Zürich

Aktivisten besetzen Juchhof-Areal

Die Asylorganisation (AOZ) toleriert die Besetzung «bis auf Weiteres». Die FDP kritisiert dies.

Eines der besetzten Gebäude hat sich abgesenkt und weist Risse auf. Ob für die Besetzer dadurch eine Gefahr besteht, ist unklar.

Eines der besetzten Gebäude hat sich abgesenkt und weist Risse auf. Ob für die Besetzer dadurch eine Gefahr besteht, ist unklar. Bild: Archivfoto: Keystone

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Linke Aktivisten haben am Donnerstagnachmittag das Juchhof-Areal in Zürich-Altstetten besetzt. In einer Medienmitteilung beklagen die Besetzer das Verschwinden von Freiräumen. «Wir überlassen Zürich nicht kampflos den Reichen», schreiben sie etwa. Man wolle auf dem leeren Areal eine Zone für Begegnung schaffen.

Die Kritik richtet sich auch gegen das eben eröffnete Bundesasylzentrum auf dem Duttweiler-Areal. Die Asylorganisation Zürich (AOZ) habe die Juch-Baracken «als Labor der Unterdrückung und Versuchsfeld für das gerade eröffnete Bundeslager benutzt».

Die AOZ hat das Areal von der Stadt Zürich gemietet. Jahrzehnte lang brachte sie in der ehemaligen Gastarbeitersiedlung Asylbewerber unter. Seit 2014 betrieb die Organisation im Auftrag des Bundes eine Asylunterkunft für den Testbetrieb für beschleunigte Asylverfahren.

Seit Anfang September sind die Asylsuchenden, die zuvor auf dem Juchhof-Areal lebten, im Bundesasylzentrum in Embrach untergebracht, wie das Sozialdepartement der Stadt Zürich mitteilt. Die Baracken stehen derzeit also leer.

Gebäude senkt sich ab

Die AOZ toleriert die Besetzung und das Areal wird «vorerst nicht geräumt», wie es in einer Mitteilung der AOZ von gestern Nachmittag heisst. Gleichzeitig will die AOZ die Planung für die künftige Nutzung des Areals weiterverfolgen.

Diese Planung wird erschwert, weil die AOZ letzte Woche Sicherheitsrisiken festgestellt hat. Eines der Gebäude habe sich gesenkt und Risse bekommen, wie AOZ-Direktor Thomas Kunz auf Anfrage sagt. «Vermutlich hängt das mit der Grossbaustelle für das neue Stadion der ZSC-Lions zusammen», sagt Kunz. Auf nächsten Montag sei eine Begehung mit Fachleuten geplant gewesen. Diese könne man nun möglicherweise nicht durchführen.

So sei auch nicht klar, ob für die Besetzerinnen und Besetzer ein Sicherheitsrisiko bestehe. Die AOZ bemühe sich, so rasch wie möglich zu informieren. Man wolle verhindern, dass die Besetzer zu Schaden kommen. Die Frage, ob die AOZ in einem solchen Fall haftbar wäre, habe man sich gar nicht gestellt.

FDP: «Keinerlei Verständnis»

Derweil hat sich auch die FDP Stadt Zürich zu Wort gemeldet. Sie fordert den Zürcher Stadtrat auf, die sofortige Räumung des Juchhof-Areals zu veranlassen. Dafür, dass dies nicht sofort geschehen ist, hat die FDP «keinerlei Verständnis».

Es könne nicht sein, dass Zürich-Altstetten neben dem Kochareal nun auch noch mit einem weiteren besetzten Areal belastet werde. Die FDP kritisiert auch den Zürcher Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne). Als Vertreter der Eigentümer hätte er aus Sicht der Freisinnigen unverzüglich eine Strafanzeige einreichen sollen.

Erstellt: 01.11.2019, 17:26 Uhr

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