Die Auswanderer

Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

Schon wieder ist ein Jahr um und ein neues, spannendes wartet wieder auf uns. Aber zunächst einen kurzen Rückblick auf’s Vergangene. Viel Vergnügen beim Durchlesen wünschen euch Monika und Peter.

Unsere Auswanderer Monika und Peter blicken auf ein bewegtes Jahr zurück.

Januar 2014
Das Neujahrsfest ist für mich nicht so schön gewesen wie das Letzte. Durch meine Augen-Operation bin ich gezwungen, zu Hause zu bleiben und alleine das neue Jahr zu begehen. Im Swissgarden wird derweil bei Käsefondue und reichlich Wein gefeiert, was das Zeug hält. Auch der Strand ist wie jedes Jahr voll, voll, voll mit Menschen, die das neue Jahr begrüssen wollen. Peter und ich wechseln uns den ganzen Monat ab mit Sihanoukville/Phnom Penh, Phnom Penh/Sihanoukville. Ich muss alle paar Tage zur Kontrolle meines Auges und Peter hat drei Stadtführungen mit Gästen von uns. Das erfordert viel Einsatz unserer Volontärin Aislinn, die das Ganze aber mit unseren Angestellten vorbildlich meistert.

Februar 2014
Wir müssen Abschied nehmen von Aislinn. Sie war 4 Monate bei uns und es fällt uns schwer, sie ziehen zu lassen. Sie wird noch ein wenig im Land bleiben und mit ihrer Mutter Kambodscha bereisen. Im Swissgarden läuft alles rund. Nach dem chinesischen Neujahr genehmigen wir uns eine kleine Auszeit und verbringen eine Nacht im Riem Beach Guesthouse. Am Nachmittag überrascht mich Peter mit einer Bootstour nur für uns zwei. Ich geniesse es in vollen Zügen, mal mit Peter alleine zu sein. Schon ist es aber wieder vorbei und wir kehren in unser eigenes Guesthouse zurück. Abends im Geschäft gibt es dann noch eine kleine Aufregung! Ich schneide mich an einem Glas so tief, dass ich noch am selben Abend um 21.30 Uhr in ein Spital muss, um meine Wunde mit fünf! Stichen nähen zu lassen. Irgendwie ist es halt schon so, ich bin nicht zum Arbeiten auf dieser Welt. Wenn ich es dann doch mal wieder versuche, muss ich immer mit irgendetwas zum Arzt. So lass ich es doch lieber bleiben und lasse die anderen arbeiten. Smile…

März 2014
Der Finger verheilt, das Auge ist auch auf dem Weg der Besserung, wir hoffen auf bessere Zeiten. Anfangs verläuft alles nach Plan. Dann lassen wir bei uns zu Hause eine Wasserpumpe einbauen, weil der Wasserdruck sehr niedrig ist. Doch damit haben wir uns neuen Ärger eingehandelt. Denn die erste Pumpe wurde falsch angeschlossen und die zweite stellt nicht mehr ab. So haben wir plötzlich nasse Wände und kleinere Überschwemmungen in zwei Zimmern. Schliesslich müssen wir feststellen, dass die alten Rohre dem neuen Druck gar nicht standhalten. Also wird das, was wir selbst reparieren können, repariert. Ansonsten stellen wir die Pumpe nur noch ein, wenn Gäste nach Hause kommen und duschen wollen. Solche Problemchen sind für uns schon zum Alltag geworden, andere «Überraschungen» würde man lieber nicht erleben. So wie jene, als Peter mich eines Abends zu sich ruft. Zuerst denke ich noch: «Was will denn der wieder hier, er hat doch Feierabend und müsste zu Hause sein». Doch dann bemerke ich beim näher kommen, dass seine Kleider voller Blut sind! Unter Schock erzählt er mir, er habe einen Unfall mit dem Roller gehabt und sein Handy verloren. Er sei mit irgendetwas zusammen gestossen, aber er wisse nicht mit was. Immer wieder redete er von seinem verlorenen Handy an, weil doch das auch die Geschäftsnummer ist. Ich versuchte, ihn zu beruhigen und säuberte zuerst einmal seine Wunden. Zum Glück waren seine Verletzungen weniger schlimm, als es im ersten Moment ausgesehen hatte. Ausser ein paar Schürfungen, einem gebrochenen Mittelhandknochen und gestauchten Rippen hat er sich nichts getan. Und mittlerweile ist alles wieder verheilt. Trotzdem hat mir das Ganze einen ziemlichen Schrecken eingejagt und mir vor Augen geführt, wie schnell es gehen kann. Und unsere alte Geschäftsnummer haben wir auch wieder erhalten.

