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Coronavirus weltweit+++ Fallzahlen in Deutschland steigen leicht +++ TUI glaubt an Osterferien auf Mallorca

Nach dem Lieferstopp von Corona-Impfstoff aus der EU will Australien Druck auf Brüssel ausüben, um an die Dosen zu kommen. Internationale News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In einer Trendwende hat die Zahl der neuen Fälle von Covid-19 jüngst weltweit wieder zugenommen.

  • Die Lockerung von Gesundheitsmassnahmen, Corona-Müdigkeit und die Verbreitung mutierter Viren dürften damit zu tun haben.

  • Weltweit laufen gigantische Impfprogramme (Zum Vergleich).

LIVE TICKER

TUI glaubt an Osterferien auf Mallorca

Der Reisekonzern TUI sieht Potenzial für Osterurlaub am Mittelmeer: TUI sei in enger Abstimmung mit den wichtigsten europäischen Urlaubsländern, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten mit guten Konzepten auf den Neustart vorbereitet hätten – «allen voran Mallorca», erklärte das Unternehmen. Weiterhin angesagt ist nach Angaben des Reiseanbieters auch Urlaub im eigenen Land.

Mit Blick auf Mallorca hob TUI hervor, dass die spanische Baleareninsel konstant niedrige Inzidenzwerte habe und traditionell zu den beliebtesten Reisezielen über die Osterfeiertage gehöre. «Wir kommen dem Wunsch unserer Urlauber nach und planen, TUI-Gästen einen Osterurlaub auf Mallorca zu ermöglichen», erklärte Andryszak.

Australien wirft EU «Impf-Protektionismus» vor

Nach dem Lieferstopp von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union will Australien gemeinsam mit anderen Ländern Druck auf Brüssel ausüben, um abgesprochene Dosen doch noch zu erhalten. Handelsminister Dan Tehan sagte am Dienstag dem Sender ABC, es handele sich um «Impf-Protektionismus» seitens der EU. Er sei «unglaublich enttäuscht» über die Entscheidung Italiens, den Export von 250'000 Dosen des Vakzins von Astrazeneca zu blockieren. Es bestehe die Sorge, dass die EU auch künftige Lieferungen zurückhalten könne.

Australien plane, mit Kanada, Japan, Norwegen und Neuseeland zusammenzuarbeiten, um die EU zu drängen, ihre Meinung zu ändern, sagte Tehan. «Je mehr wir kollektiven Druck auf sie ausüben können, desto mehr werden sie erkennen, dass das, was sie tun, falsch ist.»

Will mehr «kollektiven Druck» auf die EU ausüben: Handelsminister Dan Tehan ist von Italien «unglaublich enttäuscht».
Will mehr «kollektiven Druck» auf die EU ausüben: Handelsminister Dan Tehan ist von Italien «unglaublich enttäuscht».
Foto: Sam Mooy (Getty Images)

Italien hatte in der vergangenen Woche die Lieferung von einer Viertelmillion Dosen Impfstoff von Astrazeneca an Australien verhindert – und damit erstmals die Ausfuhr von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union in einen Drittstaat gestoppt. Im Visier sind Hersteller, die ihre EU-Lieferpflichten nicht erfüllen. Astrazeneca hält die ursprünglich zugesagte Liefermenge an die EU im ersten Quartal nicht ein, was für grossen Unmut sorgt.

«Das Ganze ist kein feindseliger Akt Italiens gegen Australien», hatte der italienische Aussenminister Luigi Di Maio gesagt. Das Verbot sei Teil einer am 30. Januar in Europa beschlossenen Export-Kontrollregelung. Frankreich begrüsste den Schritt. «Das zeigt, dass wir als Europäer fähig sind, nicht naiv zu sein und unsere Interessen zu verteidigen», sagte Europa-Staatssekretär Clément Beaune.

