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200 Tote bei Unfall auf Atomtest-Gelände in Nordkorea befürchtet

Auf einem nordkoreanischen Atomtest-Gelände ist japanischen Medien zufolge ein Tunnel eingestürzt. Westliche Experten glauben, die Tests hätten das Gelände instabil gemacht.

Unterirdisches Testgelände: Punggye-ri im Nordosten Nordkoreas.
Unterirdisches Testgelände: Punggye-ri im Nordosten Nordkoreas.
Google Maps

Ein Unglück ereignete sich im unterirdischen Testgelände von Punggye-ri im Nordosten Nordkoreas, wie der japanische TV-Sender Asahi berichtet. 100 Arbeiter wurden eingeschlossen, nachdem ein Tunnel in dem Berg eingestürzt war. Weitere 100 sollen gestorben sein, als sie ihren Kollegen helfen wollten und weitere Gesteinsmassen abbröckelten.

Ein genaues Datum für den Unfall wurde in den Berichten nicht genannt. Der Einsturz soll sich aber nach Nordkoreas sechstem Atomtest vom 3. September ereignet haben. Dabei will das Regime erstmals eine Wasserstoffbombe gezündet haben. Sie hatte ein Erdbeben von 6,1 auf der Richterskala ausgelöst.

«Müder-Berg-Syndrom»

Seismografen hatten in den Tagen nach der Explosion Signale empfangen, die auf unterirdische Einstürze hinweisen, berichtet der «Guardian». Auf Satellitenbildern seien auch oberirdische Murgänge sichtbar gewesen.

Eine Studie des US-Korea-Instituts der Johns Hopkins University hatte schon am 17. Oktober den Verdacht geäussert, dass der letzte Atombombentest schwere Schäden am Tunnel-Netzwerk unter dem Berg Mantap angerichtet habe. Dieser könnte nun vom «Müder-Berg-Syndrom» betroffen sein – das heisst, dass sein Gestein schon stark zersplittert und immer durchlässiger sein könnte.

Die Experten gingen aber nicht davon aus, dass die Nordkoreaner das Testgelände aufgeben werden. Denn es gäbe noch zwei bisher nicht für Tests genutzte Tunnelanlagen.

Auf dem Gelände finden regelmässig geheime Atomtests statt, deren Erschütterungen auf der ganzen Welt messbar sind.

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