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Trump: «Raketen auf Syrien werden kommen»

Donald Trump hat einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt. «Hübsch und neu und ‹smart!›», seien die Raketen, kokettiert der US-Präsident.

Die syrische Hauptstadt Damaskus soll nach dem Abzug der letzten IS-Kämpfer wieder vollständig sicher sein. Bereits vor einigen Wochen zogen Al-Kaida-Mitglieder aus der Stadt ab (30. April 2018).
Die syrische Hauptstadt Damaskus soll nach dem Abzug der letzten IS-Kämpfer wieder vollständig sicher sein. Bereits vor einigen Wochen zogen Al-Kaida-Mitglieder aus der Stadt ab (30. April 2018).
SANA via AP, Keystone
Dem Abzug der IS-Kämpfer ging heftiges Artilleriefeuer auf ein Flüchtlingslager am Stadtrand voraus (22. April 2018).
Dem Abzug der IS-Kämpfer ging heftiges Artilleriefeuer auf ein Flüchtlingslager am Stadtrand voraus (22. April 2018).
SANA via AP, Keystone
Zudem hätten mehrere bewaffnete Gruppen, die zusammen mit der Türkei Afrin eingenommen hatten, Zivilisten bedroht und ausgeraubt.
Zudem hätten mehrere bewaffnete Gruppen, die zusammen mit der Türkei Afrin eingenommen hatten, Zivilisten bedroht und ausgeraubt.
Lefteris Pitarakis/AP, Keystone
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US-Präsident Donald Trump hat einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt und Russland vor einer Unterstützung von Machthaber Baschar al-Assad gewarnt. Die Raketen «werden kommen», schrieb Trump am Mittwoch auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter.

«Russland gelobt, alle auf Syrien abgefeuerten Raketen abzuschiessen», schrieb Trump in einem Tweet. «Bereite dich vor, Russland, denn sie werden kommen, hübsch und neu und 'smart!'» Mit Blick auf Moskaus Unterstützung für Assad schrieb Trump: «Du solltest nicht Partner eines mit Gas tötenden Vieh sein, das sein Volk tötet und das geniesst.»

Trump sieht die Beziehungen zu Russland auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt. «Unser Verhältnis zu Russland ist schlechter als es je war, den Kalten Krieg eingeschlossen», schrieb Trump in einem weiteren Tweet. Dabei sei Russland auf wirtschaftliche Hilfe der Vereinigten Staaten angewiesen, die diese «sehr einfach» leisten könnten.

Russlands Warnung

Die russische Regierung hat die USA vor einem Raketenangriff auf Syrien als Vergeltung für den mutmasslichen Giftgasangriff auf die Stadt Duma gewarnt. Die Raketen sollten auf «Terroristen» abgefeuert werden und nicht auf die «legitime Regierung» Syriens, die schon seit Jahren den «internationalen Terrorismus auf ihrem Staatsgebiet bekämpft», schrieb die Sprecherin des Aussenministeriums, Maria Sacharowa, am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite.

Sie warf den USA ausserdem vor, mit dem angekündigten Raketenangriff Beweise für den mutmasslichen Chemiewaffeneinsatz vernichten zu wollen. Dahinter stecke womöglich die Idee, «die Spuren der Provokation schnell zu beseitigen», damit internationale Inspektoren keine Beweise mehr finden könnten, schrieb Sacharowa.

Riskantes Säbelrasseln

«Die USA müssen sehr vorsichtig sein, nicht versehentlich russische Ziele zu treffen oder russische Berater zu töten», sagt der Politikwissenschaftler Ben Connable von der Rand Corporation. Russland ist die Schutzmacht Syriens und hat im Fall eines Angriffs mit einem Gegenschlag gedroht.

Der Tod von Russen könnte zu einer direkten Konfrontation der Atommächte führen. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron versichert, in keinem Fall werde es einen Angriff auf die Verbündeten Syriens geben, zu denen auch der Iran zählt.

Resolutionen gescheitert

Im UNO-Sicherheitsrat scheiterten am Dienstagabend zwei Resolutionen zu den mutmasslichen Giftgasangriffen. Zunächst verhinderte Russland bei der Sitzung am Dienstag in New York per Veto einen Entwurf der USA zu der Frage, wie genau der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien untersucht werden soll. Auch Bolivien stimmte dagegen, China enthielt sich.

Danach stimmten unter anderem die USA und Grossbritannien gegen einen russischen Resolutionsentwurf. Russland und die USA sind – gemeinsam mit China, Frankreich und Grossbritannien – ständige Mitglieder mit Veto-Recht im Sicherheitsrat und können mit ihrem Veto jede Resolution zu Fall bringen.

Moskau, das im Syrien-Konflikt auf der Seite der Regierung von Machthaber Bashar al-Assad steht, hatte zuvor bereits elf mal mit seinem Veto UNO-Resolutionen zu Syrien blockiert.

«Starke Reaktion»

Die Regierung von Bashar al-Assad hatte bei einer ersten Sitzung des Sicherheitsrats am Montag alle Vorwürfe zurückgewiesen und dem Westen vorgeworfen, die Angriffe selbst inszeniert zu haben, um einen Vorwand für eine Intervention zu schaffen. Auch Russland erklärte, Experten hätten keinen Hinweis auf Chemiewaffen in Ost-Ghuta gefunden.

Die westlichen Staaten sehen dagegen starke Hinweise für den Einsatz von Giftgas. Macron und Trump drohten nach einem Telefonat am Dienstag erneut mit einer «starken Reaktion» der Weltgemeinschaft.

Bei einem möglichen französischen Angriff wären die Chemiewaffen der syrischen Regierung das Ziel, sagte Macron am Dienstagabend. Auf keinen Fall würden die Verbündeten der syrischen Regierung, russische oder iranische Einheiten, angegriffen.

SDA/chi/sep

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