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Khashoggis Sohn: «Hoffe, dass er einen friedlichen Tod hatte»

Die Söhne des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi haben ein Interview gegeben. Sie fordern die Freigabe des Leichnams, um ihn in Saudiarabien zu beerdigen.

Khashoggis Söhne geben CNN ein Interview. (Video: Tamedia/Mit Material von CNN)

Nach der mutmasslichen Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi kämpft seine Familie mit der quälenden Ungewissheit, was wirklich im saudischen Generalkonsulat in Istanbul geschah. «Ich warte einfach darauf, dass die Fakten ans Tageslicht kommen», sagte Khashoggis Sohn Salah in einem am Sonntagabend (Ortszeit) veröffentlichten CNN-Interview.

Sein Bruder Abdullah sagte dem US-Sender: «Was auch immer ihm zugestossen ist, ich hoffe wirklich, dass es nicht schmerzhaft für ihn war – oder zumindest schnell ging. Oder dass er einen friedlichen Tod starb.»

Bisherige Berichte und Behördenerklärungen zum Schicksal Khashoggis geben dieser Hoffnung wenig Nahrung. Eindeutig fest steht nur, dass er am 2. Oktober in das Konsulat in Istanbul ging, um dort Papiere für seine geplante Hochzeit abzuholen - und danach nicht mehr auftauchte.

Die Ermordung Khashoggis im Oktober 2018 wirft bis heute Fragen auf: Das Portrait des Journalisten der Washington Post während einer Zeremonie in Washington. (2. November 2018)
Die Ermordung Khashoggis im Oktober 2018 wirft bis heute Fragen auf: Das Portrait des Journalisten der Washington Post während einer Zeremonie in Washington. (2. November 2018)
Jim Watson, AFP
Die saudiarabische Justiz hatte zuvor die Todesstrafe gegen fünf Verdächtige im Fall des ermordeten Jamal Khashoggi gefordert. (2. Oktober 2018)
Die saudiarabische Justiz hatte zuvor die Todesstrafe gegen fünf Verdächtige im Fall des ermordeten Jamal Khashoggi gefordert. (2. Oktober 2018)
Sabah Newspaper, AFP
Mitglieder einer türkischen Menschenrechtsorganisation demonstrieren in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Mitglieder einer türkischen Menschenrechtsorganisation demonstrieren in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Erdem Sahin/EPA, Keystone
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Die saudische Staatsführung präsentierte unterschiedliche Erklärungen zu seinem Verschwinden und erst nach Wochen die Version, der Regierungskritiker sei im Konsulat umgebracht worden.

Laut der türkischen Justiz wurde Khashoggi kurz nach Betreten des Konsulats erwürgt, seine Leiche zerstückelt und dann «vernichtet». Zuvor hatten türkische Ermittler von einer Folterung Khashoggis durch ein eigens aus Saudiarabien angereistes Spezialkommando gesprochen.

Söhne hoffen auf «würdige Beerdigung»

Eine würdige Beerdigung ihres Vaters in der für Muslime heiligen Stadt Medina sei «alles, was wir jetzt wollen», sagte Salah Khashoggi im CNN-Interview.

«Ich habe darüber mit den saudischen Behörden gesprochen und hoffe einfach, dass es bald dazu kommt.» Der saudische König Salman habe betont, dass alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. «Und ich vertraue darauf. Das wird passieren. Ansonsten hätten die Saudis keine interne Untersuchung eingeleitet.»

Saudiarabien verspricht Aufklärung

Fünf Wochen nach der Tötung Khashoggis haben zahlreiche Staaten Saudiarabien vor dem Uno-Menschenrechtsrat zur Aufklärung aufgefordert. So empfahl Kroatien Riad, die Umstände aufzuklären und die Täter «eines solch abscheulichen Verbrechens» zur Rechenschaft zu ziehen.

«Wir sind zutiefst erschüttert über das Schicksal von Jamal Khashoggi und wir rufen Saudiarabien dazu auf, eine detaillierte und vollständige Erklärung in diesem Fall zu liefern», hiess es auch von der deutschen Delegation.

Die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hatte bereits vor wenigen Tagen Zweifel an einer unabhängigen saudiarabischen Untersuchung im Fall Khashoggi geäussert und die Beteiligung internationaler Experten gefordert.

Saudiarabien selbst versprach bei der Sitzung, für Aufklärung zu sorgen. «König Salman hat Anweisungen erteilt und die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen in diesem Fall eingeleitet, um die ganze Wahrheit zu erlangen und alle Angeklagten vor Gericht zu stellen und die nachgewiesen Schuldigen zu verurteilen», sagte Bandar al-Aiban, der Vorsitzende der saudischen Menschenrechtskommission.

Bei der Verlesung des Berichts Saudiarabiens zur Lage der Menschenrechte in der absoluten Monarchie betonte er, dass die Führung des Königreichs bereits früher ihren Schmerz angesichts des Mordes ausgedrückt habe.

SDA/nag

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