Fallzahlen in Deutschland steigen leicht

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 4200 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 4252 neue Ansteckungsfälle registriert. Das sind 309 mehr als vergangenen Dienstag. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz fiel auf 67,5. Am Vortag hatte dieser Wert 68 betragen.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich den Angaben zufolge auf 2.509.445. Laut RKI wurden ferner 255 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion binnen 24 Stunden registriert. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 72.189. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI mit rund 2,3 Millionen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz war zuletzt wieder angestiegen, nachdem sie im Februar zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen war. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Sie ist ein wesentlicher Massstab bei der Verhängung oder Lockerung von Corona-Restriktionen.

Niederlande erlauben Flüge aus Grossbritannien

Passagierflugzeuge- und Fähren dürfen einem Medienbericht zufolge ab Dienstag von Grossbritannien aus wieder die Niederlande ansteuern. Die niederländische Regierung werde das bisherige Verbot aufheben, meldete die Nachrichtenagentur ANP am Dienstagabend.

Es war im Januar verhängt worden, um ein Übergreifen einer als ansteckender geltenden Coronavirus-Variante aus Grossbritannien zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Die Massnahme mache aber keinen Sinn mehr, da die Mutation inzwischen ohnehin die neue dominierende Virusvariante in den Niederlanden sei, berichtete ANP unter Berufung auf das Kabinett weiter.

Unter tausend Corona-Tote in den USA

Zum ersten Mal seit knapp dreieinhalb Monaten sind in den USA binnen eines Tages weniger als tausend Corona-Tote verzeichnet worden. In den vergangenen 24 Stunden seien 749 Todesfälle registriert worden, teilte die Johns-Hopkins-Universität am Montag mit. Am 12. Januar hatte der bisherige Höchststand noch 4473 Tote betragen. Zuletzt lag die Zahl am 29. November unter tausend, damals starben mindestens 822 Menschen binnen 24 Stunden.

In den USA hatten die Impfungen gegen das neuartige Coronavirus im Dezember begonnen. Mittlerweile haben fast zehn Prozent aller US-Bürger ihren vollen Impfschutz erhalten, das entspricht rund 31,5 Millionen Menschen. Am Montag erlaubten die US-Behörden mehr Kontakte für diese Menschen, sie dürfen nun in geschlossenen Räumen ohne Maske und Mindestabstand mit anderen Geimpften zusammenkommen.

700'000 Corona-Tote in Lateinamerika

In Lateinamerika und der Karibik sind inzwischen mehr als 700'000 Todesfälle durch das Coronavirus verzeichnet worden. In der Region gab es mindestens 700'022 Corona-Tote, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zum Dienstag ergab. Damit liegen Lateinamerika und die Karibik an zweiter Stelle nach Europa, wo mindestens 876'511 Menschen starben. An dritter Stelle der Weltregionen rangieren die USA und Kanada, dort starben mindestens 547'986 Menschen.

Die Staaten in Lateinamerika mit den höchsten Zahlen von verzeichneten Corona-Toten sind Brasilien (rund 266'000) und Mexiko (knapp 191'000).

Weltweit haben sich knapp 117 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt, knapp 2,26 Millionen Menschen starben seit Dezember 2019.

Niederlande verlängern Lockdown bis Ende März

In den Niederlanden werden Corona-Lockdown und die stark umstrittene Ausgangssperre um weitere zwei Wochen bis Ende März verlängert. Ministerpräsident Mark Rutte sagte am Montagabend in Den Haag, erst wenn die Infektionszahlen deutlich zurückgingen, könne es deutliche Lockerungen geben. Allerdings kündigte er kleine Erleichterungen an. So dürfen Geschäfte vom 16. März an unter bestimmten Umständen bis zu 50 Kunden einlassen.

Angesichts des weiter hohen Drucks auf die Krankenhäuser wären grössere Erleichterungen zur Zeit unverantwortlich, sagte Rutte. «Bei uns ist es echt schlechter als in Deutschland und Dänemark.» Auf Reisen ins Ausland sollen die Niederländer noch bis mindestens 15. April verzichten. Zu Ostern können jedoch möglicherweise die Terrassen von Cafés und Restaurants öffnen.

