Auf der Flucht vor dem Roboter

Wenn Babys dem Krabbelalter entwachsen, bedeutet die neue Freiheit des Nachwuchses für die Eltern vor allem eins: Stress. Warum ein Roboter da gerade gelegen kommt.

Nicht alle teilen die Begeisterung dieses Jungen für Roboter. Für manche sind sie gar ein Fluchtgrund. Bild: Heinz Diener

Der Spielplatz unseres Jüngsten erfährt fortlaufend eine Ausweitung. Manchmal über jedes gesunde Mass hinaus. Die Welt ist schliesslich ein gefährlicher Ort. Schnell wird der Gang in den Keller hinunter zum waghalsigen Abenteuer: Die Treppe ist steil und kantig, im Nu stürzt der Kleine dem Abgrund entgegen. Ein Wasserschlauch im Garten wird über Nacht zum Hindernis und Handicap – prompt fällt er ins Dickicht der Beerenbeete.

Überdies gibt es Orte, die sind schlicht als Spielplatz tabu. So zum Beispiel unser Büro: Bücher und CDs ausräumen und überall herumstreuen geht gar nicht, den zentralen Schalter betätigen, um damit PC und Drucker abzuschalten, ist eine Untat par excellence, die stets von neuem unterbunden werden muss.

Um den kleinen Eindringling mit Verve vom Büro fernzuhalten, ist uns nun ein kleines Wunder gelungen: Wir haben einen Gegenstand entdeckt, der, obgleich relativ klein und vollends anorganisch, Linus in die Flucht schlägt: Sobald sich der mechanisch per Schraube aufziehbare Roboter, trotz Baujahr 1966 immer noch gut im Schuss, auf den Weg quer durchs Büro macht, macht der Kleine unverzüglich kehrt und verlässt die verbotene Zone schnellen Schrittes.

Das ist umso erstaunlicher, als der Roboter in friedlicher Mission daherkommt und durchaus sympathische Züge aufweist. Noch erstaunlicher ist der Umstand, dass Linus in der Regel jede schwarze Horrorspinne verfolgt, Fliegen nachjagt und Wespen verscheucht. An lauten Geräten hat er gar die grösste Freude. Nur dieser Roboter, der scheint ihm nicht geheuer. So tut dieser als Wächter des Büros gute Dienste.

Magnus Leibundgut ()

Erstellt: 14.08.2015, 18:22 Uhr

Ob Kleinkind, Teenager, Enkel- oder Patenkind: Viele Redaktorinnen und Redaktoren verbringen ihren Alltag gemeinsam mit Kindern. Hier berichten sie von grösseren und kleineren Erlebnissen mit ihren Kindern und wie sich das Elternsein anfühlt. Oder was sie sich zum täglichen Familienwahnsinn sonst noch so über­legen.

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