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Zeichen gegen RassismusCoca-Cola schliesst sich Werbe-Boykott an

Als Zeichen gegen Rassismus setzt Coca-Cola für mindestens 30 Tage jegliche Werbung in allen Online-Netzwerken aus.

Unter Druck: Facebook-Chef Mark Zuckerberg.
Unter Druck: Facebook-Chef Mark Zuckerberg.
Foto: Andreas Gebert (Reuters)

Als Zeichen gegen Rassismus setzt Coca-Cola für mindestens 30 Tage jegliche Werbung in allen Online-Netzwerken aus. «Es gibt keinen Platz für Rassismus in der Welt und es gibt keinen Platz für Rassismus in den sozialen Netzwerken», teilte Konzernchef James Quincey am Freitag (Ortszeit) mit.

Online-Netzwerke sollten mehr «Transparenz und Verantwortung» an den Tag legen, forderte er. In der Zwischenzeit werde Coca-Cola seine Werbestrategie überprüfen und «schauen, ob Korrekturen nötig sind», erklärte er. Coca-Cola ist eine der bekanntesten Marken der Welt und gibt enorme Summen für Werbung aus.

Zuvor hatte bereits der britisch-niederländische Konsumgüterriese Unilever angekündigt, wegen der US-Präsidentschaftswahl im November bis zum Jahresende in den Vereinigten Staaten keine Werbung mehr in den Onlinenetzwerken Facebook, Instagram und Twitter zu machen. «Die polarisierte Atmosphäre erlegt Marken eine erhöhte Verantwortung auf, ein vertrauenswürdiges und sicheres digitales Ökosystem aufzubauen», schrieb der Konzern zur Begründung auf Twitter. Der Werbeverzicht gelte ab sofort.

Die Produktpalette von Unilever reicht von Lebensmittelmarken wie das Speiseeis Ben and Jerry's bis hin zu Körperpflege-Marken wie Dove. In den USA zählt der Konzern zu den grossen Werbekunden der Onlinenetzwerke. Immer mehr Firmen sehen allerdings von Anzeigen bei Facebook ab, weil der Internetriese aus ihrer Sicht zu wenig gegen Hasskommentare und Aufrufe zur Gewalt unternimmt. Fast alle Erlöse von Facebook kommen aus dem Anzeigengeschäft.

Facebook kündigt neue Regeln gegen Hass-Posts an

Facebook hat nun einen neuen Umgang mit Inhalten angekündigt, die gegen die Regeln des Sozialen Netzwerks verstossen. Konzernchef Mark Zuckerberg zufolge sollen Anzeigen gelöscht werden, in denen behauptet werde, dass Menschen etwa einer gewissen Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung eine Gefahr für die Sicherheit oder Gesundheit darstellten. Inhalte von allgemeinem Interesse, die gegen die Regeln verstiessen, würden nun gekennzeichnet, hiess es am Freitag weiter.

Alle Posts und Werbespots zu Wahlen sollen mit einem Link zu massgeblichen Informationen versehen werden. Es gebe bei den neuen Massnahmen «keine Ausnahmen für Politiker», erklärte Zuckerberg.

Eine Sprecherin bestätigte, dass nach der neuen Vorgehensweise auch eine umstrittene Botschaft im vergangenen Monat von Präsident Donald Trump zu Briefwahlen gekennzeichnet worden wäre. Zuletzt war unter den Mitarbeitern des US-Konzerns und Kongressabgeordneten der Unmut über die bisherige Praxis von Facebook gewachsen, als aufrührerisch empfundene Botschaften des Präsidenten unangetastet zu lassen.

SDA/REUTERS

14 Kommentare
    Tim Meier

    Ein Werbeverbot für farbiges Wasser mit 10% Zuckeranteil ist schon lange fällig.