«Aber der Wendepunkt kommt näher, dass der Impfstoff die Überhand bekommt», sagte der Regierungschef. Nach Ruttes Einschätzung könnte im Juli ein grosser Schritt zurück zur Normalität möglich sein. Die Regierung schätzt, dass bis Ende Juli alle Erwachsenen zumindest mit einer Dosis geimpft sein könnten. Aktuell haben in dem 17-Millionen-Einwohner-Land etwa sechs Prozent der Bürger zumindest eine Dosis erhalten.

In den Niederlanden wird am 17. März gewählt. Im Wahlkampf sind die Pandemie und der Lockdown wichtigstes Thema. Seit Mitte Dezember ist das öffentliche Leben stark eingeschränkt. Seit Februar gibt es einige Erleichterungen wie Präsenzunterricht an weiterführenden Schulen und Einkaufen auf Termin. Persönliche Kontakte sind immer noch stark begrenzt. In der Regel muss man von 21.00 bis 4.30 Uhr zuhause bleiben.

USA lockern Corona-Empfehlungen für Geimpfte

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat die Corona-Empfehlungen für Geimpfte gelockert. Vollständig geimpfte Menschen könnten fortan bei sich zu Hause wieder ohne Schutzmaske und Abstandsregeln Gäste empfangen, wenn diese ebenfalls geimpft seien, sagte CDC-Chefin Rochelle Walensky am Montag.

Geimpfte könnten auch nicht geimpfte Gäste aus höchstens einem anderen Haushalt bei sich empfangen, solange bei diesen kein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bestehe. Geimpften wird auch nicht mehr empfohlen, sich in Quarantäne zu begeben und testen zu lassen, wenn sie Kontakt zu einem Corona-Positiven hatten und selbst keine Krankheitssymptome aufweisen.

Allerdings werden durchgeimpfte Menschen weiterhin aufgerufen, Masken zu tragen und Abstand zu anderen einzuhalten, wenn sie sich in der Öffentlichkeit befinden. Auch von Reisen und grösseren Menschenansammlungen wird weiter grundsätzlich abgeraten.

«Wir wissen, dass die Menschen sich impfen lassen wollen, damit sie wieder die Dinge tun können, die sie mit den Menschen, die sie lieben, geniessen», erklärte Walensky am Montag. Vollständig geimpfte Menschen könnten nun bei sich zu Hause wieder einige alte Gewohnheiten aufnehmen.

Ein Patient erhält in Thornton, Colorado, eime Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson.  (6. März 2021)
Ein Patient erhält in Thornton, Colorado, eime Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. (6. März 2021)
Foto: Michael Ciaglo (AFP)

Als vollständig geimpft gilt jemand zwei Wochen nach Erhalt seiner zweiten Impfdosis der Vakzine von Biontech-Pfizer und Moderna, oder zwei Wochen nach Erhalt der Impfung von Johnson & Johnson, bei der nur eine Dosis notwendig ist. Bei den Richtlinien der CDC handelt es sich um Handlungsempfehlungen. Verbindliche Vorgaben werden von den Bundesstaaten erlassen.

Italien überschreitet Marke von 100'000 Corona-Toten

Italien hat am Montag offiziell die Schwelle von 100 000 Corona-Toten überschritten. Innerhalb von 24 Stunden starben weitere 318 Menschen nachweislich mit oder an dem Virus. Die Behörden in dem 60-Millionen-Einwohner-Land registrierten seit Beginn der Pandemie vor mehr als einem Jahr insgesamt 100 103 Corona-Opfer. Italien war von dem Virus Sars-CoV-2 im Frühjahr vergangenen Jahres früher und heftiger als andere Länder in Europa heimgesucht worden. Das Land kämpft gerade gegen wieder deutlich steigende Infektionszahlen.

Mit seiner Opferzahl liegt Italien nach Angaben der Johns Hopkins Universität in den USA weltweit auf Platz sechs hinter Grossbritannien. Die meisten Toten haben danach die USA zu beklagen. Deutschland verzeichnete bisher etwa 72 000 Virus-Tote. Insgesamt infizierten sich nach der Statistik des Gesundheitsministeriums in Rom mehr als drei Millionen Menschen in Italien mit dem Virus.

