Zum Hauptinhalt springen

Senator fasst schlafender Moderatorin an Brüste

Ein Foto aus dem Jahr 2006 hätte lustig sein sollen. Jetzt bringt es den heutigen US-Senator Al Franken in Bedrängnis.

«Ich fühle mich von mir selbst angewidert»: Al Franken entschuldigt sich für dieses Foto.
«Ich fühle mich von mir selbst angewidert»: Al Franken entschuldigt sich für dieses Foto.
Twitter
Tweeden sagte, sie verzeihe Franken, allerdings hätte er sie früher darum bitten sollen.
Tweeden sagte, sie verzeihe Franken, allerdings hätte er sie früher darum bitten sollen.
Keystone
Franken droht eine Untersuchung des Ethikausschusses des Senats.
Franken droht eine Untersuchung des Ethikausschusses des Senats.
AFP
1 / 3

Eine Radio-Nachrichtensprecherin in Los Angeles hat dem demokratischen US-Senator Al Franken vorgeworfen, sie bei einer Tour 2006 gegen ihren Willen geküsst zu haben. Franken habe, während sie schlief, für ein Foto posiert, auf dem seine Hände auf ihren Brüsten gewesen seien, schrieb Leeann Tweeden in einem Essay auf der Webseite des kalifornischen Radiosenders KABC. Franken entschuldigte sich am Donnerstag. Ihm droht eine Untersuchung des Ethikausschusses des Senats.

Franken ist auch als Komiker und Radiomoderator bekannt. Tweeden gab an, der Senator aus Minnesota habe für die beiden während einer Tournee zur Unterhaltung von Soldaten einen Sketch geschrieben und darauf bestanden, dass sie bei der Probe einen Kuss übten. Sie habe versucht, sich zu wehren, aber Franken habe sich ihr aufgedrängt und ihr seine Zunge in den Mund gesteckt. Eine Kopie des Fotos, auf dem der angebliche Kuss nicht zu sehen ist, wurde zusammen mit dem Essay veröffentlicht.

Voller «sexueller Anspielung»

Es entstand auf der Heimreise von Afghanistan. Darauf lächelt Franken und schaut in die Kamera, während er dem Anschein nach die mit einer Militärweste bedeckten Brüste der schlafenden Tweeden packen will.

Tweeden sagte der Nachrichtenagentur AP, der Sketch sei voller «sexueller Anspielung» gewesen. Franken habe als Requisite einen Frauentanga mitgebracht, den er während ihres Auftritts herumgeschwenkt habe. In ihrer Radioshow sagte Tweeden, sie sei nicht eher mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit getreten, weil sie befürchtet habe, dass andere ihren Bericht wegen ihrer Karriere missachten würden.

Franken entschuldigt sich

Franken teilte in einer Stellungnahme mit, er erinnere sich an den Sketch nicht «auf die gleiche Weise» wie Tweeden. Er hätte nicht mit seinen Händen auf ihren Brüsten posieren sollen, als sie geschlafen habe. Das Foto habe lustig sein sollen, sei es aber nicht gewesen. Er bitte Tweeden aufrichtig um Entschuldigung.

In einer späteren Stellungnahme sagte Franken: «Ich schaue mir es (das Foto) jetzt an und ich fühle mich von mir selbst angewidert. Es ist nicht lustig. Es ist vollkommen unangemessen. Es ist offensichtlich, wie Leeann sich durch das Foto verletzt fühlen würde.» Tweeden sagte, sie verzeihe Franken, allerdings hätte er sie früher darum bitten sollen.

«Sexuelle Belästigung darf nicht toleriert werden»

Der republikanische Senats-Mehrheitsführer Mitch McConnell forderte eine Untersuchung der Vorwürfe durch den Ethikausschuss. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, sagte, die Anschuldigungen gegen Franken seien beunruhigend. Er erwarte, dass der Ethikausschuss sie vollständig untersuche. «Sexuelle Belästigung ist niemals tragbar und darf nicht toleriert werden», sagte Schumer. Franken erklärte sich zu einer Untersuchung bereit. Er war zum Zeitpunkt des Vorfalls noch nicht Senator.

Die demokratische Senatorin Claire McCaskill aus Missouri sagte, sie sei schockiert und beunruhigt. «Das beschriebene Verhalten ist vollkommen inakzeptabel. Comedy ist keine Ausrede für unangemessenes Benehmen», sagte sie. Ihre demokratische Kollegin Patty Murray aus Washington sagte, sie sei froh, dass Franken sich entschuldigt habe, aber «das macht nicht rückgängig, was er getan hat, oder beendet die Angelegenheit».

(dapd)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch