der Kanton nur kleine Kontingente erhalten. (sda/red)

Der Kanton St. Gallen beklagt sich über ausbleibende oder verspätete Lieferungen von Impfstoffen. (Symbolbild)
Der Kanton St. Gallen beklagt sich über ausbleibende oder verspätete Lieferungen von Impfstoffen. (Symbolbild)
Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)
Schweigeminute und Kirchenglocken für Pandemie-Opfer

Bundespräsident Guy Parmelin lädt am kommenden Freitag alle Menschen in der Schweiz zu einer Schweigeminute für die über 9000 an oder mit dem Coronavirus Verstorbenen ein. Danach werden im ganzen Land die Kirchenglocken läuten.

Die Schweigeminute im ganzen Land soll genau um 11.59 Uhr stattfinden, wie das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) am Mittwoch mitteilte. Um 12 Uhr werden die drei Landeskirchen dann zum gemeinsamen Gedenken ihre Kirchenglocken läuten lassen. (Lesen Sie dazu auch: Parmelin erhielt vom Parlament eine Absage für Traueranlass).

Auch die Schweiz habe einen hohen Preis für die Pandemie bezahlt, heisst es in der Mitteilung. Über 9000 Menschen seien an den Folgen der Krankheit verstorben. Viele Erkrankte kämpften mit den Spätfolgen. Tausende hätten ihre Arbeit und zuweilen auch die Hoffnung verloren.

Im Gedenken an die Opfer und in Dankbarkeit an alle, die für die Bewältigung der Krise persönliche Opfer erbracht haben, möchte der Bundespräsident alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz zu einem Moment der Besinnung einladen.

In Gedenken an die Corona-Opfer werden am Freitag im ganzen Land die Kirchenglocken läuten.
In Gedenken an die Corona-Opfer werden am Freitag im ganzen Land die Kirchenglocken läuten.
Foto: Martin Rütschi (Keystone/Archiv)
BAG meldet 1223 neue Fälle

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden1223 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Mittwoch vor einer Woche waren es 1343 Fälle, vor zwei Wochen 1253. Die Positivitätsrate beträgt 4,5 Prozent bei 27'335 neu gemeldeten Tests.

Es gab 47 neue Spitaleinweisungen und 7 Todesfälle. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche wurden 43 Spitaleinweisungen und 16 Todesfälle gemeldet, vor zwei Wochen 66 Spitaleinweisungen und 22 Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 161 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,06.

Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 971'850 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 807'799 Dosen verabreicht. 259'793 Personen sind bereits vollständig geimpft.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 5'136'958 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 559'845 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 11'480 Fälle entdeckt worden. 3992 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 170 die südafrikanische (B.1.351) sowie 7 die brasilianische (P.1). 7311 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

23'603 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9310.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 10'249 Menschen in Isolation und 16'989 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 3818 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Hier gelangen Sie zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

14-Tages-Inzidenz der Kantone:

Besuchsregeln in Bündner Altersheimen werden für Geimpfte gelockert

Gegen das Coronavirus geimpfte Bewohnerinnen und Bewohner von Bündner Alters- und Pflegeheimen bekommen ein Stück Normalität zurück: Je nach dem Datum ihrer zweiten Impfung werden die einschränkenden Besuchsregeln für sie gelockert oder ganz aufgehoben.

Der Entscheid wurde vom Bündner Gesundheitsamt gefällt, wie dieses am Mittwoch mitteilte. Ausschlaggebend sei die nachgewiesene Wirkung der kantonalen Impf- und Teststrategie gewesen. Seit Anfang Februar hat es in den Alters- und Pflegeheimen bei geimpften Personen keine nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus mehr gegeben.

Bewohnerinnen und Bewohnern von Bündner Altersheimen mit voll wirksamer Corona-Impfung müssen keine Schutzmasken mehr tragen.
Bewohnerinnen und Bewohnern von Bündner Altersheimen mit voll wirksamer Corona-Impfung müssen keine Schutzmasken mehr tragen.
Foto: Christian Beutler (Keystone/Archiv)
Jeder dritte Homeoffice-Rekrut fällt beim Eintrittstest durch

Nach drei Wochen im Homeoffice rückten am 8. Februar rund 5000 Rekruten in die Kasernen ein. Die Armeeangehörigen hatten den Auftrag, sich Zuhause via E-Learning Grundkenntnisse des Militärs und des militärischen Alltags anzueignen. Etwa, wie man sich beim Vorgesetzten korrekt an- und abmeldet, was die Gradabzeichen bedeuten oder wie die einzelnen Teile des persönlichen Gewehrs genannt werden.

