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Treffen mit Kronprinz und US-AussenministerBerichte: Netanyahu reiste heimlich zu Gesprächen nach Saudi-Arabien

Israels Ministerpräsident hat sich Medienberichten zufolge mit dem saudischen Kronprinzen und dem US-Aussenminister Mike Pompeo zu Gesprächen getroffen.

Für sie war es das zweite Treffen innert kurzer Zeit: US-Aussenminister Mike Pompeo (links) and Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nach einer Konferenz in Jerusalem am 19. November 2020.
Für sie war es das zweite Treffen innert kurzer Zeit: US-Aussenminister Mike Pompeo (links) and Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nach einer Konferenz in Jerusalem am 19. November 2020.
Foto: Maya Alleruzzo (Pool/AP/Keystone) 

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist nach israelischen Medienberichten heimlich nach Saudi-Arabien gereist.

In der Stadt Neom habe er sich am Sonntag mit Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Aussenminister Mike Pompeo getroffen, berichteten israelische Zeitungen am Montag. Begleitet worden sei Netanyahu vom Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Jossi Cohen.

Bildungsminister Joaw Gallant bestätigte am Montag entsprechende Berichte heimischer Medien. Netanyahu Social-Media-Berater Topaz Luk schrieb am Montagmorgen auf Twitter, der Ministerpräsident mache Frieden, während Verteidigungsminister Benny Gantz Politik mache. Gantz will in einer Affäre um U-Boot-Käufe die Beschaffungsabläufe beleuchten lassen. Im Zuge der Affäre war auch Netanyahu unter Druck geraten.

Allianz gegen schiitischen Iran

Israel bemüht sich um Annäherung an arabische Länder. Mit den Golfstaaten Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) hatte sich die Regierung in Jerusalem zuletzt auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen verständigt. Die Länder schmiedeten damit auch eine Allianz gegen den Iran. Israel sowie die sunnitischen Staaten Bahrain, die VAE und ihr regionaler Verbündeter Saudi-Arabien sehen im schiitischen Iran eine der grössten Gefahren für die Stabilität im Nahen Osten.

Saudi-Arabien hatte auf die Abkommen der Golfstaaten mit Israel zunächst zurückhaltend reagiert. Das Königreich gab aber seinen Luftraum für Flugverbindungen zwischen den drei Ländern frei. Das Überflugverbot basierte darauf, dass Saudi-Arabien Israel als Staat nicht anerkennt und keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhält.

Die arabischen Staaten verfolgten bislang den Ansatz, die Lösung des Konflikts mit den Palästinensern zur Bedingung für eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel zu machen. Eine Friedensinitiative Saudi-Arabiens sieht eine Normalisierung der Beziehungen der arabischen Staaten zu Israel vor, falls sich der jüdische Staat aus allen 1967 besetzten Gebieten zurückzieht.

SDA/REUTERS