Niederlande wollen Corona-Pass

Die Niederlande wollen einen Corona-Pass einführen und damit geimpften oder negativ getesteten Bürgern mehr Freiheiten geben. Eine entsprechende App fürs Handy werde zur Zeit entwickelt, sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge dem TV-Sender NOS am Montag in Den Haag. Damit könnten Bürger zum Beispiel reisen, ein Konzert oder Festival besuchen oder ins Restaurant oder Kino gehen.

Zuvor müssen rechtliche Fragen geklärt werden. Die App solle nur angeben, ob die Person immun sei, sagte der Minister. Man könne aber nicht sehen,ob jemand geimpft oder negativ getestet sei. «Wir wollen keine Impfpflicht, auch keine indirekte», sagte der Minister. Zunächst müsse aber zweifelsfrei geklärt sein, dass Geimpfte das Virus nicht doch verbreiten können.

Nach Angaben des Ministers gibt es bereits eine App, die einen QR-Code erstellt bei einem negativen Test-Ergebnis. Das könne man erweitern, so dass auch ein entsprechender Code bei einer Impfung erstellt werde. Technisch könnte ein solcher Handy-Pass bereits vor dem Sommer zur Verfügung stehen. Er könne auch für freies Reisen innerhalb der EU eingesetzt werden.

Erste Stadt in Österreich von Ausreisebeschränkung betroffen

In Österreich müssen sich erstmals Einwohner einer grösseren Stadt auf Ausreisebeschränkungen wegen vieler Corona-Neuinfektionen einstellen. Wer Wiener Neustadt, ein Ort mit 45'000 Bürgern, verlassen wolle, benötige ab Mittwoch einen negativen Coronatest, teilte die Stadt am Montag mit. Sanktionen für Ausreisen ohne negatives Testergebnis solle es allerdings erst ab Samstag geben. Zugleich werde die Zahl der Teststrassen unter anderem für die vielen Tausend Pendler bis dahin von 16 auf 40 erhöht hiess es. Für die Kontrollen seien auch 300 Soldaten angefordert worden.

In der Stadt, die etwa 50 Kilometer südlich von Wien liegt, steht die Sieben-Tages-Inzidenz aktuell bei etwa 560. Ab einer Inzidenz von 400 sieht eine Verordnung des Gesundheitsministeriums Ausreisebeschränkungen vor. Betroffen waren davon bisher aber eher kleine Gemeinden.

Bundestagsabgeordneter aus CSU ausgetreten

Der im Zusammenhang mit Maskengeschäften unter Korruptionsverdacht stehende Bundestagsabgeordnete Georg Nüsslein ist aus der CSU ausgetreten.

Foto: Sören Stache (Keystone)

CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte am Montag in München, das Präsidium der Christsozialen «nimmt die Entscheidung zur Kenntnis, seine Mitgliedschaft in der CSU zu beenden». Blume forderte von Nüsslein, auch sein Bundestagsmandat niederzulegen und Wiedergutmachung zu betreiben.

Nüsslein sass fast 20 Jahre für die CSU im Bundestag, zuletzt als stellvertretender Fraktionschef von CDU/CSU. Er soll Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Geschäften mit Corona-Schutzmasken erhalten haben. Die Generalstaatsanwaltschaft München führt deshalb Ermittlungen wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Nüsslein bestreitet alle Vorwürfe. Er war zuvor als Fraktionsvize zurückgetreten, hatte die Fraktion verlassen und angekündigt, bei der Bundestagswahl nicht mehr anzutreten.

Finnland schränkt öffentliches Leben weiter ein

In Finnland sind am Montag weitere Massnahmen eingeführt worden, die eine Verbreitung des Corona-Virus stoppen sollen. In vielen Regionen des Landes müssen Studenten und Schüler der Oberstufen für die nächsten drei Wochen zu Hause unterrichtet werden. Trainings- und Freizeitaktivitäten für Kinder über 12 Jahren wurden eingestellt. Es wird empfohlen, dass sich nicht mehr als sechs Personen an einem Ort treffen.

