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Verfahren gegen Fussball-FunktionäreUrteil im Fifa-Prozess am 30. Oktober

Nach neun Tagen endet der Prozess am Bundesstrafgericht in Bellinzona. Die Bundesanwaltschaft fordert für beide Angeklagte mehrjährige Gefängnisstrafen.

Der ehemalige Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke ist Hauptangeklagter im Fifa-Prozess vor dem Bundesstrafgericht.
Der ehemalige Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke ist Hauptangeklagter im Fifa-Prozess vor dem Bundesstrafgericht.
Foto: Cyril Zingaro (Keystone) 

Das Urteil im Strafverfahren gegen den hochrangigen Fussball-Funktionär Nasser Al-Khelaifi sowie den früheren FIFA-Generalsekretär Jerôme Valcke soll am 30. Oktober bekannt gegeben werden. Das teilte das Bundesstrafgericht in Bellinzona am Donnerstag mit.

Die Bundesanwaltschaft hatte für beide Angeklagte mehrjährige Gefängnisstrafen gefordert. Valcke soll eine dreijährige Haftstrafe erhalten, Al-Khelaifi für zwei Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Die beiden Beschuldigten sind im Zusammenhang mit der Vergabe von Medienrechten an Weltmeisterschaften angeklagt worden, beide bestreiten ein Fehlverhalten. Al-Khelaifis Anwalt in der Schweiz, Marc Bonnat, forderte am Donnerstag einen Freispruch für seinen Mandanten.

Valcke angestiftet

In dem neuntägigen Prozess ging es um mutmassliche Korruption. Valcke (59), der im September 2015 von seinen Aufgaben beim Weltverband entbunden worden war, war im Februar von der Bundesanwaltschaft «passive Bestechung», «mehrfache qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung» sowie «Urkundenfälschung» vorgeworfen worden.

Al-Khelaifi (46), Boss des französischen Spitzenclubs Paris Saint-Germain und Chef der katarischen Sendergruppe beIN, sowie ein dritter Beschuldigter sollen Valcke zur ungetreuen Geschäftsbesorgung angestiftet haben. Zu Prozessbeginn hatte Al-Khelaifi, der auch Mitglied der Exekutive der Europäischen Fussball-Union (UEFA) ist, über seine Anwälte Unparteilichkeit, Anstand und Glaubwürdigkeit der Bundesanwaltschaft in Zweifel gezogen. Zudem wehrte er sich dagegen, dass angeblich vertrauliche Informationen aus dem Fall an die Öffentlichkeit durchgesickert seien.

Lange Reihe von Skandalen

Der zweite Fifa-Prozess ist Teil einer langen Reihe von Skandalen innerhalb der Fifa. Konkret geht es um die Vergabe von Fernsehrechten an mehreren Weltmeisterschaften und anderen Wettbewerben an Medienkonzerne, die von Al-Khelaifi und dem abwesenden Geschäftsmann vertreten werden. Valcke wird vorgeworfen, seinen Einfluss im Austausch gegen Vorteile ausgenutzt zu haben.

Im Gegensatz zu Valcke und Al-Khelaifi erschien der griechische Geschäftsmann nicht vor Gericht und machte Herzprobleme geltend. Das Bundesstrafgericht entschied, über den Mann in Abwesenheit zu urteilen.

SDA/sep

2 Kommentare
    Jack Vogt

    Viel zuwenig - Valcke gehört viel länger hinter Gitter! Plus lebenslanges Berufsverbot und Einzug der Korruptionsmillionen!