April 2014
Das dritte und letzte Neujahrsfest steht bevor. Das Khmer-Neujahrsfest ist das Ruhigste. Es wird in den Tempelanlagen gefeiert, mit Spielen aller Art, Technotänzen und kambodschanischen Liebesliedern. Zudem werden oft Wasserschlachten veranstaltet und das Talkpulver geworfen. Aber so extrem wie in Thailand ist es hier zum Glück nicht und die Barangs (Touristen) werden verschont. Nach dem Neujahr bekommen wir ein neues Familienmitglied, ein Schäfer-/Huskymischling. Der Hund ist gesund und hat ein freundliches Wesen und wir sind sehr glücklich, ihn zu haben. Nur unsere zwei Kater hatten anfangs nicht so viel Freude an ihrem neuen Spielkameraden. Sie fauchen ihn oft an und verpassen ihm Nasenstieber, obwohl er versucht, sich klein zu machen und seinen treuen Hundeblick aufsetzt. Sie werden sich wohl oder übel aneinander gewöhnen müssen. Wir nennen den Hund auch Lucky, wie unseren ersten, einfach dieses Mal in Khmer, Som Naang. Wir hoffen, er hat mehr Glück und wird uns nicht wieder gestohlen wie unser erster Lucky vor knapp 6 Monaten.

Mai 2014
Der Mai beginnt ruhig. Alle Neujahre sind vorbei und die Bevölkerung Kambodschas ist wieder am Arbeiten. Wir unternehmen einen viertägigen Ausflug nach Battambang und Siem Reap. Battambang ist grösser, als ich mir es vorgestellt habe. Mit dem Bambootrain fahren wir auf der rund drei Kilometer langen und schnurgeraden Strecke. Jedes Mal, wenn wir einen anderen Bambootrain kreuzen, müssen wir absteigen, den Bambootrain auseinander nehmen und den anderen passieren lassen. Später besuchen wir Höhlen, in denen Millionen von Fledermäusen wohnen. Sie schwärmen jeden Tag bei Dämmerung aus, um auf Futtersuche zu gehen. Ich hatte Hühnerhaut während dieses Ereignisses. Statt wie geplant per Boot fahren wir anderntags mit dem Bus nach Siem Reap, denn es hat kaum Wasser. In Siem Reap besichtigen wir dann jenen Tempel, der spätestens seit dem Film «Tomb Raider» mit Angelina Jolie weltberühmt ist. Nach diesen vier Tage fliegen wir zurück nach Sihanoukville, wo nochmals eine Augen-OP ansteht. Sie pflanzen mir eine künstliche Linse ins Auge und danach sollte es fast wieder wie vorher sein. Wir werden sehen. Diesen Monat haben wir auch wieder einmal häufiger längere Stromausfälle. Zum Glück funktioniert der Generator dieses Mal einwandfrei.

Juni 2014
ENDLICH! Ich gehe zur letzten Kontrolle meines Auges und der Arzt ist zufrieden. Noch ein Sehtest für die neue Korrektur und ich bin entlassen. Nach der grossen Hitze kommt jetzt der grosse Regen. Dieses Jahr ist der Juni sehr nass und unglücklicherweise hält das neu gemachte Dach doch nicht. So haben wir leider erneut Wasser in zwei Zimmern und vermehrt Stromausfälle. Die Stromausfälle sind zum Glück nur von kurzer Dauer, aber Wasser in den Zimmern ist ziemlich ärgerlich. Und unsere Vermieterin will nichts dagegen tun. Das kostet sehr viel Nerven und demoralisiert extrem. Denn auch im neuen Haus regnet es rein. Die Gipsdecke im Eingangsbereich löst sich schon auf und auch durch die Fensterfugen kommt das Wasser rein. Doch hier haben wir Glück, die Vermieterin ist sehr nett und lässt alle Schäden beheben und entschuldigt sich noch für die Umstände!

