Zum Hauptinhalt springen

ProbefahrtBestseller für die Zukunft

Für den Einstieg in die Elektromobilität vertraut Volvo auf die Qualitäten des Bestsellers XC40. Bis 2025 soll jedes zweite verkaufte Auto der Schweden rein elektrisch angetrieben sein.

Bis 400 Kilometer Reichweite, Fahrleistungen wie ein Sportwagen und lokal emissionslos: Der Volvo XC40 Recharge P8 setzt auf zwei Elektromotoren.
Bis 400 Kilometer Reichweite, Fahrleistungen wie ein Sportwagen und lokal emissionslos: Der Volvo XC40 Recharge P8 setzt auf zwei Elektromotoren.
Bild: Volvo 
Am Design wurde kaum etwas geändert, und auch das Platzangebot im Innern ist praktisch gleich wie in den Varianten mit Verbrennungsmotor.
Am Design wurde kaum etwas geändert, und auch das Platzangebot im Innern ist praktisch gleich wie in den Varianten mit Verbrennungsmotor.
Bild: Volvo 
Mindestens 64'500 Franken kostet der XC40 Recharge P8 – fast 30'000 Franken mehr als die Einstiegsvariante mit Verbrennungsmotor.
Mindestens 64'500 Franken kostet der XC40 Recharge P8 – fast 30'000 Franken mehr als die Einstiegsvariante mit Verbrennungsmotor.
Bild: Volvo 
1 / 6

Viele der traditionellen Autohersteller setzen auf die Elektrifizierung. Der politische Druck via CO2-Vorschriften ist inzwischen so hoch, dass es kaum mehr anders geht: Seit diesem Jahr gilt ein Richtwert von 95 Gramm pro Kilometer, ermittelt auf den Durchschnitt aller verkauften Neuwagen – für jedes Gramm, das die verkauften Fahrzeuge im Schnitt über diesem Wert liegen, werden empfindliche Bussen fällig. Die Hersteller nehmen also möglichst viele Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge (siehe Box) in ihre Palette auf, um Modelle mit hohem CO2-Ausstoss zu subventionieren – ein kompliziertes Rechenspiel.

Volvo hingegen hat schon früh die Weichen zu einer möglichst CO2-freien Zukunft gestellt. «Aus ideologischen Gründen», beteuert Håkan Samuelsson, CEO von Volvo Cars. «Wir haben es schon mehrfach gesagt: Die Zukunft von Volvo ist elektrisch!» Bis 2040 wollen die Schweden ein klimaneutraler Konzern sein. Schon vor Jahren entschied der Autohersteller, die Verbrennungsmotoren auf maximal vier Zylinder zu beschränken – zusätzliche Antriebskraft liefern Elektromotoren, wo nötig. Inzwischen ist in jeder Baureihe mindestens eine Plug-in-Variante erhältlich. Und nun folgen die reinen E-Modelle: In den nächsten fünf Jahren will Volvo eines pro Jahr lancieren. Bis 2025 soll jeder zweite verkaufte Volvo rein elektrisch angetrieben sein, der Rest einen Hybridantrieb haben.

Ein angenehmer Begleiter

Ehrgeizige Ziele, die nun mit dem ersten E-Modell so richtig lanciert werden. «Mit dem XC40 Recharge machen wir einen grossen Schritt in diese Richtung», sagt Samuelsson. Die technische Plattform, auf der der XC40 aufbaut, kann sowohl für Verbrenner, Plug-in-Hybridantriebe oder reinen E-Antrieb mit variierender Batteriegrösse verwendet werden. Für den XC40 Recharge P8 bedeutet das zunächst eine Batteriekapazität von 78 kWh, die für eine Normreichweite nach WLTP von 400 Kilometer reichen soll. «Wir werden das Angebot an Batteriegrössen aber später noch erweitern», kündigt Produktmanagerin Beatrice Simonsson an. Auf der ersten Probefahrt durch hügeliges Gebiet samt kurzer Autobahnstrecke erschienen 320 Kilometer als realistisch – wie immer ist dies von Faktoren wie dem Fahrstil, der Temperatur und der Topografie abhängig. Geladen wird mit maximal 150 kW, damit sind 80 Prozent der Batterie in 40 Minuten wieder voll.

Unterwegs ist der Elektro-Volvo ein angenehmer Begleiter. Vom Antrieb ist so gut wie nichts zu hören, und auch gegen Abroll- und Windgeräusche ist der Schwede sehr gut isoliert – das macht die Fahrt sehr gediegen. Wer das Fahrpedal durchtritt, wird staunen: Der Schwede schiesst mit seinen 660 Nm Drehmoment aus dem Stand wie ein Sportwagen davon, der Allradantrieb sorgt dabei für eine optimale Traktion. Vom hohen Gewicht von rund 2,2 Tonnen ist nichts zu spüren, auch nicht in Kurven.

Attraktives Gesamtpaket

Dass die Schweden ihr erstes Elektroauto auf der Basis eines bestehenden Modells bringen, dürfte vielen Kunden den Umstieg in die E-Mobilität erleichtern. Die äusserlichen Unterschiede zum herkömmlichen XC40 sind sehr gering, nur ein geschlossenes Panel anstelle des offenen Kühlergrills deutet von aussen auf den E-Antrieb hin. Im Innenraum wartet der Recharge trotz vertrauter Umgebung mit einer Neuheit auf: Als erster Autohersteller (neben Tochtermarke Polestar) bringt Volvo ein Android-Betriebssystem auf den Markt, mit bekannten Apps für Navigation, Musikstreaming und einer Volltext-Spracheingabe.

Volvos Erstlingswerk auf dem E-Markt ist ein attraktives Gesamtpaket mit akzeptabler Reichweite, einem guten Platzangebot und einer schnellen Ladeleistung. Damit taugt der XC40 Recharge P8 durchaus als Alltagsauto, auch für Familien. Die teure Batterie, die umfangreiche Ausstattung und der edle Innenraum haben aber ihren Preis: Mindestens 64'500 Franken müssen für den ersten vollelektrischen Volvo ausgegeben werden – fast 30'000 Franken mehr, als die Einstiegsvariante des XC40 kostet.