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AufgefallenBöögg nein, frei ja

Das Sechseläuten kann dieses Jahr nicht stattfinden. Das hindert aber viele Gemeindeverwaltungen nicht, trotzdem einen Nachmittag freizumachen.

Anders als der letztjährige Böögg im Bild, kann der diesjährige ein Jahr weiterrauchen, ohne dass ihm der Schädel platzt.
Anders als der letztjährige Böögg im Bild, kann der diesjährige ein Jahr weiterrauchen, ohne dass ihm der Schädel platzt.
Archivfoto: Sabina Bobst

Das Coronavirus diktiert derzeit viele Aspekte des täglichen Lebens. Die Situation ist verbunden mit Ängsten, Unsicherheiten und Einbussen. Gewiss nichts, über das man sich auch nur ansatzweise freuen kann. Der Einzige, der von der Krise zu profitieren scheint, ist ein 3,8 Meter hoher Schneemann. Während traditionell Tausende Menschen zuschauen, wie dem Böögg am «Sächsilüüte-Mäntig» ab 18 Uhr der Kopf platzt, kann er dieses Jahr genüsslich weiter an seiner Pfeife ziehen. Wegen des Veranstaltungsverbots ist das Sechseläuten abgesagt und sein Leben verlängert worden.

Das Sechseläuten ist wohl bei vielen nicht nur beliebt wegen des traditionellen Umzugs und des friedvollen Zusammenseins (wie friedvoll der Böögg es findet, bleibt hier offen), sondern auch wegen des freien Nachmittags. Da dieses Jahr aber niemand dem 100 Kilogramm schweren Schneemann beim Verbrennen zusehen kann, gibt es eigentlich auch keinen Grund, freizumachen. Eigentlich.

Trotzdem legen einige Gemeindeverwaltungen am Montagnachmittag ihre Arbeit nieder. Sechseläuten hin oder her, den freien Nachmittag lassen sich die Verwaltungen nicht nehmen.

Offiziell frei hat am Sechseläuten-Montag eigentlich nur die Stadt Zürich. In diesem Fall darf man die Stadtgrenzen aber nicht allzu genau nehmen. Der Sechseläuten-Graben verläuft am linken Zürichseeufer zwischen Oberrieden und Horgen, am rechten Ufer gar erst zwischen Männedorf und Stäfa – Uetikon ausgenommen.

Die Ausgangslage ist letztlich klar: Jede Gemeinde hat eine gewisse Zahl an Tagen, die sie als Ferientag einsetzen kann. Manche brauchen diese an der Fasnacht, an der örtlichen Chilbi oder am Knabenschiessen. Und andere eben am Sechseläuten – Coronavirus hin oder her.