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Vermutlich wieder 40 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Im Mittelmeer hat es offenbar erneut ein tödliches Flüchtlingsunglück gegeben. Etwa 40 Menschen seien beim Untergang ihres Schlauchbootes vor Sizilien ums Leben gekommen.

Flüchtlinge warten im Mittelmer auf ihre Rettung
Flüchtlinge warten im Mittelmer auf ihre Rettung
Keystone

"Überlebende haben uns erzählt, dass viele Migranten von Bord ins Wasser gestürzt seien, demnach könnten es etwa 40 sein", sagte Giovanna Di Benedetto, Sprecherin der Hilfsorganisation Save the Children, am Dienstag in Catania. Überlebende hätten gesagt, es seien 137 Menschen an Bord gewesen, als das Schlauchboot die Luft verlor oder explodierte. Was genau geschah, sei unklar. Im Mittelmeer hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Flüchtlingsdramen gegeben, bei denen hunderte Menschen ertranken. Zwei Militärschiffe aus Malta und Italien brachten am Dienstag mehr als 1000 gerettete Flüchtlinge in Süditalien an Land. Fernsehsender berichteten live, wie ein Marineschiff mit 652 Einwanderern aus Ländern südlich der Sahara im Hafen von Salerno südlich von Neapel festmachte. In der sizilianischen Hafenstadt Pozzallo lief ein maltesisches Schiff mit 370 Menschen an Bord ein. Im sizilianischen Palermo wurde ein weiteres italienisches Schiff mit 500 Flüchtlingen an Bord erwartet. Gentiloni wird deutlich Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen hatte die italienische Regierung erst am Montag deutlich mehr Hilfe von der Europäischen Union gefordert. Im April habe der EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise "den europäischen Charakter des Problems" bestätigt, sagte Italiens Aussenminister Paolo Gentiloni in einem Telefonat mit dem für Flüchtlinge zuständigen EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos. "Wir brauchen jetzt bedeutende Massnahmen." Vor allem Hilfe bei der Unterbringung der Menschen sei notwendig. Da die Stadt Pozzallo bereits vor Eintreffen der neuen Flüchtlinge überlastet war, sollen die Migranten umgehend auf andere Aufnahmezentren in Italien verteilt werden. Das italienische Innenministerium wies die Präfekturen des Landes an, dringend 9000 weitere Plätze zur Verfügung zu stellen. Zur Zeit bringt Italien mehr als 80'000 Einwanderer unter. 14'000 von ihnen sind Minderjährige. Auch die Rettung von Flüchtlingen in Seenot wird verstärkt. Zwei Schiffe der deutschen Marine beteiligen sich im Mittelmeer ab sofort daran.

SDA

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