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Nigerias Ex-Militärmachthaber Buhari als neuer Präsident vereidigt

Nigerias einstiger Militärmachthaber Muhammadu Buhari ist am Freitag in der Hauptstadt Abuja als neuer Präsident vereidigt worden. In Anwesenheit zahlreicher afrikanischer Staatschefs und unter dem Jubel Tausender Anhänger leistete der 72-Jährige seinen Amtseid.

Er ist der neue Präsident des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas: Nigerias einstiger Militärmachthaber Muhammadu Buhari
Er ist der neue Präsident des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas: Nigerias einstiger Militärmachthaber Muhammadu Buhari
Keystone

"Ich, Muhammadu Buhari, schwöre feierlich, dass ich der Bundesrepublik Nigeria treu sein und ihr wahre Loyalität zeigen werde", sagte Buhari vor dem Präsidenten des Obersten Gerichts, Mahmoud Mohammed. Nigeria sehe sich "enormen Herausforderungen" ausgesetzt, die er aber "frontal" angehen werde. Bevor Buhari den Amtseid ablegte, schüttelte er Shehu Shagari die Hand, den er bei einem Militärputsch 1983 als demokratisch gewählten Präsidenten abgesetzt hatte. Auch General Ibrahim Babangida, der ihn 20 Monate später wieder stürzte, gab Buhari die Hand. Zu Buharis zeremonieller Amtseinführung, die militärischen Pomp mit kulturellen Traditionen des Landes verband, waren unter anderem US-Aussenminister John Kerry, der südafrikanische Präsident Jacob Zuma und der simbabwische Staatschef Robert Mugabe angereist. Insgesamt waren rund 20'000 Gäste eingeladen. Die Zeremonie fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Es ist der erste demokratische Machtwechsel in der Geschichte des Landes. Buhari, ein Muslim aus dem unruhigen Norden Nigerias, hatte sich vor zwei Monaten bei der Präsidentenwahl überraschend gegen den glücklosen Amtsinhaber Goodluck Jonathan durchgesetzt. Kampf gegen Boko Haram Letzterem war es in seiner Amtszeit nicht gelungen, die Gewalt der radikalislamischen Extremistengruppe Boko Haram in den Griff zu bekommen. Der Aufstand der Rebellengruppe hat seit 2009 mehr als 15'000 Menschen das Leben gekostet. Rund 1,5 Millionen Menschen sind vor der Gewalt geflohen. Buhari versprach, Boko Haram auszumerzen. "Boko Haram ist eine Gruppe verrückter und gottloser Menschen, die so weit vom Islam entfernt sind, wie man es sich nur vorstellen kann", sagte Buhari über die Islamistengruppe. Am Freitag meldete die tschadische Armee, die ebenso wie die Streitkräfte anderer Nachbarländer am Kampf gegen Boko Haram beteiligt ist, dass sie einen Angriff der Extremisten auf die Insel Choua im Tschad-See zurückgeschlagen habe. Dabei seien vier Soldaten und 33 Rebellen getötet worden, sagte ein Oberst. Bei einer Hochzeit in einem Dorf im Nordosten Nigerias wurden derweil sieben Gäste bei der Explosion von zwei Bomben getötet, wie Augenzeugen und Sicherheitskräfte berichteten. Das Dorf im Bundesstaat Borno war wiederholt Ziel von Angriffen von Boko Haram. Gegen Wirtschaftskrise Auch zum Thema Wirtschaft zeigte sich Buhari in seiner Antrittsrede schonungslos in der Analyse und entschlossen im Ton. Die Wirtschaft sei angesichts geplünderter Devisenreserven, einem fallenden Ölpreis, Korruption, Stromausfällen und vor allem hoher Arbeitslosigkeit in grossen Schwierigkeiten. Die Infrastruktur des Landes sei heruntergekommen und der eklatante Mangel an Kraftwerken zur Stromproduktion "eine nationale Schande". Er werde mit seiner Regierung daher nach effektiven Wegen suchen, das Leben der Nigerianer rasch zu verbessern, sagte Buhari. Das ölreiche Nigeria litt zuletzt unter dem niedrigen Ölpreis, der zum Absturz der Währung führte und tausende Staatsbedienstete ohne Lohn liess. Mit rund 178 Millionen Einwohnern ist Nigeria Afrikas bevölkerungsreichstes Land und auch die grösste Volkswirtschaft des Kontinents. Diszipliniert und durchsetzungsstark Buhari gilt als diszipliniert und durchsetzungsstark. Bereits vor 40 Jahren wurde er zum Militärgouverneur eines Bundesstaats ernannt. Daraufhin hatte er unter verschiedenen Militärregierungen zahlreiche Führungspositionen inne, darunter auch Ministerämter. Zeitweise war er Chef des nigerianischen Ölkonzerns. 1983 putschte er sich an die Staatsspitze, wurde aber selbst zwei Jahre später weggeputscht. 2003 bewarb sich Buhari erstmals bei einer Wahl um das Präsidentenamt. Er verlor, wie auch 2007 und 2011.

SDA

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