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Trump-Kim-Treffen: Medien in Seoul melden Gipfel-Ort

Unter Berufung auf diplomatische Quellen wollen die auflagenstärkste Zeitung und eine Agentur wissen, wo das historische Treffen stattfindet.

Zeichen der Entspannung zwischen Nordkorea und den USA: Kim Jong-un und Donald Trump. Video: Tamedia

Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un soll nach südkoreanischen Medienberichten in Singapur stattfinden. Als Termin für den Gipfel sei Mitte Juni anvisiert, berichtet die Zeitung «Chosun Ilbo». Das auflagenstärkste Blatt Südkoreas beruft sich auf diplomatische Quellen. Zuvor hatte bereits die südkoreanische Agentur Yonhap berichtet, dass das historische Treffen aller Voraussicht nach in Singapur stattfinden werde. Es wäre das erste Treffen eines amtierenden US-Präsidenten mit einem nordkoreanischen Machthaber. Das Treffen soll den Weg für eine dauerhafte Entspannung auf der koreanischen Halbinsel ebnen.

Trump hatte am letzten Freitag mitgeteilt, dass sich beide Seiten auf einen Ort und einen Termin für die Begegnung geeinigt hätten. Details nannte er allerdings nicht. Zuvor hatte der US-Präsident von einem Termin Ende Mai oder Anfang Juni gesprochen und erklärt, er würde eine Zusammenkunft an der innerkoreanischen Grenze einem Treffen in einem Drittstaat wie Singapur oder der Mongolei vorziehen. Im Hinblick auf das Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber wird Trump am 22. Mai den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in im Weissen Haus empfangen.

Für die Austragung des Kim-Trump-Gipfels sollen sich auch die Schweiz und Schweden anerboten haben, entsprechendes Interesse bekundeten ebenfalls Thailand und Indonesien. Für Singapur als Austragungsort des Gipfels sprechen die Neutralität des Stadtstaates und die hohe öffentliche Sicherheit, aber auch das Prestige und der Glamour der Metropole. Vor drei Jahren hatten sich die Präsidenten von China und Taiwan, Xi Jinping und Ma Ying-jeou, zu einem Gipfeltreffen in Singapur getroffen.

Nordkorea wirft USA Irreführung der Weltmeinung vor

Inmitten der Vorbereitungen zum historischen Kim-Trump-Gipfel gab es übers Wochenende Misstöne aus Nordkorea. Das Kim-Regime hat der US-Regierung Irreführung der öffentlichen Meinung und nicht nachlassende Bedrohung vorgeworfen. Die USA würden die «friedensliebende Absicht der Volksrepublik als Zeichen der Schwäche» auslegen, erklärte Pyongyang. Die Absicht Nordkoreas zur Denuklearisierung sei nicht das Resultat von «sogenannten Sanktionen und Druck». Machthaber Kim Jong-un hatte Ende April bei einem historischen Gipfeltreffen mit dem Präsidenten Südkoreas den Abbau des Atomprogramms in Aussicht gestellt.

Als weiteres Zeichen der Entspannung synchronisierte Nordkorea am letzten Samstag seine Uhren mit denen Südkoreas. Knapp drei Jahre nach der überraschenden Einführung einer neuen Standardzeit liess Nordkorea die Uhren um eine halbe Stunde vorstellen. «Die Zeitumstellung ist der erste praktische Schritt nach dem historischen dritten Gipfeltreffen zwischen Norden und Süden, um den Prozess der Einigung zu beschleunigen», hiess es aus Pyongyang. Die südkoreanische Regierung begrüsste die Entscheidung des Nordens als «symbolischen Schritt».

Nordkorea strebt auch Luftverkehrsverbindungen mit Südkorea an. Die Internationale Organisation für Zivilluftfahrt teilte mit, dass Nordkorea die Einrichtung eines Flugkorridors von Pyongyang zum südkoreanischen Flughafen Incheon beantragt habe. Bislang gibt es keine regulären Flugverbindungen zwischen den koreanischen Staaten.

Zuckerbrot und Peitsche: Kim Jong-un prägt die vermeintliche Annäherung zwischen Nordkorea und den USA.
Zuckerbrot und Peitsche: Kim Jong-un prägt die vermeintliche Annäherung zwischen Nordkorea und den USA.
Michael Reynolds, Keystone
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump wollen sich zu einem Gipfel treffen. Kim hat Trump zu dem Treffen eingeladen, und dieser hat bereits zugesagt.
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump wollen sich zu einem Gipfel treffen. Kim hat Trump zu dem Treffen eingeladen, und dieser hat bereits zugesagt.
KCNA VIA KNS, AFP
Die Annäherung der beiden Länder hat auch für Proteste in Südkorea gesorgt.
Die Annäherung der beiden Länder hat auch für Proteste in Südkorea gesorgt.
AP Photo/Ahn Young-joon
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Eine Normalisierung ist auch bei den politischen Gefangenen in Nordkorea in Gang. So laufen zwischen den USA und Nordkorea Gespräche über drei in Nordkorea inhaftierte US-Bürger. Es seien «sehr, sehr gute Dinge» zu erwarten, liess US-Präsident Trump am letzten Freitag verlauten.

Kim Dong-chul, ein in Südkorea geborener US-Geistlicher, war 2015 in Nordkorea unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet worden. Er wurde zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Kim Hak-song und Kim Sang-duk arbeiteten beide an der von evangelikalen Christen gegründeten Pyongyang-Universität für Wissenschaft und Technologie. Ihnen werden «feindliche Akte» vorgeworfen.

sda/afp/nag/vin

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