Juli 2014
Der Juli fängt für mich nicht gut an. Ich fange eine deftige Venenentzündung ein und am rechten Fuss entzündet sich eine kleine Wunde so extrem, dass ich kaum mehr gehen kann. Zuerst probiere ich es noch ohne Antibiotika, aber als es schlimmer wird, muss ich dann doch darauf zurückgreifen. Zu allem Übel macht uns die Vermieterin im Swissgarden das Leben unnötig schwer und weigert sich, das Dach zu reparieren. Auch will sie plötzlich nichts mehr von einem Fünfjahresvertrag wissen, den wir letztes Jahr mit ihr unterzeichnet haben, bevor wir renovierten. Der Streit ging so weit, dass wir ihr mit einer Anzeige und dem Anwalt drohen mussten. Schliesslich haben wir unseren Fünfjahresvertrag erhalten und sind froh, weitermachen zu dürfen. Nach der ganzen Aufregung überrascht mich Peter mit einer kleinen Erholungsreise nach Sri Lanka. Wir machen zwei Safaris durch Nationalparks: Einer, der vorwiegend Vögel aller Art beherbergt und einen grösseren, in dem auch grössere Tiere wie Elefanten, Wasserbüffel, Krokodile, Affen und seltene Leoparde leben. Wir kommen voll auf unsere Kosten und können sogar einen der wenigen Leoparden bewundern. Während unserer achttägigen Abwesenheit lief im Guesthouse dank Selina und unserem seit zweieinhalb Jahren treuem Personal alles wie gewohnt. Als wir zurück sind in Sihanoukville ist das Wetter besser und wir können wieder die Sonne geniessen. Und natürlich freute sich Som Naang wahnsinnig über unsere Heimkehr, er liess uns nicht mehr aus den Augen und folgte uns überall hin.

August 2014
Trotz aller Bemühungen meinerseits, Som Naang gutes Benehmen beizubringen, scheitere ich am sturen Kopf unseres neuen Familienmitglieds. Er springt ständig an jedem hoch und schnappt nach allem, was er kriegt. So geht das nicht weiter, denn auch im Haus werden wir nächste Saison Gäste haben. Übers Internet finden wir eine Hundeschule, die von einem ehemaligen Mitglied der US-Army geleitet wird. Er hat in der Armee K9 Hunde ausgebildet und ist sogar mit diesen Hunden Fallschirm gesprungen. Der Kurs dauert sechs Wochen und der Hund bleibt während dieser Zeit in der Schule. So bekommt er ein sehr intensives Training und lernt, sich zu konzentrieren. Som Naang ist nicht glücklich darüber und ihn plagt das Heimweh. Doch nach anfänglichen Konzentrationsschwierigkeiten macht er riesige Fortschritte und Mike, der Trainer, ist sehr zufrieden mit ihm. Wir besuchen ihn regelmässig und Som Naang freut sich jedes Mal wie verrückt, uns zu sehen. Er verändert sich in diesen Wochen stetig, wird ruhiger und springt nicht mehr an einem hoch. Nebst dem Gehorsam, den er jetzt lernt, verändert sich aus sein Aussehen. Vom kleinen, beigen Welpen, zum grossen, dunkler werdenden Teenager.

September 2014
Som Naang ist immer noch im «Hunde-Bootcamp». Er macht uns mächtig stolz. Auch Mike ist beeindruckt von ihm, obwohl Som Naang ihn ab und zu fast zur Verzweiflung gebracht hat. Er sei ein Sturkopf, sagt Mike. Wenn er keine Lust zum Trainieren hat, zeigt er das unmissverständlich. Aber Mike ist eben sturer und so muss er sich fügen. Man merkt sehr stark die Huskygene in Som Naang, aber mit eiserner Konsequenz und einer strengen Führung kapituliert auch ein Som Naang. Bei einem Besuch Mitte September dann die frohe Botschaft: Som Naang darf nach Hause. Mike bringt den Hund zu uns nach Hause. Die Freude ist auf beiden Seiten sehr gross. Nun erhalten auch wir von Mike noch ein Training, er instruiert und korrigiert uns wo nötig. Ein zweites grosses Ereignis, auf das wir uns sehr freuen, steht am 20. September auf dem Programm. Das Kinderheim aus Phnom Penh kommt uns zum dritten Mal am Meer besuchen. Die Kinder, ob gross oder klein, sind kaum aus dem Wasser zu bringen. Bis zur letzten Minute wird gebadet, was das Zeug hält. Den Kindern und uns haben die drei Tage gefallen und beim Abschied sah man die eine oder andere Träne. So Buddha und unsere grosszügigen Sponsoren wollen, wird es nächstes Jahr ein Wiedersehen geben.