Das finnische Parlament beschloss am Montag ausserdem zahlreiche Beschränkungen für die Gastronomie: In 15 der 19 finnischen Regionen müssen die Restaurants, Kneipen und Nachtclubs schliessen. Zulässig ist nur noch der Verkauf von Gerichten zum Mitnehmen. Bereits am Freitag trat ein Gesang- und Tanzverbot in Kraft, das bis Ende Juni gilt. Demnach ist es nicht erlaubt, in Lokalen zu tanzen oder Karaoke zu singen.

Finnland gehört mit knapp 800 Todesfällen in Zusammenhang mit Corona zu den Ländern in Europa, die die Pandemie am besten gemeistert haben. Doch in den letzten Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen rapide angestiegen. Mehr als 62'000 Finnen wurden inzwischen mit dem Sars-CoV-2-Virus diagnostiziert, knapp 1300 mit der britischen Variante. Auf 100'000 Einbürger kamen in den letzten zwei Wochen nach Informationen der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC 147 Infizierte. 1,5 Prozent der Bevölkerung hatten am Montag beide Impfdosen bekommen.

Pariser Spitäler sollen wegen Corona weniger operieren

Um die Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu erhöhen, sollen die Spitäler im Grossraum Paris bis zu 40 Prozent ihrer medizinischen Aktivitäten wie beispielsweise geplante Operationen reduzieren. Das hat die regionale Gesundheitsbehörde ARS angewiesen, wie diese auf Nachfrage am Montag bestätigte.

Derzeit seien von rund 1050 Intensivbetten für Corona-Patienten 973 belegt, sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde der Île de France, Aurélien Rousseau, der Nachrichtenagentur AFP. Das entspricht einer Auslastung von rund 93 Prozent. Deshalb müsse «sehr schnell reagiert werden», sagte Rousseau.

Besorgt äusserte er sich über die rasche Ausbreitung des Virus. Die Wocheninzidenz im Pariser Grossraum ist nach letzten veröffentlichten Zahlen auf mehr als 330 pro 100'000 Einwohner gestiegen. Vor einem Monat hatte sie noch bei 240 gelegen. Rund 75 Prozent der positiv Getesteten steckten sich zuletzt mit einer hoch ansteckenden Virus-Variante an, überwiegend mit der britischen.

Corona-Lage angespannt

Die Corona-Lage in der französischen Hauptstadt ist angespannt. Es gilt eine erhöhte Corona-Warnstufe. Ein Wochenend-Lockdown wie etwa in Nizza oder Dunkerque (Dünkirchen) gilt im Pariser Grossraum aber nicht. Die Polizeipräfektur hatte zuletzt ein Alkoholverbot an zahlreichen öffentlichen Plätzen wie etwa den Seine-Ufern verhängt. Am Wochenende räumte sie die Ufer, weil dort Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien.

Polizisten patrouillieren, während sich Pariser am Ufer der Seine versammeln, um den sonnigen Sonntag am 07. März 2021 in Paris, Frankreich, zu geniessen.
Polizisten patrouillieren, während sich Pariser am Ufer der Seine versammeln, um den sonnigen Sonntag am 07. März 2021 in Paris, Frankreich, zu geniessen.
Foto: Chesnot (Getty Images)

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo brachte eine Anpassung der geltenden Ausgangssperre ab 18.00 Uhr ins Spiel. Wenn man sich die Arbeitszeiten in Paris anschaue, sehe man, dass der Arbeitstag um diese Zeit in der Regel noch nicht beendet sei, sagte sie dem Sender France Inter. «Wir fangen morgens etwas später an und hören abends natürlich auch etwas später auf.» In Frankreich gilt seit Wochen eine strikte Ausgangssperre. Einkäufe oder Spaziergänge sind nach 18.00 Uhr verboten, Ausnahmen gelten etwa für den Arbeitsweg.

Israel durchbricht Marke von fünf Millionen Erstimpfungen

Israel nähert sich seinem Corona-Impfziel immer stärker an. Eine 34 Jahre alte, schwangere Frau erhielt am Montag in Tel Aviv die fünfmillionste Erstimpfung. Auf die Frage, wie es ihr nach dem Piks gehe, sagte Janet Lavi-Azulay: «Es ist ein wunderbares Gefühl, ich bin sehr aufgeregt.» Eine Gefahr für Schwangere sehe sie durch die Impfung nicht. «Das Virus ist viel gefährlicher.»

