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Schweinsteiger über Film-Rolle«Bin nicht als Schauspieler geboren»

Die Karriere von Bastian Schweinsteiger ist verfilmt worden, etliche Fussball-Grössen kommen zu Wort. Wie etwa Uli Hoeness, den ein ganz besonderer Moment mit dem Protagonisten verbindet.

Bastian Schweinsteiger steht in der Doku «Schw31ns7eiger: Memories – Von Anfang bis Legende» erneut im Scheinwerferlicht, wie hier bei seinem Abschiedsspiel in München 2018.
Bastian Schweinsteiger steht in der Doku «Schw31ns7eiger: Memories – Von Anfang bis Legende» erneut im Scheinwerferlicht, wie hier bei seinem Abschiedsspiel in München 2018.
Foto: Keystone

Es geht um Erinnerungen und Emotionen. Fussball-Fans können sich auf einen Dokumentarfilm über die Karriere von Bastian Schweinsteiger freuen. «Schw31ns7eiger: Memories – Von Anfang bis Legende» lautet der Titel, in dem die Zahlen von Schweinsteigers Trikotnummern enthalten sind. Mit der 31 lief er für FC Bayern auf, im Nationalteam war es die 7.

Bastian Schweinsteiger ist einer der erfolgreichsten deutschen Fussballer. Der langjährige Star des FC Bayern München wurde 2014 Weltmeister, 2013 gewann er die Champions League. Im vergangenen Jahr beendete der mittlerweile 35-Jährige als Spieler von Chicago Fire seine Laufbahn. Er ist mit dem früheren Tennis-Star Ana Ivanovic verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne.

Hoeness’ besonderer Moment mit Schweinsteiger

«Da gibt es mehrere, aber ich glaube meine Lieblingserinnerung ist der Gewinn der Weltmeisterschaft 2014, das war ein unglaubliches Gefühl, ich denke immer gerne daran zurück», sagte Schweinsteiger der Deutschen Presse-Agentur. Während seines grössten Triumphes dachte der damalige Bayern-Spieler an Uli Hoeness, der zu dieser Zeit inhaftiert war: Schweinsteiger schickte in einem TV-Interview Dankesworte an den Bayern-Macher, was diesen sehr beeindruckte. Der ehemalige Bayern-Präsident sagt im Film: «Da hat es mich vom Bett rausgehauen, weil es eines meiner eindrücklichsten Erlebnisse war, das ich je gehabt habe.»

Der von Til Schweiger produzierte Film ist vom 5. Juni an im Video-Streamingdienst Amazon Prime Video zu sehen. Im Interview spricht Schweinsteiger über seine weiteren Pläne, seine Verbindung zu Schweiger - und ob es eine Zukunft vor der Kamera gibt.

Der Film heisst «Memories – von Anfang bis Legende». Was löst es in einem aus, wenn man die ganzen Erinnerungen des Films noch einmal durchlebt?

Erinnerungen waren schon immer wichtig für mich. Sie lösen grosse Emotionen bei mir aus und ich erinnere mich gerne an meine Vergangenheit zurück. Auch als Spieler habe ich mich immer wieder an vergangene Ereignisse erinnert, daraus konnte ich viel Kraft schöpfen.

Was ist Ihre Lieblingserinnerung wenn Sie zurück blicken?

Da gibt es mehrere, aber ich glaube meine Lieblingserinnerung ist der Gewinn der Weltmeisterschaft 2014, das war ein unglaubliches Gefühl, ich denke immer gerne daran zurück.

2014 gewinnt Bastian Schweinsteiger (Mitte) mit der deutschen Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft in Brasilien.
Foto: Keystone

Was verbindet Sie mit Til Schweiger?

Wir sind gute Freunde. Und wenn jemand einen Film über mich produzieren kann, dann ist es Til. Er ist ein toller Produzent.

Es heisst, dass Sie eine tränenreiche Situation vom Ende nicht so gerne im Film haben wollten. Was hat Sie daran gestört und warum wird die sehr bewegende Szene doch gezeigt?

Meine Privatsphäre ist mir sehr wichtig. Für mich ist es nicht leicht eine Kamera nah an mich und meine Familie heran zu lassen. Als ich beispielsweise bei meinem Abschied in Orlando in der Kabine Emotionen gezeigt habe, das war schon schwierig für mich. Ich denke niemand sieht sich selbst gerne weinen. Ich habe dann mit Til hin und her geschrieben. Er hat mich überzeugt, dass das auch dazu gehört. Und: Das Ergebnis ist ja wirklich gut geworden.

Uli Hoeness hat 2003 nach einem Torjubel mit Haarband mal gesagt, Sie sollen Fussball spielen und kein Schauspieler sein. Jetzt sind Sie – wie auch Hoeness – in einem Dokumentarfilm dabei. Welche weiteren Filmrollen können Sie sich vorstellen?

George Clooney ist mein Vorbild (lacht). Nein, mal im Ernst, ich denke ich bin nicht als Schauspieler geboren und es bleibt bei der Filmdokumentation.

«Genau das war das Ziel, das wir mit der Doku verfolgt haben.»

Welche Pläne verfolgen Sie ein knappes Jahr nach dem Karriereende?

Ich geniesse die Zeit mit meiner Familie und zusätzlich begeistere ich mich momentan für meine neue Aufgabe als ARD-Sport-Experte.

Im Film verrät Ihre Ehefrau auch, was der erste Satz war, den Sie ihr auf Deutsch beigebracht haben («Nein, danke, ich bin glücklich verliebt»). Gab es da eine besondere Situation?

Nein, ich wollte sie nur auf eine solche Situation vorbereiten (lacht).

Von wem gab es das eindrucksvollste Feedback der Weggefährten, die im Film vorkommen - und wie lautete es?

Jogi Löw hat über die Filmdoku folgendes gesagt: «Wahnsinn, Gänsehaut, Chapeau! Der Film zeigt Basti genauso wie er ist.» Es freut mich natürlich sehr, das zu hören. Genau das war ja auch das Ziel, das wir mit der Doku verfolgt haben.

Beim Miteinander der Fussballer im Film denkt man angesichts der Coronavirus-Pandemie fast schon wehmütig an schon länger zurückliegende Zeiten. Was denken Sie über Geisterspiele?

Für die Spieler ist es natürlich nicht einfach, ohne Publikum im Stadion zu sein. Aber ich bin sehr froh, dass es weitergeht und man die Spiele im Fernsehen mitverfolgen kann.

Wie verfolgen Sie aktuell den FC Bayern und was trauen Sie ihm in dieser Saison zu?

Ich schaue mir jedes Spiel an und freue mich im Nachgang darüber bei der ARD zu sprechen. Ich glaube auch in diesem Jahr hat der FC Bayern grosses Potenzial viel zu erreichen.

dpa/kay

1 Kommentar
    Nick Mena

    Nur sehr wenige Menschen werden als Schauspieler geboren. Die meisten werden als Baby zur Welt gebracht. Ausserdem wäre das ja Kinder- bzw. Babyarbeit und wer Neugeborene kennt weiss; Neugeborene einfach viel zu viele Texthänger.