DownUnder

Weihnachten im Sommer

Kanute Fabio Wyss macht Bekanntschaft mit australischem Weihnachtsessen (Jakobsmuscheln und Crevetten) und schaut sich geschmückte Häuser in der Nachbarschaft an.

In Australien wird im Dezember gesurft - weil auf der Südhalbkugel dann Sommer ist. Bild: Fabio Wyss

Nach vielen harten Trainingseinheiten auf dem Wasser und im Kraftraum beschenkte uns Coach Tim Jacobs mit drei freien Tagen über Weihnachten. Ich benötigte diese dringend, um mich von der neuen Trainingsbelastung zu erholen. Zudem hatte ich die Hoffnung, dass irgendwie noch etwas Weihnachtsstimmung aufkommen würde, wenn ich nicht den ganzen Tag bei sommerlichen Temperaturen an Palmen vorbeipaddle.

Trotz üppiger Weihnachtsdeko an jedem Haus hielt sich diese aber auch an Heiligabend in Grenzen. Das Weihnachtsessen passte zu den klimatischen Bedingungen, was zwar sehr lecker war, ich aber nicht mit traditionellen Weihnachtsgefühlen verbinden konnte. So startete der Aperitif mit Jakobsmuscheln und Crevetten. Der Hauptgang war ein riesiges Barbecue mit breit gefächerter Fleischauswahl. Die Torte zum Dessert war mit diversen Sommerfrüchten dekoriert. Zu meiner Überraschung haben es aber die Lindor-Kugeln bis nach Australien geschafft und mir Heimatgefühle beschert.

Nach dem Essen folgte ich einer australischen Tradition und fuhr mit Freunden zu den schönsten geschmückten Häusern in der Gegend. Vor einem Haus entstand tatsächlich ein kleiner Stau, weil alle Fotos machen wollten. Die wichtigste Weihnachtstradition gibt es aber auch Down Under, nämlich die Bescherung. Ich war überrascht, dass ich auch einige Geschenke bekam: eine schwimmende Sonnenbrille und eine Mütze. Beides Utensilien, die ich bei meinen Paddelversuchen auf dem Meer versenkt hatte, die hier aber sehr wichtig sind.

Traditionell wird in Down Under die schönste Weihnachtsbeleuchtung in der Nachbarschaft begutachtet.

Am Weihnachtstag stellte ich mich bei meinen ersten Surfversuchen trotz den grossen Wellen gar nicht so schlecht an. Meine Erfahrungen im Kajak waren hilfreich. Am Nachmittag folgte ein kleiner Segeltörn. Als Abschluss ritt ich im Surfkajak ein paar Wellen. Ich verbrachte den Feiertag – auch ohne Skipisten und Schlittelbahnen – sportlich aktiv. Auch der 26. Dezember stand ganz im Zeichen des Wassers. Den Start der berühmten Sydney-Hobart-Segelregatta durfte ich auf einem Boot begleiten. Ein eindrückliches Erlebnis, mit Hunderten von anderen Booten unterwegs zu sein. Tausende Zuschauer säumten das Ufer, und ein knappes Dutzend Helikopter schwirrte für Filmaufnahmen über unsere Köpfe.

Muss man gesehen haben: Das Silvester-Feuerwerk in Sydney.

Nach ein paar intensiven Trainingstagen stand schon Silvester an. Ich verbrachte diesen Abend wieder auf einem Boot. Ich genoss das bekannte Feuerwerk von Sydney aus einer hervorragenden Perspektive. Das Spektakel ist so begehrt, dass ein guter Platz mehrere Hundert Dollar kosten kann. Ich bekam mein Ticket glücklicherweise gratis und hatte einen würdigen Jahresabschluss. Nun hoffe ich, im Olympiajahr 2016 sportlich ein ähnliches Feuerwerk zünden zu können.

Die Sydney-Hobart-Regatta war ein eindrückliches Erlebnis.

Fabio Wyss

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Erstellt: 07.01.2016, 14:29 Uhr

Down Under

Der 26-jährige Kanute Fabio Wyss (KC Rapperswil-Jona) berichtet jeden zweiten Donnerstag aus Australien über seine Vorbereitungen auf die Olympiasaison. (zsz)

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