Während sich in der Schweiz nur Schwangere mit Vorerkrankungen impfen lassen können, wird in Israel die Impfung von Schwangeren ausdrücklich empfohlen. Die Zweitimpfung erhielten in Israel bislang etwa 3,8 Millionen Menschen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wohnte der Impfung am Montag bei. Der 71-Jährige sagte, er rechne damit, dass bald auch Kinder geimpft würden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (links) und Gesundheitsminister Yuli Edelstein (Mitte) mit Janet Lavi-Azulay (zweite von links) am 8. März 2021 in Tel Aviv. Die schwangere Frau erhielt die fünfmillionste Erstimpfung.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (links) und Gesundheitsminister Yuli Edelstein (Mitte) mit Janet Lavi-Azulay (zweite von links) am 8. März 2021 in Tel Aviv. Die schwangere Frau erhielt die fünfmillionste Erstimpfung.
Foto: Miriam Alster (AP)

Die Impfkampagne in Israel mit seinen etwa 9,3 Millionen Einwohnern hatte kurz vor Weihnachten begonnen, sie zählt zu den erfolgreichsten weltweit. Dies liegt unter anderem an dem digitalisierten Gesundheitssystem in dem Land und einer ausreichenden Menge an Impfstoff. Die Regierung will mindestens 6,2 Millionen Menschen impfen. Rund ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 16 Jahre, diese Gruppe kann bislang nicht geimpft werden.

Zum Vergleich: In der Schweiz wurden bisher 882'184 Impfdosen verabreicht.

Thailand plant Verkürzung der Quarantänezeit für geimpfte Reisende

Thailand will die vorgeschriebene Quarantänezeit für geimpfte Reisende verkürzen – von 14 auf 7 Tage. Die neue Regelung könnte schon ab April in Kraft treten, allerdings müsse das Kabinett noch zustimmen, sagte Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul am Montag. Die neue Regelung werde aber voraussichtlich nicht für Reisende aus afrikanischen Ländern gelten, die weiter die volle Zeit in Isolation müssten. Für ungeimpfte Reisende aus allen anderen Staaten könnte die Quarantäne bald auf zehn Tage verkürzt werden, hiess es weiter.

Weitere Lockerungen seien im Oktober möglich, wenn mindestens 70 Prozent der Gesundheitsmitarbeiter und Mitarbeiter der Tourismusindustrie geimpft seien. Thailands Tourismusindustrie, die zehn Prozent der Wirtschaft des südostasiatischen Landes ausmacht, liegt wegen der Corona-Pandemie seit einem Jahr am Boden.

Die beliebte Feriendestination ist bislang vergleichsweise glimpflich durch die Viruskrise gekommen: Es wurden weniger als 27 000 Fälle registriert, 85 Menschen sind offiziellen Angaben zufolge in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Deutscher Politiker tritt nach Masken-Skandal zurück

Der deutsche Politiker Nikolas Löbel hat wegen der Korruptionsaffäre um Honorare für Maskengeschäfte sein Bundestagsmandat niedergelegt. «Um weiteren Schaden von meiner Partei abzuwenden, lege ich mein Bundestagsmandat mit sofortiger Wirkung nieder», erklärte der CDU-Politiker am Montag. Zahlreiche CDU-Spitzenpolitiker hatten Löbel zuvor zu diesem Schritt aufgefordert.

Der baden-württembergische Abgeordnete und auch der bayerische Abgeordnete Georg Nüsslein sollen Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Geschäften mit Corona-Schutzmasken kassiert haben. Beide erklärten inzwischen ihren Austritt aus der Unionsfraktion im Bundestag. Löbel wollte sein Abgeordnetenmandat zunächst erst Ende August niederlegen.

