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Papst und Obama bringen dem jubelnden Volk eine ernste Botschaft

Fanfaren ertönen, die Feierlichkeiten sind beispiellos. Erstmals steht Papst Franziskus neben Präsident Barack Obama im Weissen Haus, Zehntausende verfolgen den Festakt und jubeln. Doch die Botschaft der beiden ist eine ernste.

Papst Franziskus (links) und US-Präsident Barack Obama überbringen dem jubelnden Volk eine ernste Botschaft.
Papst Franziskus (links) und US-Präsident Barack Obama überbringen dem jubelnden Volk eine ernste Botschaft.
Keystone

Papst Franziskus und US-Präsident Barack Obama haben die Welt bei einem mit grosser Spannung begleiteten Treffen zum gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. "Angesichts der Dringlichkeit bin ich der Überzeugung, dass der Klimawandel ein Problem ist, das nicht länger einer kommenden Generation überlassen werden darf", sagte der Pontifex bei der Willkommenszeremonie im Weissen Haus am Mittwoch. Auf dem Südrasen versammelten sich 15'000 Menschen, um den Papst zu begrüssen. Obama dankt Es sei ein "kritischer Moment", sagte der Papst. Man müsse nun "mit Ernst und Verantwortung erkennen, was für eine Welt wir hinterlassen wollen." Obamas Klima-Initiative lobte er als "ermutigend". Der US-Präsident dankte dem Oberhaupt der katholischen Kirche seinerseits für dessen Einsatz. Der Schutz des Planeten sei eine "heilige Pflicht", sagte Obama. Er unterstützte den päpstlichen Appell, die vom Klimawandel am stärksten bedrohten Gemeinden zu schützen. Der Pontifex sprach auch das Thema Einwanderung an. "Als Sohn einer Einwandererfamilie freut es mich, Gast zu sein in diesem Land, das grossenteils von solchen Familien aufgebaut wurde", sagte er. Der Papst erinnere die Menschen daran, dass Flüchtlingen aus Kriegsgebieten geholfen werden müsse, sagte Obama. Er dankte Franziskus auch für dessen "unbezahlbare Unterstützung" beim diplomatischen Neuanfang mit Kuba. Der kommunistisch regierte Inselstaat und die USA starteten nach mehr als 50 Jahren Eiszeit im Juli ihre diplomatischen Beziehungen neu. Gespräch im Oval Office Diese Entwicklung verspreche "bessere Beziehungen zwischen unseren Ländern, eine grössere Kooperation auf unserer Erdhälfte und ein besseres Leben für die kubanische Bevölkerung", sagte Obama. Dem Neustart waren Geheimverhandlungen unter Beteiligung des Vatikans vorausgegangen. Nach der Begrüssung winkten Obama und Franziskus der Menge gemeinsam mit First Lady Michelle Obama vom Balkon des Weissen Hauses zu. Danach zogen sie sich zu einem persönlichen Gespräch ins Oval Office zurück. Das Treffen bildete den Auftakt des ersten vollen Besuchstags des 78-jährigen Argentiniers in Washington. Nach der Begegnung wollte Franziskus in einem offenen Wagen der Parkpromenade National Mall entlang fahren. Erwartet wurden mehr als 200'000 Zuschauer. Danach sollte der Papst mit den rund 400 katholischen Bischöfen der USA zusammenkommen. Umstrittene Heiligsprechung Am Mittwochnachmittag stand die umstrittene Heiligsprechung des Missionars Junípero Serra auf dem Programm. Serra brachte im 18. Jahrhundert den Katholizismus nach Kalifornien. Vor allem für die indianische US-Bevölkerung bedeutet diese Ehrung eine Provokation. In einer Online-Petition forderten mehr als 10'600 Menschen Papst Franziskus auf, von dieser Heiligsprechung abzusehen. Denn der Missionar stehe für die "Ausbeutung, Unterdrückung, Versklavung und den Genozid an tausenden indigenen Kaliforniern". Seine erste USA-Reise führt Franziskus weiter zu den Vereinten Nationen nach New York und zum Weltfamilientag in Philadelphia. Dort will er eine Messe mit bis zu zwei Millionen Besuchern feiern. Am Sonntag fliegt der Papst zurück nach Rom.

SDA

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