Zum Hauptinhalt springen

Kolumne Philipp LoserCorona oder Im Land der unbegrenzten Käsesorten

Die zweite Welle zeigt: Die Schweiz existiert leider doch nicht.

Die Aufregung von damals hallt heute nur noch in ein paar Ansprachen zum Bundesfeiertag nach. Wisst ihr noch? Damals an der Weltausstellung 1992 in Sevilla? Quel bordel!

«La Suisse n’existe pas» hatte der Künstler Ben Vautier an den Eingang des Schweizer Pavillons geschrieben, und das wurde in der Heimat hitzig debattiert. Ein «defätistisches Spektakel» nannte es der Aargauer Unternehmer Otto H. Suhner in der NZZ. «Eine Schande für unser Land» der SVP-Nationalrat René Moser.

Der Satz fiel nur ein Jahr nach den ausufernden Identitätsdiskussionen zum 700-jährigen Bestehen der Eidgenossenschaft, das mit allerlei Pomp (und Kritik) gefeiert wurde. Die Debatte war noch frisch. Die Debatte war nötig. Selbst ein von der Weltgeschichte scheinbar unberührtes Land spürte damals das Ende des Kalten Kriegs, die Auflösung der grossen Blöcke, das Ende einer Weltordnung. Wo ist unser Platz? Was ist unser Selbstverständnis? Warum gehören wir überhaupt zusammen?

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.