Buchs

Keine Zeit mehr verlieren mit der Suche nach dem Ball

Das Start-up-Unternehmen Chip-ing AG in Buchs hat einen Golfball entwickelt, der sich mit dem Handy orten lässt. Das hat auch den Vorteil, dass die Spielrunde weniger lang dauert.

In einem Jahr will der Buchser Thomas Sandel mit dem Verkauf der gechippten Golfbälle beginnen.

In einem Jahr will der Buchser Thomas Sandel mit dem Verkauf der gechippten Golfbälle beginnen. Bild: Balz Murer

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Golfbälle, die im Nirgendwo landen und nicht wieder auffindbar sind, ärgern die Spieler. Das weiss Thomas Sandel, der seit sechs Jahren in Buchs wohnt, aus eigener Erfahrung. «Man meint, den Ball jederzeit zu finden, aber dem ist nicht so», sagt der 50-Jährige, der während seines Studiums in Boston (USA) mit Golfspielen angefangen hat. Gemäss der geltenden Regel darf man jedes Mal fünf Minuten nach dem Ball suchen. «Auf einer Runde gehen vier bis fünf Bälle verloren.»Weltweit kommen jährlich eine Milliarde neue Golfbälle in Umlauf. Davon tauchen etwa eine Viertelmillion nie mehr auf. So landen rund 12'500 Tonnen nur schwer abbaubares Material irgendwo in der Natur rund um den Golfplatz. Natürlich spielte der Umweltgedanke auch eine Rolle bei der Erfindung von Thomas Sandel und seinem Geschäftspartner Alex Raimondi. Doch in erster Linie geht es darum, die Bälle in kürzester Zeit zu finden, damit das Spiel weitergehen kann. Statt vier bis fünf Stunden dauert eine Runde dann noch ­etwa dreieinhalb Stunden.

Ortung erfolgtohne Zusatzgerät

Thomas Sandel war 25 Jahre lang in der Finanzbranche tätig und weiss, was ein Risikogeschäft ist. Er ist überzeugt, dass seine Erfindung weltweites Marktpotenzial hat. «Das Interesse ist vorhanden, die ersten Rückmeldungen sind positiv», sagt er. Die Golfbälle der Chip-ing AG mit Sitz in Buchs haben einen eingebauten Chip von 17 Millimetern Durchmesser. Sie sind mit einem Bluetooth-Sender und einer Knopfzellenbatterie ausgestattet. «Das ermöglicht die Ortung mit einem Mobiltelefon, für das es eine entsprechende kostenlose App gibt.»

Den grossen Vorteil mit diesem System sieht Sandel darin, dass es kein Zusatzgerät braucht und ­ohne Bedienungsanleitung in ­Betrieb gesetzt werden kann. «Handy und Ball werden vor Beginn des Spiels gepaart und das Signal aktiviert.» Der Ball kann auf eine Distanz von rund 100 Metern lokalisiert werden. «Tests haben gezeigt, dass man beim ersten Mal rund zwei Minuten benötigt, um den Ball zu finden. Doch schon nach zwei bis drei Anläufen reduziert sich der Zeitaufwand für die Suche mit dem Handy auf weniger als 90 ­Sekunden», berichtet der innovative Geschäftsmann. Einziger Nachteil: Verschwindet der Golfball im Wasser, nützt auch Bluetooth nichts. Das Signal ist dann nicht wirksam.

Markteinführungnoch in diesem Jahr

Seit rund einem Jahr tüfteln Sandel und Raimondi an ihrem Produkt, das den Golfsport revolutionieren soll. Unterstützt werden sie von der Non-Profit-Organisation Genilem, einem Verein, der innovative Jungunternehmer in der Schweiz mit einem drei Jahre dauernden Coaching gratis fördert. Hans Peter Locher, Präsident von Genilem Zürich-Ostschweiz nennt vier Kriterien, die ein Start-up-Unternehmen erfüllen muss, um von seiner Organisation zu profitieren: «Die Geschäftsidee muss neu und innovativ, der Kundenmarkt ausgewiesen sein. Die Vorstellung von Chip-ing AG war überzeugend, das Produkt hat eine Chance.» Zudem traue er den beiden Geschäftsmännern den Erfolg zu. Ein weiterer Punkt sei das Potenzial an neuen Arbeitsplätzen in der Schweiz. Diese sieht Sandel auch im Bereich der Fertigung. Ein Selektionskomitee von sieben Wirtschaftsexperten habe den Businessplan geprüft und die Präsentation positiv bewertet. «Auch der persönliche Eindruck war sehr gut, deshalb wird nun ein Coach die Firma während drei Jahren begleiten und vor allem im Marketing und beim Verkauf sowie bei rechtlichen Fragen beraten», erklärt Locher. Sandel ist zuversichtlich, mit dem Verkauf des gechippten Golfballs noch dieses Jahr zu beginnen. «Reservationen nehmen wir bereits jetzt entgegen.» Das Stück soll 15 Franken kosten. Das ist rund zwei- bis dreimal so viel, wie man für einen herkömmlichen Ball ausgibt. «Geht man aber davon aus, dass pro Runde auf dem Platz höchstens noch ein Ball verloren geht statt wie üblicherweise drei bis fünf , lohnt sich der Kauf bestimmt», sagt Thomas Sandel. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 21.06.2016, 16:04 Uhr

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