Nüsslein will bis zum Ende der Legislaturperiode Mitglied des Bundestags bleiben. Auch er steht allerdings parteiintern erheblich unter Druck, sein Bundestagsmandat sofort niederzulegen. Das CSU-Präsidium will am Montag über weitere Konsequenzen für Nüsslein beraten. Die beiden wurden zudem von mehreren Politikern aufgefordert, dass Geld für einen gemeinnützigen Zweck zu spenden.

Ist über eine Korruptionsaffäre um Honorare für Maskengeschäfte gestolpert: Der deutsche CDU-Politiker Nikolas Löbel.
Ist über eine Korruptionsaffäre um Honorare für Maskengeschäfte gestolpert: Der deutsche CDU-Politiker Nikolas Löbel.
Foto: Jörg Carstensen (Keystone)
Syriens Präsident Baschar al-Assad positiv auf Corona getestet

Syriens Präsident Baschar al-Assad und seine Frau Asma sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Beiden gehe es gesundheitlich gut, teilte das syrische Präsidialamt am Montag mit. Der Staatschef und seine Frau hätten «leichte Symptome» verspürt und sich daraufhin einem PCR-Test unterzogen. Das Paar werde sich für zwei bis drei Wochen in häusliche Quarantäne begeben und die Arbeit von dort fortsetzen.

Über gesundheitliche Beschwerden des 55 Jahre alten Präsidenten war zuletzt nichts bekannt. Im August hatte er eine Rede im Parlament allerdings wegen eines leicht abgesenkten Blutdrucks für einige Minuten unterbrechen müssen, setzte diese dann aber fort, wie es von Seiten der Regierung seinerzeit hiess.

Wurde positiv auf Corona getestet: Syriens Präsident Baschar al-Assad. Hier bei einem Interview am 12. April 2017.
Wurde positiv auf Corona getestet: Syriens Präsident Baschar al-Assad. Hier bei einem Interview am 12. April 2017.
Foto: KEYSTONE

In Syrien wurden seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr mehr als 15 000 Corona-Infektionen und 1000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Hilfsorganisationen warnen, dass das Corona zunehmend um sich greift, vor allem in Nordwesten des Landes.

Assad hatte die Macht in Syrien im Jahr 2000 von seinem Vater Hafis im Alter von damals 34 Jahren übernommen. Seit zehn Jahren tobt in dem Land ein Bürgerkrieg. Die Regierungstruppen und Assads Anhänger kontrollieren heute aber wieder einen Grossteil des Landes.

Russische Geheimdienste sollen gezielte Fehlinformationen über Corona-Impfstoffe verbreiten

Laut einem Bericht des “Wall Street Journal” streuen vom russischen Geheimdienst gesteuerte Online-Plattformen Falschinformationen über die in den USA gängigen Corona-Impfstoffe.

US-Beamten zufolge will die russische Kampagne das Vertrauen in Pfizer Inc. und andere westlichen Impfstoffe untergraben. So spielten die Websites das Risiko von Nebenwirkungen der Impfstoffe hoch, stellten ihre Wirksamkeit infrage und behaupteten, die USA hätten den Pfizer-Impfstoff übereilt durch den Zulassungsprozess gebracht.

Laut unabhängigen Experten ist dies ein Versuch, den Verkauf von Russlands Impfstoff Sputnik V zu fördern. Das “Global Engagement Center” des US-Aussenministeriums, welches ausländische Bemühungen um Falschinformationen überwacht, identifizierte vier Publikationen, die als Fassade für den russischen Geheimdienst gedient haben sollen. Dazu zählen die Medien-Plattformen “News Front”, “New Eastern Outlook”, “Rebel Inside” und “Oriental Review”.

"Wir können sagen, dass diese Plattformen direkt mit russischen Geheimdiensten verbunden sind”, sagte ein Beamte des “Global Engagement Center” gegenüber “Wall Street Journal”. "Sie unterscheiden sich stark in ihrer Reichweite, ihrem Ton und ihrem Publikum, aber sie sind alle Teil des russischen Propaganda- und Desinformationssystems."

Russland bestreitet Vorwürfe

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestritt, dass russische Geheimdienste Artikel gegen westliche Impfstoffe orchestrieren. "Das ist Unsinn. Russische Spezialdienste haben nichts mit der Kritik an Impfstoffen zu tun", sagte Peskow.

