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St. Gallen verschleppte Corona-MassnahmenChronik einer tödlichen Verharmlosung

Der grosse Kantonsvergleich zeigt: Nirgendwo wütete die zweite Welle stärker als in St. Gallen. Weshalb nur?

Mahnwache vor dem Bundeshaus für die Corona-Toten der Schweiz – heute sind es bereits über 9000.
Mahnwache vor dem Bundeshaus für die Corona-Toten der Schweiz – heute sind es bereits über 9000.
Foto: Susanne Keller

Am 8. November 2020 stirbt im St. Galler Rheintal Heinz K. (Name geändert). Der 66-Jährige hatte sich Ende Oktober mit Corona angesteckt. Doch obwohl sich sein Zustand verschlechterte, sagte das Spital, der Rentner könne nicht eingeliefert werden, solange er keine akute Atemnot habe. Man sei überlastet, hiess es.

Heinz K. ist eines von mittlerweile mehr als 9000 Covid-19-Opfern in der Schweiz. Der Grossteil dieser Menschen starb wie er in der zweiten Krankheitswelle. Gemessen an der Bevölkerungszahl, verzeichnete kaum eine Region in Europa in der Vorweihnachtszeit so viele Covid-19-Tote wie die Schweiz. Doch richtig bewusst scheint sich das Land dessen nicht. Die Bevölkerung registrierte zwar die täglich hohen Todeszahlen, aber in der öffentlichen Diskussion waren die Skifahrmöglichkeit und die Anzahl Personen beim Weihnachtsfeiern ebenso dominant. Die Adventskatastrophe verlief im Stillen.

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