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Hunderte trotzen nächtlicher Ausgangssperre in Baltimore

Die Polizei in Baltimore ist gegen hunderte Demonstranten vorgegangen, die der nächtlichen Ausgangssperre in der US-Grossstadt getrotzt haben. US-Fernsehsender berichteten, die Sicherheitskräfte verwendeten Rauchbomben.

Ein Demonstrant wirft einen Tränengas-Kanister gegen Polizisten
Ein Demonstrant wirft einen Tränengas-Kanister gegen Polizisten
Keystone

Die Polizei teilte nach Beginn der Sperre am Dienstagabend mit, sie setze Pfeffergeschosse gegen eine "aggressive Menge" ein. Die Ausgangssperre, die am Dienstag um 22.00 Uhr (Ortszeit; Mittwoch 4.00 Uhr MESZ) in Kraft trat, war nach den schweren Krawallen wegen des Todes eines Schwarzen im Polizeigewahrsam verhängt worden. Wie der CNN berichtete, waren kurz nach Beginn der Ausgangssperre noch mehrere hundert Menschen auf den Strassen der Stadt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass vor allem junge schwarze Männer sich nicht an das Ausgehverbot hielten. Am Montag hatten Randalierer Polizeibeamte mit Steinen und Flaschen beworfen sowie 144 Autos und mehrere Gebäude in Brand gesetzt. Der Gouverneur des Bundesstaates Maryland, Larry Hogan, rief daher den Ausnahmezustand für Baltimore aus, die Stadtverwaltung verhängte eine einwöchige nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 05.00 Uhr. Die Polizei hatte angekündigt, das Ausgehverbot notfalls mit Gewalt durchzusetzen. Laut Hogan waren am Dienstagabend in der Ostküstenstadt 2000 Nationalgardisten und 1000 Polizisten im Einsatz, um weitere Krawalle zu verhindern. Die Krawalle waren nach der Trauerfeier für den 25-jährigen Afroamerikaner Freddie Gray ausgebrochen, der am 19. April, eine Woche nach seiner Festnahme, an schweren Rückenmarkverletzungen gestorben war. Die genauen Umstände sind noch unklar.

SDA

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