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Zehntausende stranden wegen Vulkan auf Bali

Der indonesische Vulkan Agung brodelt. Seine Aschewolke hat den Flughafen Denpasar erreicht. Die Behörden haben die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Die Behörden haben die höchste Alarmstufe ausgerufen. (Video: Tamedia/AFP/Storyful)

Auf der indonesischen Insel Bali ist wegen der zunehmenden Aktivität des Vulkans Agung die höchste Alarmstufe ausgerufen worden. Behörden ordneten am Montag eine Evakuierung des Gebiets im Umkreis von zehn Kilometern um den Vulkan an. Nach Angaben des indonesischen Katastrophenschutzes mussten rund 100'000 Menschen die Gefahrenzone um den Vulkan verlassen.

Der internationale Flughafen auf Bali wurde für 24 Stunden geschlossen. Zehntausende Reisende sassen auf der Urlaubsinsel fest. Rund 445 Flüge seien gestrichen worden, da die von Agung ausgespuckte Asche den Luftraum des Flughafens Denpasar erreicht habe, sagte der Sprecher des Flughafens, Air Ahsanurrohim. Rund 59'000 Reisende seien betroffen. Die Schliessung des Flughafens war vorerst bis Dienstagmorgen angeordnet worden. Alle sechs Stunde werde überprüft, ob der Flugverkehr wieder aufgenommen werden könne. Sieben Flüge wurden nach Jakarta, Surabaya und Singapur umgeleitet.

Versuchen mit einer Zeremonie den Vulkan zu beruhigen: Hindus auf Bali beten. (26. November 2017)
Versuchen mit einer Zeremonie den Vulkan zu beruhigen: Hindus auf Bali beten. (26. November 2017)
Sonny Tumbelaka, AFP
Zweithöchste Alarmstufe: Der Mount Agung bleibt aktiv. (26. November 2017)
Zweithöchste Alarmstufe: Der Mount Agung bleibt aktiv. (26. November 2017)
Firdia Lisnawati, Keystone
Rettungskräfte helfen Bewohnern eines Dorfes, die evakuiert werden. (22. September 2017)
Rettungskräfte helfen Bewohnern eines Dorfes, die evakuiert werden. (22. September 2017)
Firdia Lisnawati, AFP
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In Videos war zu sehen, wie Passagiere am Flughafen von Bali sassen und auf ihren Telefonen nach Neuigkeiten zu ihren Flugverbindungen suchten. Nach Eruptionen am Samstag und Sonntag schoss aus dem orange glühenden Krater eine Aschesäule bis zu 4000 Meter in die Höhe und zog in Richtung der Nachbarinsel Lombok, wo ebenfalls ein kleinerer Flughafen vorübergehend geschlossen werden musste. Allein Bali wird jedes Jahr von rund fünf Millionen Touristen besucht.

Notfalls wird «mit Gewalt» evakuiert

Die Ausweitung der Gefahrenzone um den Vulkan von sieben auf zehn Kilometer betreffe 22 Dörfer, erklärte der Behördensprecher Sutopo Purwo Nugroho bei einer Pressekonferenz in Jakarta. Von den rund 100'000 Betroffenen hätten jedoch erst etwa 40'000 das Gebiet verlassen, weil sie sich sicher fühlten oder ihr Vieh nicht zurücklassen wollten. Einsatzkräfte durchkämmten laut dem Sprecher die Region, um Anwohner davon zu überzeugen, sich in Sicherheit zu bringen. Wenn es nötig sei, würden das Gebiet «mit Gewalt» evakuiert.

Beim letzten grossen Ausbruch des Agung waren 1963 rund 1100 Menschen ums Leben gekommen. Indonesien ist am sogenannten Pazifischen Feuerring gelegen und hat mehr als 120 aktive Vulkane. Die Alarmstufe für den Vulkan Agung war bereits im September angehoben worden, nachdem eine zunehmende Aktivität verzeichnet worden war. Mehr als 140'000 Menschen mussten die Gegend um den Vulkan verlassen. Ende Oktober war die Alarmstufe zunächst gesenkt worden, da Agung weniger aktiv war.

Ein Video des Katastrophenschutz zeigte, wie sich Wasser mit angesammelten Ascheschutt seinen Weg an den Abhängen des Vulkans bahnte. Die Menschen sollten sich von Flüssen fernhalten und die evakuierte Gegend um Agung nicht betreten, warnte Behördensprecher Nugroho. Da Regenzeit auf Bali herrsche, bestehe die Gefahr, dass sich die Schlammströme noch verstärkten, so der Sprecher.

AP/chk

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