Oktober 2014
Ich erwarte «hohen» Besuch. Eine meiner zwei besten Freundinnen kommt mich mit ihrer Familie besuchen. Ich freue mich schon lange darauf. Zuerst kommen sie zu uns ans Meer. Mit dem Töff erkunden sie Sihanoukville und klappern alle Strände ab. Ihr 11-jähriger Sohn Elias macht sich schon ganz gut als «Motodriver» und es macht ihm sichtlich Spass. Danach fährt die Familie weiter nach Siem Reap und ich begleite sie. Von Siem Reap nach Phnom Penh fahren wir mit dem Schnellboot. Die Fahrt ist sehr, sehr schön. Wir sehen Dörfer auf dem Fluss, Mangrovenwälder, Fischer und Muscheltaucher bei der Arbeit. Da ich die ganzen sechs Stunden auf dem Dach des Bootes verbringe, habe ich am Abend dann einen «kleineren» Sonnenbrand. Danach fahre ich wieder zurück nach Sihanoukville, für die Familie geht es weiter nach Mondulkiri zum Elephantenreiten. Später treffen wir uns nochmals in Phnom Penh. Ihr Mann und ihr Sohn fliegen bereits zurück in die Heimat, wir beiden Frauen gestalten die restlichen zwei Tage ganz nach unserem Gusto. Es kommt mir so vor, als hätten wir die ganzen Märkte in Phnom Penh leergekauft. Der Abschied ist für mich nicht ganz einfach und ich denke viel daran zurück. Ich bin immer noch voller Hoffnung, dass auch die andere Freundin einmal den Weg nach Kambodscha findet, denn auch sie vermisse ich.

November 2014
Bereits das zweite Mal dieses Jahr bekommen wir Familienzuwachs: Wir übernehmen die dreieinhalb-monatige Hündin Selina von unserer Vermieterin, da diese keine Zeit hat für sie. Als wir sie bei ihr abholen, ist sie so verängstigt, dass sie Peter in den Finger beisst, als er sie hochheben will. Was uns ein wenig Kummer bereitete war, wie sie sich mit Som Naang verstehen würde. Zum Glück ist es Liebe auf den ersten Blick zwischen den beiden. Ende des Monats nehme ich mir eine kurze Auszeit und reise mit unseren Angestellten Srey Tui, Yo und ihrer Nichte Kim Hour in die Provinz Kandal zu ihrer Schwester und Familie. Sie feiern dort ihren ersten Hochzeitstag. Es sind zwei Tage ohne jeglichen Luxus und zum Duschen muss man erst das Wasser hochpumpen. Doch die Menschen dort sind zufrieden und man wird überall herzlich empfangen und fürstlich bewirtet. Die zwei Tage waren wahnsinnig schön für mich und bewiesen mir einmal mehr; Glück und Zufriedenheit lässt sich mit keinem Geld auf dieser Welt kaufen.

Dezember 2014
Endlich fängt die Hochsaison an und die Strände füllen sich langsam mit Touristen. Dennoch hat es weniger Reisende in Sihanoukville als letzte Saison. Trotz allem sind wir gut belegt und es kann losgehen. Die Stadt wird rausgeputzt und die Weihnachtbeleuchtung den Strassen entlang montiert. Auch in den Läden merkt man es, es werden Weihnachtsbäume und Weihnachtsschmuck verkauft. Unser Guesthouse bleibt aber wie jedes Jahr weihnachtsfreie Zone. Dieses Jahr haben wir noch eine kleine Darbietung während unseres alljährlichen Barbeque organisiert. Ingrid, eine Deutsche, unterstützt hier arme Familien, indem sie den Kindern eine gute Schulbildung ermöglicht. Wir haben angefangen, diesen Kindern Tanzstunden zu geben. Die Kinder haben riesigen Spass daran gefunden. Die besten vier durften dann das Erlernte unseren Gästen präsentieren. Beide Seiten hatten sichtlichen Spass dabei und die «Kleinen» waren danach richtig stolz auf ihre Leistung. Silvester war dann wieder etwas ruhiger, traditionell mit Käsefondue. Um Mitternacht gab es ein super Feuerwerk. Mit einem Schluck Champagner liessen wir das Jahr 2014 gemeinsam mit unseren Gästen hinter uns und begrüssten 2015. Wir hoffen, dass auch dieses Jahr gut läuft und wir viele Gäste begrüssen dürfen.

Erstellt: 27.03.2015, 12:03 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.