Während Russland und China versuchen, ihre Impfstoffe im Ausland zu verkaufen, sind ihre offene Bemühungen, den Pfizer-Impfstoff zu verunglimpfen, gut dokumentiert. Ein Bericht der amerikanischen Stiftung “German Marshall Fund”, der am Montag veröffentlicht werden soll, analysierte mehr als 35’000 Tweets von russischen, chinesischen und iranischen Regierungs- und Staatsmedien zu Impfthemen von Anfang November bis Anfang Februar. "Russland lieferte bei Weitem die negativste Berichterstattung über westliche Impfstoffe", heisst es darin, "wobei bemerkenswerte 86 Prozent der untersuchten russischen Tweets, die Pfizer erwähnten, und 76 Prozent, die Moderna erwähnten, negativ geprägt waren."

Italien verschärft Massnahmen, Napoli in «Roter Zone»

Italien hat wegen steigender Corona-Zahlen in mehreren Regionen die Beschränkungen verschärft. Viele Schulen bleiben dort ab Montag wieder geschlossen, Restaurants in betroffenen Gebieten dürfen nicht mehr für Gäste öffnen. Die süditalienische Ferienregion Kampanien, zu der Neapel und die Amalfiküste gehören, ist nun als dritte Region in dem 60-Millionen-Einwohner-Land eine «Rote Zone» mit den schärfsten Corona-Sperren. Das hatte das Gesundheitsministerium in Rom am Freitag festgelegt.

Obwohl sie Masken tragen, befinden sich Menschen auf einer Strasse in Napoli näher bei einander, als es erlaubt wäre. (20. Februar 2021)
Obwohl sie Masken tragen, befinden sich Menschen auf einer Strasse in Napoli näher bei einander, als es erlaubt wäre. (20. Februar 2021)
Foto: Salvatore Laporta (Getty Images)

Bisher sind schon die Basilikata im Süden und die kleine Adria-Region Molise solche «Roten Zonen». In diese Gebieten müssen alle Schulen zu sein. Die Menschen sollen ihre Wohnungen möglichst selten verlassen.

Italiens Regierung kämpft seit Herbst 2020 mit dem Instrument einer regionalen Einteilung in mehrere, farblich gekennzeichnete Risikozonen gegen die Pandemie. Am Montag wurden in diesem System auch weitere Gebiete wegen steigender Werte hochgestuft zu Orangen Zonen. Darunter ist Venetien im Norden. Die benachbarte Lombardei, wo rund zehn Millionen Menschen leben, gehört ohnehin schon zu der mittleren Risikozone. Das gilt ebenso für die Toskana und Umbrien. Der Agrarverband Coldiretti rechnete vor, dass seit Montag zwei von drei Restaurants für Gäste dicht sind. Ausser-Haus-Verkauf ist aber möglich.

Nächtliche Ausgangssperre: Italien hat die Corona-Beschränkungen verschärft.
Nächtliche Ausgangssperre: Italien hat die Corona-Beschränkungen verschärft.
KEYSTONE

In ganz Italien gilt zudem weiter eine nächtliche Ausgangssperre ab 22.00 Uhr. Die Regionalgrenzen dürfen nur in Ausnahmefällen überschritten werden. Wegen der nach oben gehenden Corona-Kurve hatten Experten am Wochenende von der Regierung eine weitere Verschärfung der Schutzmassnahmen gefordert.

Die Gesundheitsbehörden in dem Land zählten am Sonntag fast 21 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Damit gibt es in Italien, wo die Pandemie seit Februar 2020 um sich gegriffen hatte, bisher fast 3,07 Millionen Virus-Infizierte.

SDA/AFP/red

4050 Kommentare
    Daniel Schmidli

    Vor zwei Woche hiess es aus Österreich: "Besorgniserregende Trendwende bei den Neuansteckungen". Heute hiess es : "Besorgniserregender Anstieg bei den Covid-Patienten auf der Intensivstationen". So schnell kann es gehen bei den Mutationen. Und dass, obwohl Österreich mit Abstand am meisten testet.