Garten-Blog

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Das neue Gartenjahr hat begonnen. Motto: Es kann nur besser werden.

Eine von vielen Gartenpannen: Der Heidelbeerstrauch einige Zeit nach der Pflanzung in ein versehentlich völlig überdüngtes Substrat. Foto: Sandra Weber

Ein neues Gartenjahr steht an. Zum Glück, denn das vergangene stand unter keinem guten Stern. Zumindest bei mir nicht. Wobei es etwas ungerecht wäre, den Sternen die Schuld in die Schuhe zu schieben, dass ich in der letzten Saison vermutlich mehr Pflanzen umbrachte, als setzte. Regelmässige Leser dieser Kolumne wissen, wovon ich rede: Ich plagte mein kleines Stück Land versehentlich mit Gallseife und Düngerüberdosen und sah tatenlos zu, wie Horden von Schnecken meine Beete leerräumten. Darum gabs letztes Jahr weder neue Stauden, noch Erbsen, Kohlrabi oder Salat. Dass wir auch kaum eine Himbeere ernten konnten, lag aber an Sohnemann, der, kaum dass er Laufen gelernt hatte, mehrmals täglich die Reihen patrouillierte, auf dass ihm ja kein rotes Beerchen entgehe. Sohnemann auf der täglichen Beerentour. Hier beim Pflücken von (arg von einer ominösen Blattkrankheit gebeutelten) Stachelbeeren. Foto: Sandra Weber
Als Erfolg – ja, davon gab es doch auch ein bisschen – kann verbucht werden, dass es mir gelang, dem Kind den Unterschied zwischen Sandkasten (Wühlen erlaubt) und frisch angesäten Gemüsebeeten (Wühlen verboten) klar zu machen. Zumindest für ein paar Minuten. Lerne: Sandhaufen: Wühlen erwünscht … Foto: Sandra Weber
Gemüsebeet: Wühlen verboten. Zumindest, wenn Mami guckt. Foto: Sandra Weber
Des weiteren konnten wir uns über Kartoffeln, Rüebli und jede Menge Bohnen freuen. Im Staudenbeet blühten Tränendes Herz und Echinacea so prächtig wie noch nie. Und wie wir an einem lauen Frühlingsabend beobachten konnten, war unser selbst gebautes Igel-Winterschlafhaus tatsächlich benutzt worden. Dieses Jahr möchte ich noch mehr Tiere im Garten haben. (Und damit meine ich nicht Blattläuse und Schnecken, von denen hab ich mehr als genug, vielen Dank.) Meine guten Vorsätze fürs neue Gartenjahr drehen sich daher um die Frage, wie ich den Garten tierfreundlicher gestalten könnte. Biodiversität soll auch in den Gemüsebeeten Einzug halten: Mal schauen, ob es mir gelingt Edamame, Schotenrettich, Baumspinat und Spargeln zu ziehen. Daneben werden aber auch ein paar profane Bohnen und Kartoffeln wachsen. Zur Sicherheit. Bohnen und Kartoffeln konnten wir 2014 jede Menge ernten. Nächstes Jahr soll aber noch etwas mehr Gemüsevielfalt dazu kommen. Foto: Martin Meier Eines ist klar: Auch in diesem Jahr wird wieder einiges in die Hose gehen. Aber wie ein arabisches Sprichwort sagt: «Ärgere dich nicht, dass der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern freue dich, dass der Dornenstrauch Rosen trägt.» In dem Sinne nehme ich mir fürs 2015 ausserdem vor, mich einfach über das zu freuen, was gelingt. Und alles andere mit Humor zu nehmen. Das Schöne am Gärtnern ist ja, dass einem der Garten jedes Jahr wieder eine neue Chance gibt. Auf ein Neues also. Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, danke ich für Ihre Aufmerksamkeit und die konstruktiven Kommentare und wünsche Ihnen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr. Im Garten und ausserhalb!

Sandra Weber

Jetzt sind Sie gefragt: Was waren Ihre gärtnerischen (Miss-)Erfolge im 2014? Und was haben Sie sich fürs neue Gartenjahr vorgenommen?

Erstellt: 02.04.2015, 16:48 Uhr

Sandra Weber hat zwei grosse Leidenschaften: Schreiben und Schaufeln. Im Gartenblog erzählt die Journalistin und Mutter von zwei kleinen Söhnen schonungslos ehrlich, selbstkritisch und mit viel Humor von Lust und Frust in Edens Vorort. Grüner Daumen? Im besten Fall kleiner grüner Finger. Dafür bewirtschaftet sie mit viel Geduld, Wagemut und Leidenschaft ihren Garten im Mehrgenerationenhaus in der Nähe von Winterthur. Und sie hat ein grosses Herz für alles was grünt und blüht, kreucht und fleucht.

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