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Plug-in-HybrideBis zu 66 Kilometer rein elektrische Reichweite

Der modische Range Rover Evoque und der praktische Land Rover Discovery Sport rollen als Plug-in-Hybride (PHEV) mit CO2-Emissionen ab 43 g/km an den Start.

Der Schönling unter den Kompakt-SUV, der Range Rover Evoque, wird mit Plug-in-Hybrid-Antrieb zum Saubermann.
Der Schönling unter den Kompakt-SUV, der Range Rover Evoque, wird mit Plug-in-Hybrid-Antrieb zum Saubermann.
Foto: Land Rover
Dank den 309 PS Systemleistung spurtet der praktische Land Rover Discovery in 6,6 Sekunden auf Tempo 100.
Dank den 309 PS Systemleistung spurtet der praktische Land Rover Discovery in 6,6 Sekunden auf Tempo 100.
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SUV stehen am Klimapranger, und Land Rover hat ein Problem – denn so gut sich die Geländewagen derzeit auch verkaufen, so schlecht ist deren Erfolg für die CO2-Bilanz und damit für die Buchhalter. Schliesslich müssen sie für jedes Gramm über der Norm bald hohe Strafen überweisen. Deshalb wollen die Briten jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und rüsten nach dem Range Rover auch den Evoque und den Discovery Sport zu Teilzeitstromern um: Ab dem Sommer gibt es die beiden ungleichen Geschwister zu Preisen ab 59’600 Franken für den feinen und 75’500 Franken für den praktischen Bruder unter dem Kürzel 300e auch als Plug-in-Hybriden mit einem Verbrauch, der zumindest in der Theorie der Prüfstandsformel frei von jeder Kritik bleibt. Denn der Evoque steht dann mit 1,9 Litern und der Discovery Sport mit 2,0 Litern in der Liste.

Für das gute Gewissen auf Boulevard und Buckelpiste hat Land Rover einen komplett neuen Antrieb entwickelt. Vorn unter der Haube steckt deshalb künftig ein 1,3 Liter grosser – oder für die Marke eher kleiner – Turbobenziner mit 200 PS, an der Hinterachse ist eine E-Maschine mit 109 PS montiert, und dazwischen gibt es eine neue 8-Gang-Automatik sowie einen Puffer-Akku von 15 kWh, der sich unter die Rückbank duckt. Er liefert dem Elektromotor genügend Strom für 68 und 64 Kilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h. Und wenn beide Motoren mit vereinten 309 PS zusammenwirken, geht es flott zur Sache: Von 0 auf 100 beschleunigt der Evoque in 6,4 und der Discovery in 6,6 Sekunden, und Schluss ist bei 213 beziehungsweise 209 km/h. Doch wen interessiert das heute in der Schweiz noch?

Drei Fahrprogramme an Bord

Wie bei den meisten Plug-ins gibt es auch für die beiden teilelektrischen Land Rover unterschiedliche Fahrprogramme: Man kann das Auto in den E-Modus zwingen, man kann den Stromer abschalten, um die Energie später zu nutzen, oder man überlässt der Elektronik die Regie. Was die Briten allerdings nicht bieten, das ist ein Charge-Mode, in dem der Verbrenner mehr leistet und so den Akku lädt. Dafür knausern sie nicht bei der Ladeleistung an der Steckdose: Zwar dauert es daheim mehr als sechs Stunden, bis der Akku voll ist. Doch wer an einer 32-kW-Gleichstromsäule zapfen kann, der bekommt 80 Prozent in 24 Minuten – und kann das auf Wunsch live auf einer Smartphone-App verfolgen. Denn natürlich gibts zum Plug-in-Hybrid auch die entsprechende Vernetzung zur Fernsteuerung vom Telefon.

Zwar nimmt Land Rover mit der langen Leine für Evoque und Discovery Sport zwei weitere SUV aus dem Kreuzfeuer und hat auch den neuen Defender bereits als Teilzeitstromer angekündigt. Doch bis es wirklich spannend wird bei der Offroad-Marke, dauert es wohl noch ein wenig. Denn obwohl es mit dem i-Pace als Akku-Crossover bei der Schwester Jaguar ja bereits eine Vorlage gibt, ist der erste voll elektrische Land Rover noch nicht in Sicht.

Mach nichts, wenn man den Worten von Technikchef Nick Rogers glaubt: «Diese Kombination aus Elektrifizierung, Downsizing und Gewichtsreduzierung bringt eine Menge Vorteile – beim Verbrauch ebenso wie bei der elektrischen Reichweite und der Möglichkeit, emissionsfrei in der Stadt zu fahren. Ob auf langen Strecken, im Gelände oder innerorts: Unsere Plug-in-Hybride verfügen über das gleich hohe Leistungsvermögen und die Gelassenheit, für die Land-Rover-Modelle bekannt sind.»

1 Kommentar
    Jürgen Baumann

    Also jetzt müsste wir erst einmal klären: Was ist die genaue Reichweite des 15 kWh Akkus. Im Text steht: "Er liefert dem Elektromotor genügend Strom für 68 und 64 Kilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h." Hier steht als 68 oder 64 km zur Auswahl. Schaue ich auf den Link der URL für diesen Artikel, dann suggeriert der 66 km. Also haben wir jetzt 64, 66 oder 68 km zur Auswahl. Sei es drum - das hängt sowieso vom Fahrer ab.

    Wenn man den 66 km als "Mittelwert" gerechnet wird, bedeutet die Leerung des 15 kWh Akku einen Verbrauch von 22.7 kWh auf 100 km oder für jeden km werden 4.4 kWh benötigt. Das ist dann aber ein ganz schöner Schluck aus der Pulle.

    Leider fehlt eine Gewichtsangabe für das Fahrzeug, aber eine Recherche deutet auf etwas über 1.8 Tonnen hin. Und wenn ich das mit anderen rein elektrischen Fahrzeugen in dieser Gewichtsklasse vergleiche, lande ich bei 15 bis 16 kWh / 100 km - also rund 40% weniger. Da ist auch noch Luft nach oben.

    Eigenartig auch diese Aussage Zitat: "Doch wer an einer 32-kW-Gleichstromsäule zapfen kann, der bekommt 80 Prozent in 24 Minuten." Also ich habe noch nie eine "32 kW Gleichstomsäule" gesehen. Die älteren haben 20 kW, dann kamen die 50 kW Säulen und heute liegen wir bei 100, 150 oder mehr kW. Da sollte der Autor noch mal drüber schauen.

    Alles in allem aber kein Fahrzeug, für das ich mich begeistern könnte. Allein schon das Acht (!) Gang Getriebe schreckt eher ab - diese dauernden Lastwechsel sind für jeden, der mal die Ruhe und die Gleichmässigkeit eines elektrischen Antriebs genossen hat, ein Graus.