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Mafia-Boss ordnet Mord an eigener Tochter an

In Sizilien wollte ein führender Mafioso seine Tochter umbringen lassen, weil diese mit einem Polizisten liiert war. Ihr Bruder sollte den Mord ausführen.

Pino Scaduto sitzt in Palermo im Gefängnis: Carabinieri patrouillieren in den Strassen der sizilianischen Hauptstadt. (Archiv)
Pino Scaduto sitzt in Palermo im Gefängnis: Carabinieri patrouillieren in den Strassen der sizilianischen Hauptstadt. (Archiv)
Alessandro Fucarini, Keystone

Ein sizilianischer Mafia-Boss hat laut Medienberichten die Ermordung seiner eigenen Tochter angeordnet. Diese hatte eine Beziehung zu einem Polizisten.

Der Sohn des Mafioso weigerte sich jedoch, die ihm befohlene Tat auszuführen und seine Schwester zu töten, wie italienische Medien am Montag unter Berufung auf Ermittler berichteten.

«Ein ganz besonderes Geschenk»

Mafia-Boss Pino Scaduto aus Bagheria in der Nähe von Palermo sitzt derzeit im Gefängnis. Er wurde am Montag gemeinsam mit 15 weiteren Verdächtigen aus seinem Clan gefasst. Erst im April war er nach einer Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen worden.

Neue Ermittlungen unter anderem wegen Erpressung von örtlichen Bauunternehmern führten zu der Erkenntnis, dass Scaduto offenbar seine Tochter ermorden lassen wollte. In seiner umfangreichen Gefängnis-Korrespondenz aus der Zeit von 2009 und 2010 fanden die Ermittler unter anderem die Bemerkung des Mafioso, er wolle seiner Tochter ein ganz besonderes «Geschenk» machen.

«Du bist der Vater, mach' es doch selbst»

Demnach gab er seinem bereits wegen Totschlags beschuldigten Sohn einen entsprechenden Auftrag. «Deine Schwester ist ein Spitzel geworden», soll er gesagt haben. Der junge Mann antwortete ihm laut einer von der Polizei aufgezeichneten Unterhaltung mit einem Freund: «Ich mache das nicht, Du bist der Vater, mach' es doch selbst. Soll ich Schwierigkeiten bekommen? Ich bin 30 Jahre alt.»

Scaduto wollte demnach einen anderen Vertrauten mit der Tat betrauen. Doch auch dieser weigerte sich, weil es sich um eine Familienangelegenheit handele.

Aussenminister Angelino Alfano kommentierte am Montag laut Medienberichten in Sizilien, Mafiosi hielten sich für «Ehrenmänner». «Aber wo ist ihre Ehrenhaftigkeit, wenn sie so weit gehen, den Tod eines ihre Kinder zu befehlen?»

(SDA)

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