Doch weil das IT-System zu Beginn der Homeoffice RS überlastet war, überbrückten zahlreiche Rekruten die lernfreie Zeit. Obwohl die Armee die Prüfungsfragen vereinfachte, hätten einige die Sitzbank wohl noch ein wenig länger drücken sollen: Jeder dritte Homeoffice-Rekrut hat den Eintrittstest nicht bestanden.

«Nacharbeit ist nicht als Strafe zu verstehen»

«Von den Rekruten, welche die ersten drei RS-Wochen im Distance Learning zuhause waren, haben 70% den LMS-Test bestanden», teilt die Armee auf Anfrage mit. «Die restlichen 30% müssen etwas nacharbeiten, damit in wenigen Tagen alle Rekruten auf dem gleichen Wissensstand sind.» Wann und wie diese Nacharbeiten stattfinden, sei den Kompaniekommandanten der Kasernen überlassen.« Die Nacharbeit ist dabei nicht als Strafe zu verstehen, sondern als Möglichkeit, Geübtes zu wiederholen und zu festigen.»

5000 Rekruten hatten den Auftrag, sich Zuhause via E-Learning Grundkenntnisse des Militärs und des militärischen Alltags anzueignen. (Symbolbild)
5000 Rekruten hatten den Auftrag, sich Zuhause via E-Learning Grundkenntnisse des Militärs und des militärischen Alltags anzueignen. (Symbolbild)
Foto: Christian Beutler (Keystone)

Für einen ersten Versuch, die allgemeine Grundausbildung der Rekruten via Distance Learning durchzuführen, sei die Armee mit dem Resultat zufrieden. «Man darf auch nicht vergessen, dass die Rekrutinnen und Rekruten ganz unterschiedliche Interessen, Vorkenntnisse und Bildungsniveaus haben.» Für die einen sei es kein Problem gewesen, sich den Stoff selbständig anzueignen, für andere jedoch habe der Auftrag einen grossen Aufwand dargestellt.

Zuger Spital zahlt 1,2 Millionen Franken Boni an Personal

Das Zuger Kantonsspital zahlt seinen Mitarbeitenden für deren Einsatz während der Pandemie in den letzten zwölf Monaten einen Bonus. Pro Monat erhalten diese brutto je hundert Franken mehr, was das Spital insgesamt über 1 Million Franken kostet.

Insbesondere die erste Welle habe das Zuger Kantonsspital stark getroffen und sogar die Eröffnung einer zweiten Intensivstation erfordert, teilte das Spital am Dienstag mit. Dank dem Einsatz der Mitarbeitenden hätten mittlerweile fast alle verschobenen Eingriffe nachgeholt werden können.

Für die «ausserordentliche Leistung» erhält das Personal unabhängig vom Beschäftigungsgrad mit dem März-Lohn einen Corona-Bonus von bis zu 1200 Franken. Dies habe der Verwaltungsrat zusammen mit der Spitalleitung entschieden, hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Bei den rund 1000 Mitarbeitenden ergebe es eine Summe von rund 1,2 Millionen Franken.

Ermöglicht werde die Zahlung, weil sich die wirtschaftlichen Leistungen im Jahr 2020 trotz Pandemie auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr bewegten, heisst es in der Mitteilung. Bisher hat das Kantonsspital mehr als 450 Covid-19-Patientinnen und -Patienten stationär behandelt. Im Testcenter führte es über 40'000 Corona-Tests durch.

Das Zuger Kantonsspital von aussen.
Das Zuger Kantonsspital von aussen.
Foto: Screenshot www.zkgs.ch
Corona-Richtwerte im Check

Der Bundesrat stützt sich bei seinem Lockerungsentscheid auf vier Richtwerte. Wir prüfen diese täglich und zeigen, ob die Bedingungen für eine weitere Öffnung gegeben sind.

Wir liefern ein tägliches Update: Sind die Kriterien des Bundesrates für eine Öffnung erfüllt?

sda/reuters/red

6034 Kommentare
    enrico

    Apropos, im Österreich sind im Moment zwei Dörfer wegen höheren Ansteckungsräten isoliert. Die einzige, die noch frei zirkulieren dürfen sind die Kinder und Junge im schulischen Alter, die geimpften Personen und di Covid-genesenen. Weil sie immun sind wie die geimpften. Entweder ist unser BAG total falsch informiert oder sind die Österreicher komplett gewissenlos. Was ich eben nicht glaube.