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Wegen Corona-SituationDer Circus Knie muss auch nächste Tournee verschieben

Harte Zeiten für den Schweizer National-Circus: Nach einer verkürzten Tournee 2020 muss die Familie Knie auch den kommenden Saisonstart vertagen – auf unbestimmte Zeit.

Auch dieses Jahr muss der Circus Knie seinen Tourneeplan anpassen.
Auch dieses Jahr muss der Circus Knie seinen Tourneeplan anpassen.
Foto: PD

Es sind Worte, die sich die Zirkusfamilie Knie wohl sehnlichst herbeiwünscht: «Manege frei!» Doch wann im Chapiteau wieder Artisten halsbrecherische Akrobatik zeigen und Pferde durchs Sägemehl galoppieren, ist derzeit höchst ungewiss. Wie das Zirkusunternehmen am Donnerstag mitteilte, fällt der traditionell für März in Rapperswil-Jona geplante Auftakt der neuen Tournee ins Wasser. Schuld daran ist – erneut – die Corona-Ausnahmesituation.

«Die aktuell geltenden Restriktionen verunmöglichen es, wie üblich Mitte März in die neue Saison zu starten», schreibt Knie. Der Zirkus verschiebt darum den Tourneestart auf unbestimmte Zeit. Ein angepasster Tourneeplan sei zwar in Vorbereitung – doch die Details sind noch völlig offen: Die Gastspielorte, der Start des Vorverkaufs sowie die Highlights der Show würden publiziert, sobald die Freigabe zum Tourneestart vorliege.

Bittere Tränen geweint

Schon letztes Jahr brachte die Pandemie die Pläne des National-Circus durcheinander. Nachdem die Tournee 2020 zuerst lange auf Eis gelegen hatte, startete nach fünfeinhalb bangen Monaten eine Kurztournee, deren Derniere im November in der Rosenstadt angesetzt gewesen war. Doch auch da war der Wurm drin: Nach nur 65 der geplanten 132 Vorstellungen war Schluss. Nachdem der Bundesrat neue Corona-Massnahmen verkündet hatte, fiel der Vorhang während des Gastspiels auf dem Zürcher Sechseläutenplatz. Ein Schock für die Knies und die engagierten Artisten. Sie habe viel geweint, liess die artistische Direktorin Géraldine Knie damals verlauten.

Gross war aber nicht nur die Enttäuschung, sondern auch das Loch, welches Corona in die Zirkuskasse riss. «Es ist viel verlorenes Geld», sagte Zirkuspatron Fredy Knie junior über die Einbussen. Für die 250 Crewmitglieder galt Kurzarbeit.

Trotz allen Hindernissen: Aufgeben war und ist für die Knies keine Option. «Wir durchleben gerade turbulente Zeiten und müssen zusammen durch diese Pandemie», wird Géraldine Knie in der Mitteilung zitiert. «Umso schöner ist es doch, wenn man sich auf etwas freuen kann. Wir setzen alles daran, unser Publikum mit der neuen Show zu begeistern – wenn die Zeit dafür kommt.» Aktuell trainieren offenbar sämtliche Darsteller bei sich zu Hause. Weitere Vorbereitungsarbeiten werden vom Winterquartier in Rapperswil aus koordiniert.

Was heisst das für die Artisten?

Unter welchem Namen das neue Programm daherkommen wird, wie momentan unter den erschwerten Bedingungen trainiert werden kann und ob für die Artisten später allenfalls eine Impfpflicht gilt, lässt Knie auf Nachfrage unbeantwortet. Man gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Auskünfte oder Interviews zur Tournee 2021. So lange bleibt Zirkusfans die Hoffnung, dass die Zwangspause bald vorbei ist und der Seiltanz auf den Nervensträngen irgendwann ein Ende findet.