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Forscher stecken T-rex-Schädel in Röntgengerät

Forscher haben mit Hilfe eines riesigen Computertomographen den Schädel eines Tyrannosaurus rex durchleuchtet. Sie wollen so Teile im Gehirn finden, die sie bisher nicht nachweisen konnten.

Riese im Riesenröntgengerät: Das deutsche Fraunhofer-Institut in Fürth hat den Schädel eines Tyrannosaurus rex geröntgt. (Exemplar im Smithsonian Museum of Natural History in Washington)
Riese im Riesenröntgengerät: Das deutsche Fraunhofer-Institut in Fürth hat den Schädel eines Tyrannosaurus rex geröntgt. (Exemplar im Smithsonian Museum of Natural History in Washington)
Keystone

"Es ist Magie!", jubelt der niederländische Paläontologe Anne Schulp. "Früher hätte man den Schädel zerstören müssen, um ihn zu untersuchen." 1500 Einzelbilder vom Schädel des Dinosauriers hat der Monsterappat am Fraunhofer-Institut in Fürth (Bayern) aufgenommen. Daraus wird am Computer ein dreidimensionales Bild zusammengesetzt, das die Forscher in jedem beliebigen Winkel und aus jeder Richtung begutachten können. "Wenn es eine Technologie gibt, die den Paläontologen in den letzten Jahren wirklich geholfen hat, dann ist es der CT-Scan", sagt Schulp. Kleine Teile des Dino-Skeletts hatten die Wissenschaftler bereits in normalen Geräten geröntgt, wie auch viele Ärzte sie haben. Doch der Schädel war dafür zu gross. So kam das Fraunhofer-Institut ins Spiel. XXL-Apparat Der hiesige XXL-Computertomograph ist nach Angaben des Instituts der grösste seiner Art weltweit. Mit seiner enorm starken Strahlung kann er Objekte mit bis zu 3,5 Metern Durchmesser und 5 Metern Höhe röntgen. 45 Stunden hat es gedauert, bis der etwa 1,5 Meter lange und 500 Kilogramm schwere Schädel durchleuchtet war. Der zerbrechliche, in Schaumstoff eingelassene Schädel wurde für die Aufnahmen nicht aus der Transportbox genommen. Nun soll er mit Hilfe eines speziellen Kunststoffs restauriert werden. Noch nie sei ein T.-rex-Kopf in so hoher Auflösung gescannt worden, sagt Schulp vom niederländischen Nationalmuseum "Naturalis Biodiversity Center" in Leiden. So seien viel mehr Details zu erkennen. Mit Hilfe der CT-Aufnahmen wollen die Forscher etwa kleinste Knochenteile des Tieres an der Nase nachweisen. Ausserdem interessiert es sie, welche Regionen des Gehirns besonders ausgeprägt waren - wie gut konnte der Dino beispielsweise sehen? Auch bei der Restauration des Schädels helfen die Aufnahmen. Eine Seite des Kiefers ist nicht mehr vollständig erhalten und kann nun mit Hilfe von 3D-Druck nachgebildet werden. Das etwa 66 Millionen Jahre alte Skelett eines weiblichen T. rex wurde 2013 im US-amerikanischen Bundesstaat Montana gefunden. Die riesigen Saurier lebten am Ende der Kreidezeit an der Westküste der USA. Der Dinosaurier war bei seinem Tod vermutlich um die 30 Jahre alt. Das Skelett zähle zu den fünf besterhaltenen eines Tyrannosaurus rex weltweit. Vom Herbst 2016 an soll der riesige Fleischfresser in Leiden ausgestellt werden.

(SDA)

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