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Schneeglöckchen im Gruppendruck

Schön und gifig: Das Schneeglöckchen zeigt im Garten das Ende des Winters an.

Dieses Jahr blieb der Schnee so hartnäckig liegen, dass ich zwischenzeitlich versucht war, dem Frühling mit dem Haarfön auf die Sprünge zu helfen. Zwar hat sich Sohnemanns Schneeabneigung gelegt, nicht wegen der Vogelfutterstation, die von der Zielgruppe so beleidigt ignoriert wurde, als hätten wir Arsenknödel aufgehängt, sondern dank dem Schneemann, den das Kind solange mehrmals täglich zu besichtigen wünschte, bis er sein Leben ausgehaucht hatte – was für Sohnemann übrigens schwer zu akzeptieren war. Unermüdlich steckte er ihm die bereits halb kompostierte Rüeblinase zurück ins weggeschmolzene Gesicht. Noch jetzt, wo bereits die ersten Gänseblümchen strahlen, zeigt er auf die Stelle, wo der Verblichene zu stehen pflegte und ruft anklagend: «Neemaa!» Für ihn hätte der Winter also ruhig noch etwas andauern dürfen. Ich aber begrüsse jedes Amselzwitschern, jedes Krokus, ja sogar die Osterhasenhorden in den Gestellen wie verloren geglaubte Freunde, verraten sie doch, dass der Frühling vor der Tür steht.

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