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USA wollen Verantwortliche im Fall Khashoggi bestrafen

US-Aussenminister Mike Pompeo hat mit dem saudischen Kronprinzen telefoniert und mit Konsequenzen gedroht.

Die Ermordung Khashoggis im Oktober 2018 wirft bis heute Fragen auf: Das Portrait des Journalisten der Washington Post während einer Zeremonie in Washington. (2. November 2018)
Die Ermordung Khashoggis im Oktober 2018 wirft bis heute Fragen auf: Das Portrait des Journalisten der Washington Post während einer Zeremonie in Washington. (2. November 2018)
Jim Watson, AFP
Die saudiarabische Justiz hatte zuvor die Todesstrafe gegen fünf Verdächtige im Fall des ermordeten Jamal Khashoggi gefordert. (2. Oktober 2018)
Die saudiarabische Justiz hatte zuvor die Todesstrafe gegen fünf Verdächtige im Fall des ermordeten Jamal Khashoggi gefordert. (2. Oktober 2018)
Sabah Newspaper, AFP
Mitglieder einer türkischen Menschenrechtsorganisation demonstrieren in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Mitglieder einer türkischen Menschenrechtsorganisation demonstrieren in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Erdem Sahin/EPA, Keystone
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Im Fall des ermordeten saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi wollen die USA alle Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Das kündigte US-Aussenminister Mike Pompeo am Sonntag in einem Telefonat mit dem saudiarabischen Kronprinzen Muhammad bin Salman an.

Pompeo habe «betont, dass die USA alle, die an der Tötung von Jamal Khashoggi beteiligt waren, zur Rechenschaft ziehen, und dass Saudiarabien dasselbe tun muss», erklärte Aussenamtssprecherin Heather Nauert.

Pompeo hatte bereits zuvor gesagt, dass der Mord an dem Journalisten gegen «internationale Rechtsnormen» verstosse und die USA Sanktionen gegen Verantwortliche in dem Fall in Erwägung zögen.

«Friedliche Lösung» für Jemen

In seinem Telefonat mit dem Thronfolger habe Pompeo zudem eine «friedliche Lösung» für den seit Jahren andauernden Konflikt im Jemen gefordert. Alle Konfliktparteien müssten an den Verhandlungstisch kommen. Im Jemen-Konflikt unterstützt ein von Saudiarabien angeführtes arabisches Militärbündnis seit März 2015 Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die schiitischen Huthi-Rebellen, darunter mit Luftangriffen.

Nach Uno-Angaben wurden in dem seit 2014 andauernden Jemen-Konflikt bereits rund 10'000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. Ausserdem herrscht in dem Land eine schwere Nahrungsmittelkrise. Derzeit toben heftige Kämpfe in der Hafenstadt Hodeida, wo der Grossteil der Güter und Hilfslieferungen ins Land kommt.

Internationale Kritik

Die «Washington Post» hatte am Freitag berichtet, die USA würden erwägen, die Betankung der Flugzeuge der Militärkoalition zu beenden. Das Pentagon bestätigte dies nicht. Das Verhalten Saudiarabiens im Jemen-Konflikt wird jedoch international immer lauter kritisiert, insbesondere seit dem Tod Khashoggis.

Der «Washington Post»-Kolumnist war am 2. Oktober in das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul gegangen, um ein Dokument abzuholen, aber nicht wieder herausgekommen. Unter internationalem Druck und nach wochenlangen Dementis gab Saudiarabien schliesslich die Tötung des 59-Jährigen zu, weist aber weiterhin Vorwürfe zurück, dass die Tat von der saudiarabischen Führung um Kronprinz Mohammed angeordnet worden sei. Am Samstag bestätigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Existenz von Tonaufnahmen zu der Ermordung.

SDA/chk

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