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Kanton finanziert muslimische Seelsorge weiter

Die neue muslimische Seelsorge muss erst 2022 auf eigenen Beinen stehen. Der Kanton zahlt weiter 150'000 Franken pro Jahr.

Manuela Türkel-Melillo hat als eine von elf die erste Ausbildung zur muslimischen Seelsorgerin absolviert.
Manuela Türkel-Melillo hat als eine von elf die erste Ausbildung zur muslimischen Seelsorgerin absolviert.
Marc Dahinden

Das von Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) angestossene Projekt der muslimischen Seelsorge im Kanton Zürich ist weiterhin finanziell gesichert. Derzeit läuft der zweite Lehrgang und die ausgebildeten elf muslimischen Seelsorgerinnen und Seelsorger stehen für Einsätze bereit (lesen Sie hier, wie eine Seelsorgerin die Ausbildung erlebt hat).

Im Sommer 2018 hat die muslimische Seelsorge auch die Seelsorger der Bundesasylzentren Zürich und Embrach übernommen. Dies nachdem der Bund die Asylseelsorge trotz positivem Pilotversuch eingestellt hatte.

Reformierte Kirche finanziert mit

Ursprünglich war vorgesehen, dass der Verein Qualitätssicherung der muslimischen Seelsorge in öffentlichen Institutionen (QauMS) ab 2020 auf finanziell eigenständigen Beinen steht. Gestern hat Fehr nun bekannt gegeben, dass der Kanton sein finanzielles Engagement für zwei weitere Jahre aufrechterhält. Während der Kanton letztes Jahr 250000 und dieses Jahr 350000 Franken beigesteuert hat, wird er 2020 und 2021 je 150000 Franken zahlen.

Neu ist auch die reformierte Landeskirche in die Finanzierung eingestiegen. Die Reformierten, die katholische Körperschaft und die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) beteiligen sich mit je 25000 Franken. Zudem wurde ein Gesuch gestellt an den Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus (NAP). «Wir sind zuversichtlich, dass es QuaMS gelingen wird, die Kantonsgelder bis 2022 zu ersetzen», sagte Fehr.

Öffentlichkeit soll mittragen

Skeptischer ist Rifa’at Lenzin, Präsidentin von QuaMS. Neue Finanzierungsquellen zu erschliessen, brauche viel Zeit, sagt sie auf Anfrage. Zudem habe die Öffentlichkeit ein Interesse an der muslimischen Seelsorge, weshalb sie auch öffentlich mitgetragen werden sollte. «Dennoch bin ich froh, dass wir jetzt zwei Jahre mehr Zeit haben.»

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